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„Mit dem Bau des neuen Logistikzentrums wollten wir auch die Gelegenheit nutzen, alle Prozesse neu zu gestalten. Unser Ziel war es, Materialflüsse schlank und effizient zu halten“, beschreibt Koch. Für die Planung wurde der Logistikplaner Dr. Thomas + Partner aus Karlsruhe ins Boot geholt, mit der Lieferung und Installation der Regaltechnik die Bito-Lagertechnik aus Meisenheim beauftragt. Um auf Veränderungen, insbesondere auf Wachstum, flexibel reagieren zu können, kommen überwiegend manuelle Lösungen zum Einsatz. Lediglich die Fördertechnik, die die Kommissionierwagen transportiert, ist automatisiert.
Liefern Lkw die Waren an, werden diese am Wareneingang zuerst geprüft. Die Rahmen unterziehen Mitarbeiter in hauseigenen Laboren statischen und dynamischen Prüfverfahren. Unter Beobachtung stehen Dauer- und Impulsbelastungen, Stoßfestigkeit und Verarbeitung, Maßhaltigkeit und Oberflächen. „In Stichproben prüfen wir auch sicherheitsrelevante Zukaufteile“, sagt Koch. Auf Doppelstockwagen werden die Pakete ins Lager transportiert. Dafür lieferte Bito Palettenregale. „Mit dieser Lagerlösung hat der Mitarbeiter direkten Zugriff auf alle Artikel. Außerdem kann der Anwender die Regalaufteilung verändern und bei Bedarf zum Beispiel Fachhöhen anpassen. Das ist für Canyon wegen des stetigen Wachstums ein ganz wichtiger Aspekt. Für die direkte Einlagerung der Kartons mit Rahmen oder fertigen Fahrräder sind die Regalebenen mit leichten Gitterböden ausgestattet. „Diese haben nicht nur den Vorteil, dass im Brandfall das Löschwasser schneller abfließt“, erläutert Koch. „Die Kartons gleiten darauf auch sehr leicht. Das erleichtert dem Kommissionierer die Arbeit erheblich.“
Ergonomische Fördergeräte
Bedient werden die Regale mit Hubkommissionierern. Um die Arbeit der Mitarbeiter weiter zu vereinfachen und Bewegungen wie Strecken oder Beugen beim Be- und Entladen der Regale zu vermeiden, ist die Form der Fördergeräte so modifiziert, dass Pakete ergonomisch und ohne viel Kraftaufwand einfach auf die Regalfächer geschoben oder von dort auf das Bedienfahrzeug gezogen werden können.
Klein- und Zubehörteile wie Bremsen, Schaltungen, Sättel für die Produktion sowie Handelswaren wie Trinkflaschen oder Fahrradkleidung werden in Fachbodenregalen gelagert, die auf einer eingeschossigen Bühnenanlage installiert sind. Von dort aus wird eine viergeschossige SDS-Durchlaufregalanlage bestückt, die zur Vorkommissionierung für die Fahrradmontage dient. Dorthin gelangen auch die größeren Teile aus dem Palettenregal. Über eine vertikale Fördertechnik gelangen die speziellen Handwagen zum Transport der Waren in die jeweilige Ebene. „Das ist eine enorme Arbeitserleichterung“, sagt Koch. Die Handwagen werden in den Förderaufzug geschoben und auf die entsprechende Ebene befördert. Mitarbeiter stellen nun das Material für die nächsten Montageaufträge zusammen. Die Kommissionierliste erhält er über ein Smartphone, das er an einer Armmanschette befestigt hat. Über diese sogenannte Smart-Mobile-Logistics hat er beide Hände frei zum Arbeiten. Ist der Auftrag fertig kommissioniert, schiebt der Mitarbeiter den Wagen zurück in die Fördertechnik. Auf der Bodenebene kann er dann für die Montage abgeholt werden.
Die Fahrräder werden über ein an der Decke hängendes Trägersystem montiert. In gleichmäßigen Taktzahlen kommen die erforderlichen Komponenten zu dem jeweiligen Mitarbeiter, der diese auf den Rahmen platziert. Das Verlegen der jeweiligen Leitungen und Züge für die Bremsen und Schaltungen erfolgt bereits im Vorfeld. „Wir montieren die Räder komplett“, beschreibt Koch. „Das unterscheidet uns auch von den meisten Herstellern, bei denen diese Aufgaben der Händler übernimmt.“ Nach der Montage fährt der Mitarbeiter das Rad zur Probe. Ist es verpackt, geht es direkt in den Versand oder ins Lager.
Service macht den Unterschied
Die meisten Kunden schätzen den Vertriebsweg über das Internet. Auch Canyon sieht die Vorteile. „Wir sind ständig in direktem Kontakt mit den Anwendern. Wir bekommen Feedback und können auf ihre Belange jederzeit reagieren“, betont Koch. Über die Homepage lassen sich alle Informationen, die der Biker benötigt, zusammenstellen. Der Kunde kann über ein spezielles Tool, das Canyon Perfect Position System, sogar seine Körperdaten eingeben und das Rad optimal auf seine Maße zuschneiden. „Will er es vor dem Kauf trotzdem testen, kann er zu uns nach Koblenz kommen“, sagt Andre Koch. Treten Fragen auf, zum Beispiel in Bezug auf die passenden Einstellungen, bietet Canyon ein Callcenter an. Speziell ausgebildete Mitarbeiter beantworten alle Fragen umfassend. Firmengründer und Geschäftsführer Roman Arnold ist sich sicher, wie sich die Fahrradwelt in Zukunft verändern wird. „Der Verkauf wandert immer weiter ins Internet. Wir müssen deshalb stark auf das Thema Service setzen. Denn nur wer einen guten Service bietet, wird auch in Zukunft Geld verdienen können.“
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