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Automobillogistik Karossenpuffer: Audi lässt sich neues Hochregal bauen

| Redakteur: Robert Weber

Der Autobauer Audi investiert hat am ungarischen Standort Györ ein neues Hochregallager als Karossenpuffer eröffnet. Das in einer 30 m hohen Halle eingefasste Hochregallager bietet Platz für rund 400 Automobilkarosserien und ist Teil der neuen Fertigung der Modelle Audi A3 Limousine, Audi A3 Cabriolet sowie Audi TT Coupé und Roadster. Siemens lieferte die Technik.

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Audi investierte am Standort in Ungarn in ein neues Hochregal.
Audi investierte am Standort in Ungarn in ein neues Hochregal.
(Bild: Audi AG)

Der Münchener Technologiekonzern hat das als ZKP (Zentraler Karossenpuffer) bezeichnete Hochregallager als schlüsselfertige Lösung samt Gebäude entwickelt und gebaut. Das Projekt umfasst zudem eine circa zwei Kilometer lange, vollautomatische Förderanlage, die den Karossenpuffer mit Karosseriebau, Lackiererei und Montage verbindet. Die von Siemens entwickelte Lösung ist auf die Fertigungsprozesse von Audi in Győr zugeschnitten und hilft dem Automobilhersteller die einzelnen Fertigungsstationen optimal auszulasten. Das Projekt wurde vom Siemens Logistics Hub mit Sitz in Wien realisiert.

RFID zur Identifizierung

Die Steuerung der Regalbediengeräte und der Fördertechnik für den Karossenpuffer hat Siemens auf Basis seiner Simatic S7-Steuerungen entwickelt. Für die Beförderung der Karosserien sorgen über 350 Elektromotoren von Siemens samt Frequenzumrichtern. Das integrierte Antriebssystem ist mit energiesparenden Motoren ausgestattet und in der Lage Bewegungsenergie zurückzugewinnen und zu speichern. So wird auf der einen Seite Bremsenergie aufgefangen und anderen Antrieben zur Verfügung gestellt. Das Resultat: weniger unerwünschte Netzrückwirkungen und ein geringerer Stromverbrauch. Des Weiteren hat Siemens ein RFID-System eingerichtet, das jede Karosserie während der Lagerung im Karossenpuffer sowie auf dem Weg durch die Fertigung eindeutig identifiziert.

Die von Siemens erstellte Lösung steht in der Mitte der Produktion im Audi-Werk in Győr und dient als Drehscheibe zwischen den einzelnen Produktionsstationen. Bis zur Endmontage durchlaufen alle Karosserien zwei Mal das Hochregallager – jeweils einmal im nicht-lackierten und im lackierten Zustand. Mit Hilfe des Karossenpuffers kann Audi auch bei großer Typen- und Variantenvielfalt seine Fertigung optimieren, indem Karosserien immer wieder in die für die einzelnen Fertigungsabschnitte passende Reihenfolge zusammengestellt werden. Die Sequenzierung von Karosserien führt im Resultat zu mehr Flexibilität und höherer Produktivität im Audi-Werk.

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