Hinterlandverkehre

Metrans eröffnet Hub-Terminal für Container in Tschechien

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Klaus-Dieter Peters, Vorstandsvorsitzender der HHLA, und Metrans-Geschäftsfuehrer Jiri Samek bei der Eröffnung des neuen Metrans-Hub-Terminals in Ceska Trebova, Tschechien.
Klaus-Dieter Peters, Vorstandsvorsitzender der HHLA, und Metrans-Geschäftsfuehrer Jiri Samek bei der Eröffnung des neuen Metrans-Hub-Terminals in Ceska Trebova, Tschechien. (Bild: HHLA)

Die Metrans, ein Unternehmen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), erweitert ihr Transportnetzwerk in Mittel- und Osteuropa und eröffnet ihren modernsten Hub-Terminal für Container in Tschechien.

Mit dieser zweiten Containerdrehscheibe in Ceska Trebova, 180 km östlich von Prag, treiben die Bahngesellschaft Metrans und die HHLA den Ausbau ihres Hinterlandverkehrs weiter voran. Der Terminal in Ceska Trebova ist Teil der Intermodal-Strategie der HHLA, mit der der Konzern die Grundlagen für ein deutliches Mengenwachstum in Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa schafft. Ceska Trebova liegt verkehrsgünstig zentral im paneuropäischen Verkehrskorridor IV und auf der Route 22 der transeuropäischen Netze (TEN) mit dem Streckenverlauf Nürnberg/Dresden-Prag-Wien-Budapest-Sofia.

Terminal erschließt Südosten Tschechiens, Slowakei, Ungarn und Österreich

Von hier aus erschließt Metrans den gesamten Südosten Tschechiens, die Slowakei, Ungarn und Österreich für die deutschen Seehäfen. Nachdem der Terminal in Ceska Trebova seit Jahresbeginn langsam hochgefahren wurde, werden dort seit Anfang Mai bereits über 100 Züge in der Woche abgefertigt. In den Bau der Anlage investierte Metrans 16,5 Mio. Euro.

„Der neue Terminal in Ceska Trebova ist ein zentraler Baustein unserer Intermodal-Strategie. Wir werden unsere Containertransporte auf der Schiene im Hinterland der deutschen Seehäfen deutlich ausweiten. Nach unserer führenden Position in den Verkehren mit Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Polen wollen wir unseren Marktanteil nun auch in Deutschland und Österreich Zug um Zug steigern. Mit den integrierten Elementen unseres Intermodal-Angebots bieten wir zwischen Seehafenterminal und Destination im europäischern Hinterland eine Logistikkette von höchster Qualität und Zuverlässigkeit. Dieses Angebot ist nicht nur betriebswirtschaftlich sehr attraktiv, es stärkt auch die ökologisch besonders sinnvolle Transportkette Bahn/Schiff. Innerhalb des Modal-Split im Landtransport gehört der Schiene die Zukunft“, erläuterte Klaus-Dieter Peters, Vorstandsvorsitzender der HHLA.

Zu den zentralen Bausteinen der Intermodal-Strategie der HHLA zählen:

- Direkt- und Shuttlezüge, die die Zuverlässigkeit der Bahntransporte erheblich erhöhen

- eigene, verkehrsgeografisch ideal gelegene Hub-Terminals als Drehscheiben für ein Netzwerk von Zielbahnhöfen

- eigene Tragwagen und Lokomotiven, die die Planbarkeit erhöhen und Kosten senken

- eine durchgängige Prozesskette mit eigenen Fahrzeugen und Anlagen, mit denen hohe Qualität in der gesamten Transportkette gewährleistet wird.

Hub-Terminal spart im Transitverkehr mehrere Stunden ein

Jiri Samek, Geschäftsführer von Metrans, erklärte anlässlich der Eröffnung: „Wir sind stolz, mit der Anlage in Ceska Trebova einen der modernsten und effizientesten Hub-Terminals errichtet zu haben. Für unsere Kunden ist es ein besonderer Vorteil, dass wir auf diesem Hub-Terminal Shuttlezüge abfertigen können. Mit diesem Terminal sparen wir im Transitverkehr mehrere Stunden ein. Damit können wir den Containertransport von und zu den Seehäfen noch einmal steigern und unsere Marktanteile ausbauen.“

In der ersten Baustufe hat Metrans in Ceska Trebova einen Terminal mit einer Abfertigungskapazität von etwa 150 Zügen pro Woche und einer Lagerkapazität von zunächst 4500 Standardcontainern (TEU) errichtet – der Terminal kann in den nächsten Jahren erweitert werden. Besonders attraktiv für die Kunden ist, dass der Hub-Terminal Shuttlezüge abfertigen kann. Die Züge müssen nicht mehr im Seehafen nach den Zielbahnhöfen vorsortiert werden, sondern sie können in einer hohen Abfahrtstaktung „bunt“ beladen, also mit Containern für verschiedene Ziele, zum Hub-Terminal starten. Dort werden die Container auf die Züge in die jeweiligen Enddestinationen verladen.

EU fördert den strategisch wichtigen Hub-Terminal mit 2,7 Mio. Euro

Die Anlage verfügt über drei 90 m breite Portalkräne und sechs Gleise mit einer Länge von jeweils 630 m. So können in Ceska Trebova Ganzzüge abgefertigt werden, womit aufwendiges und kostenintensives Rangieren von Zugteilen entfällt. Der Hub-Terminal zeichnet sich dadurch aus, dass Containerzüge direkt mit E-Lokomotiven in den Terminal hineinfahren und ihn nach der Abfertigung ohne Rangieren wieder verlassen können. Aufgrund der strategischen Bedeutung einer solchen Drehscheibe für Gütertransporte und der Anbindung Tschechiens an die Seehäfen über die Schiene fördert die Europäische Union das Bauprojekt mit rund 2,7 Mio. Euro.

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