Wertstromanalyse

Lean und green — Symbiose statt Widerspruch

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Bei solchen Richtungsentscheidungen haben sich Greenfield- und Brownfieldkonzepte, untermauert mit Best-Practice-Zeiten und einer Gesamtkostenbetrachtung, als gute Basis erwiesen. Die konsequente Anwendung der klassischen Vorgehensweise des „Lean Thinking“ vom Current State über den Ideal State zum Future State lohnt sich also auch hier. Systeme vorbestimmter Zeiten wie das von ROI entwickelte ROM und ROM-Log unterstützen dabei massiv die Bewertung manuell beeinflusster Prozessschritte in Fertigung, Montage und Logistik. Die neue Planung der Wertschöpfungsketten ermöglicht die optimale Nutzung der Kostenvorteile von LCC, die Minimierung der Transportkosten und die Erhöhung der Supply-Chain-Sicherheit.

Fokussierung auf Herstellkosten und Transportkostenreicht nicht mehr aus

Für eine umfassende Bewertung der Gesamtprozesskosten reicht die bisherige Fokussierung auf Herstellkosten und Transportkosten nicht mehr aus. Natürlich bilden monetäre Kriterien wie Investitionen und Kosten für Logistik, Bestände oder Fertigung die Grundlage für jegliche Bewertung. Aber diese Grundlage muss durch qualitative Kriterien ergänzt werden, in die auch strategische und taktische Entscheidungsfaktoren einfließen. Dazu gehören in erster Linie Konformität zu Lean-Prinzipien, Wiederbeschaffungszeit, Versorgungssicherheit, Risikoabschätzung sowie die CO2-Bilanz und Green-Konformität.

Sind Lean und Green ein Widerspruch oder ein Erfolgsfaktor? Wie dargelegt, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Die Ausgestaltung von Lean- und Green-Supply-Chains ist möglich. Und sie bietet neben dem Umweltschutz auch klare Kostenvorteile, die in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Unternehmerische Seite muss umdenken

Der Erfolg ist an einige Kriterien gebunden, die von unternehmerischer Seite ein Umdenken fordern. Eine schnelle und ganzheitliche Gestaltung von Wertschöpfungsketten nach Lean- und Green-Grundsätzen verlangt eine Produkt- und Prozesssicht statt einer Bauteilesicht. Nach wie vor werden häufig ineffiziente Prozesse durch den Lohnkostenvorteil schöngerechnet. Eine vorherige Optimierung von Produkt und Prozess lässt den Lohnkostenvorteil in einem ganz anderen Licht erscheinen.

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