Verteidigungsrelevante Logistikimmobilien Benelux und deutscher Nordwesten profitieren vom Militärlogistik-Boom

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 2 min Lesedauer

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Ein aktuelles Whitepaper von Garbe Industrial, einer der führenden Plattformen für Logistik-, Industrie- und Gewerbeimmobilien in Deutschland und Europa, nennt Rotterdam, Antwerpen und Amsterdam führend im Standort-Ranking von Militärlogistik.

Karlsruhe/Mannheim, Duisburg und Hamburg zählen zu den deutschen Standorten mit besonders hoher Eignung für die militärische Mobilität.(Bild:  Garbe Research)
Karlsruhe/Mannheim, Duisburg und Hamburg zählen zu den deutschen Standorten mit besonders hoher Eignung für die militärische Mobilität.
(Bild: Garbe Research)

Zu den deutschen Standorten „mit besonderer Eignung für die militärische Mobilität“ zählen nach Angaben von Garbe Industrial die Region Karlsruhe/Mannheim sowie Duisburg und Hamburg. Untersucht wurde, welche europäischen Regionen besonders vom steigenden Bedarf an Militärlogistik profitieren können. Städte in Belgien und den Niederlanden gehörten demnach zu den größten Profiteuren des Militärlogistik-Booms, hierzulande böten vor allem Teile Nordwestdeutschlands überdurchschnittlich gute Voraussetzungen für verteidigungsrelevante Logistikunternehmen. Laut Garbe-Industrial-Mann Tobias Kassner lasse sich die Immobiliennachfrage im Verteidigungsbereich grundsätzlich in zwei Cluster unterteilen: den mobilitätsgetriebenen Bedarf der Militärlogistik und den fertigungsbedingten Bedarf – beide folgten unterschiedlichen räumlichen Mustern.

Unser jetzt vorliegendes Whitepaper untersucht die militärische Mobilität und zeigt, welche Standorte hiervon besonders an Bedeutung gewinnen könnten.

Tobias Kassner, Head of Research bei Garbe Industrial

Obwohl es gewisse Schnittmengen mit dem Industrie- und Logistiksektor im Allgemeinen gebe, lägen die Schwerpunkte im Verteidigungsbereich doch vor allem auf den Themen Sicherheit, Nähe, Anbindung, Flexibilität, Widerstandsfähigkeit und leistungsfähige Infrastrukturnetze. Zusätzliche Bedarfe dürften sich deshalb insbesondere auf Standorte konzentrieren, die im Umfeld wichtiger europäischer Importpunkte und Infrastrukturkorridore mit leistungsfähiger multimodaler Anbindung liegen.

Fünf Kenngrößen bestimmen Standortattraktivität

Zur Ermittlung der für Industrie- und Logistikimmobilien relevantesten strategischen Militärkorridore hat das Research-Team von Garbe Industrial fünf gewichtete Kenngrößen herangezogen: die Nähe zum transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V), die multimodale Verkehrsanbindung, die Autobahnanbindung, die Geländeeignung sowie die Effizienz grenzüberschreitender Zollprozesse. Aus diesen fünf Kenngrößen wurde der von Garbe Industrial entwickelte Defence Logistics Affinity Score (Defence LOFIN) berechnet, der die Attraktivität von Logistikstandorten auf Gemeindeebene (Local Administrative Units, LAU) für militärlogistische Nutzungen bewertet.

Nur sechs Prozent der gesamten Landmasse in den 25 untersuchten europäischen Ländern erreichen einen LOFIN-Wert von mehr als fünf Punkten (Maximalwert: sieben). Die Niederlande und Belgien weisen mit rund zwei Dritteln ihrer Landmasse über diesem Wert die höchsten Anteile auf. Deutschland erreicht 22 Prozent und Italien elf Prozent. Damit sind sie die einzigen der fünf größten europäischen Logistikmärkte mit zweistelligem Anteil.

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