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In der Praxis werden einige der aufgeführten Risiken mit Zwischenlagern und erhöhten Beständen abgesichert. Sie entstehen erst in der Umsetzung und wurden im Vorfeld nie berücksichtigt. Dazu kommt, dass häufig die Variantengenerierung einfach mit verlagert wird. Das treibt die Logistikkosten unnötig in die Höhe. Da eine Änderung aber eine Neugestaltung von Produkt und Prozess verlangen würde, sieht man wegen des schnellen Einsparungsdrucks davon ab.
Als vorläufiges Fazit lässt sich feststellen: Die durch den ausschließlich herstellkostenorientierten Ansatz entstandenen Lieferketten entsprechen mittlerweile weder Green- noch Leankriterien. Notwendig ist eine Erweiterung des herstellkostenorientierten Ansatzes, der sich von der eindimensionalen Fokussierung auf Herstellkosten und Transport entfernt und sowohl die versteckten Kosten als auch Umwelt-Risiken berücksichtigt.
Für diesen an den Gesamtkosten orientierten Ansatz sind folgende Schritte entscheidend. Es gilt
- die reine „Werkssicht“ zu verlassen,
- die bisherige Produktgestaltung in Frage zu stellen und
- die aktuellen Wertschöpfungsketten neu zu planen.
Nur diese zweifelsohne aufwändige und anspruchsvolle Vorgehensweise führt zu einer gesamtheitlichen Bewertung und entsprechenden Ergebnissen.
Zur Maxime einer ganzheitlichen Wertschöpfungsgestaltung gehören nachfolgende Punkte:
- die konsequente Anwendung der Wertstrommethodik auf die gesamte Wertschöpfungskette vom Hersteller bis zum n-Tier,
- das Infragestellen von Prozess und Produkt,
- die durchgängige Prozessoptimierung statt funktionaler oder lokaler Optima,
- Best Practice von Anfang an statt sukzessiver Herstellkostensenkung,
- das Hinterfragen bestehender Make-or-buy-Verteilungen,
- Prozesskostensicht statt Herstellkostensicht.
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