Güterverkehr Kombiniert ins Hinterland

Redakteur: Volker Unruh

Immer mehr Unternehmen entdecken für sich den Nutzen aufgeteilter Warenströme. Und obwohl der Lkw als Land-Transportmittel für Güter aller Art immer noch die mit Abstand wichtigste Rolle spielt, werden die Konzepte des trimodalen Güterverkehrs auf dem Wasser, auf der Schiene und auf der Straße immer interessanter.

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Bei der DB-Tochter RSC werden im Rotterdamer Hafen ankommende Container zum Weitertransport auf Bahnwaggons oder Lkw umgeschlagen. Bild: Unruh
Bei der DB-Tochter RSC werden im Rotterdamer Hafen ankommende Container zum Weitertransport auf Bahnwaggons oder Lkw umgeschlagen. Bild: Unruh
( Archiv: Vogel Business Media )

Am 9. Dezember 2007 befuhr der erste Güterzug der Deutschen Bahn die Betuwe-Route von Rotterdam ins Hinterland. Die Betuwe-Route, benannt nach einer niederländischen Region, ist eine reine Güterverkehrsstrecke und verbindet Rotterdam, den größten Seehafen Europas, mit den deutschen und europäischen Wirtschaftszentren, allen voran dem Ruhrgebiet.

Ein ICE für Güter

Auf der Schnellstrecke können Güterzüge beinahe nonstop fahren. Die Fahrzeit zwischen Rotterdam und dem Ruhrgebiet hat sich von dereinst 4,5 Stunden auf weniger als drei Stunden reduziert. DB Schenker Rail bezeichnete diesen ersten Zug als den Beginn einer neuen Ära im Güterverkehr – als umweltfreundliches und wettbewerbsfähiges Rückgrat der wachsenden europäischen Wirtschaft.

Inzwischen werden auf der Betuwe-Linie außer Containern auch Massengüter wie Kohle, Erze, Öl und Chemieprodukte transportiert. Rund 60% des niederländisch-deutschen Schienengüterverkehrs sollen in absehbarer Zeit über diese Strecke führen. Nach Fertigstellung des umstrittenen dritten Schienenstrangs sollen perspektivisch 50 Mio. Tonnen Güter von der Straße auf diese Gleisanlage verlagert werden.

Der Glückauf-Express hat im Ruhrgebiet Fahrt aufgenommen

Seit Kurzem verbindet ein neues Bahn-Shuttle, der Glückauf-Express, die drei Binnenhäfen Duisburg, Dortmund und Gelsenkirchen. Mit zunächst 60 TEU-Containern pro Werktag hat der Glückauf-Express seine Arbeit aufgenommen und soll auf Sicht die Straßen des Ruhrgebiets in einer Größenordnung von bis zu 16 000 Lkw pro Jahr entlasten. „Mit dem Glückauf-Express trägt Duisport weiter zur Vernetzung des gesamten Ruhrgebietes bei. Durch den Duisburger Hafen erhalten die Standorte zudem einen direkten Anschluss an die großen Seehäfen in den Niederlanden und Belgien“, so Erich Staake, der Vorstandsvorsitzende der Duisburger Hafen AG.

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