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Palettenlogistik Italiener wollen mit Plastikkufen die Holzpalette ausbremsen

| Redakteur: Robert Weber

In Bazzano in der Provinz Bologna spricht man von einer Revolution im Palettenmarkt. Das Toppy-Pallet-System soll die Holzpalette in der Industrie ersetzen. Erste Kunden haben die Lösung bereits begutachtet und wollen Ende 2012 mit dem System arbeiten. Der Startschuss für die Kufen fällt in Italien.

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Drei Kunststoffkufen braucht es, um eine Holzpalette zu ersetzen. Die Ladungsträger sind aus recyceltem PP und PE gefertigt und damit wiederverwendtbar.
Drei Kunststoffkufen braucht es, um eine Holzpalette zu ersetzen. Die Ladungsträger sind aus recyceltem PP und PE gefertigt und damit wiederverwendtbar.
(Bild: Toppy)

Sie haben keinen pompösen Messestand angemietet, boten stilles Wasser und italienischen Espresso an und von Kunden überrannt worden sind sie dieses Jahr auf der Logimat in Stuttgart auch nicht – die Vertreter des Maschinenbauers und Intralogistikexperten Toppy aus Italien. Die internationalen Fachbesucher, die allerdings den Weg an den Stand fanden, durften einen Blick in die Zukunft der Palettenlogistik riskieren, wie sie sich Toppy vorstellt.

Logistikprozesse bleiben ohne Holzpalette fast unverändert

Holzpalette ade ist das Motto der Südeuropäer. Kunststoffkufen statt Holzpaletten ist die Idee made in Italy. Die Maschinenbauer aus der Nähe von Bologna könnten für Aufregung im europäischen Palettenmarkt sorgen, denn im Norden des Stiefels schrauben die Techniker und Entwickler am Ende der Holzpalette in der Transportlogistik, ist man vor Ort in den Werkstätten überzeugt.

Mehrere internationale Retailer haben bereits Interesse für das Toppy-Pallet-System bekundet und in Bazzano vorgesprochen. Ende des Jahres sollen die ersten Maschinen an die Kunden ausgeliefert werden. In Italien will man die Premiere feiern.

Doch was steckt hinter der Idee von Daniele Piani, dem Geschäftsführer von Toppy, der selbstbewusst sein Produkt anpreist? Die Idee: Die Holzpalette wird durch mehrere Kunststoffelemente, bunte Kufen, ersetzt. Dabei greift das Toppy-System nicht direkt in die Logistikprozesse ein. Die Abläufe bleiben nahezu unverändert.

Kunststoffkufen sind als Ersatz ür die Holzpalette gedacht

Das Warehouse-Management-System informiert die Regalbediengeräte im Lagerbereich, dass die Holzpalette, auf der die Nudeln gestapelt sind, ausgeliefert werden soll, da der Lkw sich an der Rampe angemeldet hat und auf die Ware wartet. Das Regalbediengerät fährt zum Palettenstandort, holt den Ladungsträger aus dem Stellplatz raus und setzt ihn anschließend wie gewohnt auf die Fördertechnik.

Diese transportiert die Palette über Rollbahnen zu einem Stretcher, der die Produkte auf allen vier Seiten umwickelt. Dann fährt die Holzpalette auf der Fördertechnik in das Herzstück der Anlage. Hier entfernen Schieber die Holzpalette und stapeln diese in einem Magazin, um sie später wieder in die Intralogistiklandschaft einzuschleusen.

Metallfinger, die Toppy-Four-Finger, fahren aus und halten das Verpackungsgut, die Nudeln, in der aufrechten Position. Nun kann die Maschine in der Horizontalen stretchen. Dadurch sind alle Produktseiten vor Wettereinflüssen, Schmutz oder Beschädigung geschützt.

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