Werkzeugmaschinentransporte

Mit der Werkzeugmaschine sicher auf Reisen

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Bei Hermle kalkulieren die Verantwortlichen rund vier Wochen für die Planungen und die Genehmigungsverfahren für eine Verschickung einer C50 oder C60 ein. „Oftmals sind schon die Genehmigungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich“, wundert sich Schulz. Sein Arbeitgeber hat darauf schnell reagiert. Der Dienstleister erhält nach der Auftragsbestätigung sofort die Informationen über den anstehenden Auftrag. Die Planungen starten.

Güter werden immer größer und schwerer

Über weniger Aufträge kann sich Holger Dechant nicht beschweren. „Wir sind immer abhängig von der Weltkonjunktur. Allerdings werden die Transportgüter immer größer und schwerer. Ein natürliches Wachstum ist deshalb immer gegeben“, freut sich der Ostwestfale, der täglich Straßenbahnen und Windräder durch das Land chauffiert. In diesen Fällen war die Verladung des Transportguts wohl um ein Vielfaches schwieriger als bei einer Werkzeugmaschine, denn das reine Verladen auf den Lkw, bestätigt Schulz, ist nicht das große Problem. „Wir setzen Spezialstapler ein, die wenig Mühe haben, die Maschine auf den Auflieger zu hieven“, erklärt Schulz.

Bildergalerie

Zeitraubend sei das Ausrichten, das Verzurren und die Ladungssicherung, heißt es bei Hermle. Drei bis vier Mitarbeiter sind damit rund fünf Stunden beschäftigt, hat der Chef nachgerechnet. „Wichtig ist, dass die Folie um die Maschine nicht zerstört wird“, weist Schulz seine Mitarbeiter an.

Der Kunde erwartet höchste Qualität von Hermle und das erwarten die Süddeutschen auch von ihren Logistikdienstleistern und deren Prozessen. Deshalb ist ein Schwerlasttransport auch nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. „Die Kosten für eine Fahrt nach Hamburg können schnell im fünfstelligen Bereich liegen“, sagt Schulz. Man transportiere ja keine Nähmaschinen.

Die Transportpreise sind in den letzten Jahren gesunken

Beim Preis kann auch Dechant keine genauen Zahlen nennen. Der Grund: „Der Preis ist abhängig von der Größe und dem Gewicht des Gutes. Oft ist es aber beispielsweise nicht möglich, den direkten Weg nach Hamburg zu nehmen, sondern wir müssen einen großen Umweg fahren. Das verteuert den Auftrag“, erklärt der Geschäftsmann. Trotzdem sind die Preise in den letzten Jahren gesunken. „Das ist nun einmal so. Wir müssen Alternativen suchen und Win-win-Situationen für den Kunden und den Spediteur finden. Deshalb sollten beide Partner miteinander reden“, fordert Dechant.

Der osteuropäischen Konkurrenz gibt er nicht die Schuld daran. „Wir haben selber Niederlassungen in Polen, Tschechien und Rumänien. Die Qualität steigt täglich. Wir leben in einem vereinten Europa, da könnte man auch über die Wettbewerber aus Westeuropa sprechen“, stellt Dechant klar. Trotzdem, zahlreiche Dienstleister suchen neue Umsatzquellen.

Hermle will vom Logistiker keinen zusätzlichen Service

Ein Added-Service wäre da für einige Logistikdienstleister sicherlich ein lohnenswertes Zusatzgeschäft, über das man reden könnte. Dem erteilt Schulz von Hermle eine klare Absage. „Ein Added-Service vom Spediteur kommt für uns nicht in Frage.“

Den Aufbau der angelieferten Maschine übernimmt der Hermle-Kundendienst. „Wir liefern unsere Produkte nicht demontiert. Der Service hilft dem Kunden beim Ausrichten und ergänzt die Maschine um Automatisierungsbestandteile“, erklärt Schulz.

Mehr zur Messe EMO Hannover 2011

(ID:27725090)