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Transport Logistik unter Tage – Schweizer bohren Tunnel

| Redakteur: Robert Weber

Güterverkehr und damit Logistik unter der Erde? Die Idee gab es schon einmal. Im Ruhrgebiet hieß das Projekt „Cargocap“. In der Schweiz setzten die Verantwortlichen auf den Namen „Cargo sous terrain“ und sind optimistisch.

(Bild: Cargotube)

In einem Auswertungsbericht heißt es, „dass die technischen, ökologischen, geologischen und ökonomischen Voraussetzungen gegeben sind, um das Projekt zum Erfolg zu führen“. Die Idee der Schweizer: eine unterirdische Ost-West-Achse, welche die wichtigsten Logistikzentren der Eidgenossen verbindet. In einem ersten Schritt, schreibt die „NZZ“, wollen die Initiatoren 2016 einen Tunnel von Härkingen über Buchs bis nach Zürich gebuddelt haben. Kostenpunkt: 1,4 bis 2 Mrd. CHF. Die Zeitung berichtet, dass die Initiatoren damit rechnen, dass der Tunnel 70 % des Schwerverkehrs auf der Verbindung von Zürich nach Bern absorbieren könnte.

Elektromagnetische Induktion soll als Antrieb dienen

Zur Technik: Die Planer wollen Fahrzeuge unter der Erde losschicken, die Paletten oder Gitterboxen transportieren. Der Antrieb: elektromagnetische Induktion, schreibt das Blatt. Darüber hinaus überlegen die Schweizer, ob die Möglichkeit besteht, die Fahrzeuge auch straßengängig zu machen.

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Aus Stabilitätsgründen sind die Lastenesel auf drei Paletten ausgelegt, dies auch deshalb, weil viele Hubsysteme aufgrund der Lkw-Breite bereits auf drei parallele Palettenstränge ausgelegt sind. Die Geschwindigkeit soll 30 km/h betragen.

Bedürfnisse der Logistikwirtschaft berücksichtigen

Partner und Förderer des Projekts sind: Coop, Manor und Valora, der Logistikdienstleister Panalpina, der KEP-Dienst DPD, Swisscom und der Intralogistiklieferant Swisslog. Dazu kommt: Auch das Bundesamt für Verkehr ist im Lenkungsausschuss des Projekts vertreten, schreibt die Zeitung. Einen Betrag von 100.000 CHF machen die Politiker locker.

Bis Ende des Jahres soll eine detaillierte Machbarkeitsstudie vorliegen, heißt es in dem Bericht. Ein Sprecher der Initiative erklärte gegenüber MM Logistik: „Wir wollen die Bedürfnisse der Logistikwirtschaft berücksichtigen.“

Mehr zu dem Projekt lesen Sie in der MM Logistik 3/2013.

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