Suchen

Automatisierte Flurförderzeuge Linde-MH und Balyo kooperieren bei Robotertechnik

| Redakteur: Benedikt Hofmann

Linde Material Handling (Linde-MH) und der Robotik-Spezialist Balyo haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Auf diesem Weg möchte Linde-MH seine Aktivitäten auf dem Gebiet der robotergesteuerten Flurförderzeuge intensivieren und Balyo die Marktdurchdringung seiner Technologie deutlich erhöhen.

Firmen zum Thema

Christophe Lautray, Geschäftsführer Vertrieb bei Linde Material Handling (links) und Fabien Bardinet, Geschäftsführer von Balyo, haben die strategische Partnerschaft für ihre Unternehmen geschlossen.
Christophe Lautray, Geschäftsführer Vertrieb bei Linde Material Handling (links) und Fabien Bardinet, Geschäftsführer von Balyo, haben die strategische Partnerschaft für ihre Unternehmen geschlossen.
(Bild: Linde-MH)

Die Unternehmen planen auf den Gebieten Entwicklung, Fertigung und Vertrieb unter dem Dach der „Linde robotics“ zusammenzuarbeiten und wollen so eine Ausweitung der Lösungskompetenz von Linde-MH erreichen. Ein Treiber hinter diesen Plänen ist, dass die Nachfrage nach automatisierten Flurförderzeugen laut Informationen der Unternehmen stetig wächst. Insbesondere Betreiber von Lagertechnikgeräten wollen demnach mit halb- oder vollautomatischen Lösungen ihren innerbetrieblichen Materialfluss standardisieren, um die Geräte unabhängig von Arbeitszeitvorgaben flexibel einsetzen zu können, Fehlbedienungen sowie Unfallrisiken auszuschließen und Personalkosten zu reduzieren.

Erste gemeinsame Entwicklungen schon auf der Logimat

„Unser erklärtes Ziel ist es, das Angebot an Automatisierungslösungen auszuweiten und unseren Kunden Lösungen unterschiedlichster Komplexität anzubieten. Mit Balyo konnten wir den Technologieführer auf dem Gebiet robotergesteuerter Flurförderzeuge für eine exklusive Zusammenarbeit gewinnen und somit das Beste aus zwei Welten vereinen“, zeigt sich Christophe Lautray, Geschäftsführer Vertrieb von Linde-MH, vom Erfolg der künftigen Zusammenarbeit überzeugt. „Geplant ist, die innovative Technologie von Balyo Stück für Stück in einen Großteil unserer Produkte zu integrieren und gleichzeitig Synergien bei Fertigung und Vertrieb zu nutzen. Auf der Messe Logimat stellen wir erste gemeinsame Produktentwicklungen vor, weitere sollen in Kürze folgen.“

„Linde-MH ist europäischer Marktführer bei Flurförderzeugen und verfügt über ein großes Produktwissen sowie ein denkbar engmaschiges Beratungs- und Servicenetzwerk. Für uns ist es deshalb der ideale Partner bei der Entwicklung modernster Robotikgeräte, mit denen wir unsere Kunden bestmöglich bedienen wollen“, begründet Fabien Bardinet, Geschäftsführer von Balyo, die Entscheidung, eine gemeinsame Entwicklung mit dem Flurförderzeughersteller zu starten. „Bei Balyo fertigen wir ein einzigartiges Steuerungssystem für den Transport von Gütern. Zusammen mit Linde-MH bieten wir unseren Kunden bahnbrechende Lösungen an, mit deren Hilfe sie ihren innerbetrieblichen Materialfluss optimieren und deutliche Kostenvorteile erzielen können.“

Örtliche Gegebenheiten dienen zur Orientierung

Die auf Standardgeräten von Linde basierenden und mit Balyo-Technologie betriebenen autonom fahrenden Flurförderzeuge benötigen zur Navigation im Raum weder Laserreflektoren noch Schienen oder Magnete. Sie nutzen eine eingebaute autonome, lasergestützte Technologie, welche zur Orientierung örtliche Gegebenheiten wie Mauern, Regale oder Pfeiler verwendet. Zudem erlaubt die Technologie einen schnellen und einfachen Installationsprozess. Dabei wird das Lager zunächst kartografiert, dann werden die Daten in eine zweidimensionale Karte umgerechnet. Es folgen die Festlegung der Wege durch das Lager und die Definition der den Robotikgeräten zuzuordnenden Aufgaben. Ausgestattet mit Laser, Recheneinheit und digitalisierter Karte orientiert sich das Fahrzeug in Echtzeit. Änderungen im Lager, bei den Aufträgen oder Fahrtrouten lassen sich jederzeit anpassen, so Linde-MH.

Einbindung in LVS und WWS

Eine Software sorgt für die vollständige Einbindung der Fahrzeuge in das Lager, indem sie diese mit Lagerverwaltungssystem (LVS) und Warenwirtschaftssystem (WWS) verbindet und den Lagerverantwortlichen die Überwachung mithilfe der Benutzeroberfläche ermöglicht. Gleichzeitig sollen die nun an den Start gehenden Robotikgeräte über ein fortschrittliches Sicherheitssystem verfügen, das nicht nur für leichte Bedienbarkeit sorgt, sondern das Flurförderzeug automatisch wieder anfahren lässt, nachdem ein zuvor erkanntes Hindernis beseitigt wurde und die Fahrtroute wieder frei ist. Dabei analysieren die Roboter ihre Umgebung dreidimensional, bevor sie eigenständig starten.

(ID:43200329)