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Handelslogistik Nikes Logistik für China

| Redakteur: Robert Weber

Das Nike China Logistics Center (CLC) in Taicang, Jiangsu, ist das grösste Distributionszentrum des Sportartikelherstellers in Asien. Alle Lieferungen von Kleidung und Schuhen für das chinesische Festland werden über diese 200.000 m² große Anlage abgewickelt.

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Die Endsortierung: Über Rutschen werden die Kartons dem Crisplant LS-4000CB Cross-Belt-Sorter zugeführt.
Die Endsortierung: Über Rutschen werden die Kartons dem Crisplant LS-4000CB Cross-Belt-Sorter zugeführt.
(Bild: Beumer)

Nike war es dabei wichtig, dass das Logistikzentrum seinem globalen Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltschutz entspricht, und hat unter anderem auch deshalb auf Hochleistungssortieranlagen von Crisplant gesetzt.

sbo. Ein Grossteil der in einem Distributionszentrum verbrauchten Energie wird für den Betrieb der Sortieranlagen und Förderbänder aufgewendet. Daher entschied sich Nike für die Crisplant LS-4000-Cross-Belt- und Tilt-Tray-Sorter. Diese gehören laut Herstellerangaben zu den energiesparendsten Anlagen, die derzeit am Markt verfügbar sind. Sie arbeiten mit der Linearsynchron-Antriebstechnologie. Dadurch liegt der Energieverbrauch um 75 Prozent unter dem von Sortierern mit herkömmlicher Technik. Zum Einsatz kommt zudem ein ausgedehntes Fördertechniknetzwerk.

Geregelter Ablauf

Die Prozesse im CLC sind höchst effizient: LKWs liefern die Kartons mit den Produkten an den Wareneingang. Dort werden sie abgeladen und auf Paletten gestapelt. Diese kommen anschliessend in ein Schmalganglager. Aus diesem werden die Kartons je nach Auftrag ausgewählt und auf ein Förderband gelegt, das die Kartons einem Liniensorter zuführt, der sie an eine von drei möglichen Stellen bringt. An welche Stelle sie kommen, hängt jeweils davon ab, ob die Waren chargenweise oder in neu zusammengestellten Kartons gemischt ausgeliefert werden sollen. An einer Station werden Kartons, wie sie vom Wareneingang kommen, direkt zum Versand-Sorter geleitet, an eine andere Station werden Kartons geliefert, die Artikel in bestimmten Chargen enthalten. Diese gehen zur Einschleusung des Vorsortierers. Die letzte Station ist für Kartons vorgesehen, welche Artikel enthalten, die für Mischlieferungen zusammengestellt werden. Diese Kartons kommen direkt ins Lager. Dort entnehmen Mitarbeiter die Artikel aus den Kartons und legen sie in den Regalen ab, um sie bei Bedarf zu entnehmen und in die Kunststoffschalen der Förderanlage zu legen. Der Förderer transportiert diese Schalen dann zu einem weiteren Förderer auf Ebene zwei des Gebäudes. Die Schalen sowie die Kartons mit den Chargen werden nun zusammengeführt und geleert. Die Mitarbeiter legen die Artikel auf den LS-4000CB-Cross-Belt-Sorter. Dieser sortiert die Waren in den Kunststoffschalen automatisch in festgelegte Behälter, die im Kippbereich ausgeschüttet werden. Von dort aus werden sie über ein System von Förderbändern zu den Mitarbeitern transportiert, welche die Artikel manuell auf den Endsortierer legen. Kommissioniert wird mit Pick-by-Voice.

Beim Endsortierer handelt es sich ebenfalls um einen Crisplant LS-4000CB Cross-Belt-Sorter. Dieser ist mit speziell für das Nike CLC entwickelte Rutschen ausgestattet. Über diese werden die Artikel dem Sorter zugeführt. Die Rutschen sorgen dafür, dass der Sorter weniger Platz einnimmt. Sie sind mit Trennelementen versehen, die hochfahren, wenn eine komplette Charge geliefert wurde. Dadurch wird die Charge isoliert und kann nachfolgend vom Bediener in einen Karton verpackt werden. Dieser wird anschliessend auf einen Rollenförderer geschoben, der ihn zum Crisplant LS-4000E-Tilt-Tray-Versand-Sorter transportiert.

Präzise gesteuert

Alle drei Crisplant-Sorter, die bei Nike im CLC im Einsatz sind, gehören zur LS-4000-Familie. Diese Produktreihe entwickelt Crisplant stetig weiter. Die eingeführten Verbesserungen fliessen auch in die Cross-Belt- und Tilt-Tray-Versionen ein. Die System- und Gerätesteuerungen des LS-4000 sind nahtlos in das Lagermanagementsystem von Nike integriert. Die hochgenaue Steuerung der einzelnen Maschinen ist mit einer systemweiten Transparenz des Workflows verbunden. Damit ist eine kontinuierliche Optimierung des Systems gegeben und Engpässe werden verhindert. Das sorgt für einen schnelleren Durchsatz und höhere Produktivität.

Maximale Betriebssicherheit

Um maximale Betriebssicherheit zu erhalten, hat Nike mit Crisplant einen Servicevertrag für drei Jahre abgeschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung sind Servicetechniker vor Ort stationiert, die für den Support und die vorbeugende Wartung aller Materialflusseinrichtungen sowie für das Management des lokalen Ersatzteilbestands zuständig sind. In dieser Vereinbarung ist auch enthalten, dass Crisplant die Systeme aufrüstet, sobald neue Sorter-Technologien und Softwaresteuerungen eingeführt sind.

Mit den eingesetzten Sortieranlagen und den Softwaresteuerungen arbeitet dieses Verteilzentrum effizienter als herkömmliche Einrichtungen, und Nike verschafft sich in China zudem einen grossen Vorteil im Produkt-Handling. Ausserdem konnte der Sportartikelhersteller eine Reihe zentraler Unternehmensziele erreichen. Dazu zählen höhere betriebliche Effizienz, Flexibilität und Fehlerfreiheit bei der Auslieferung. Die Kosten für die Abwicklung sowie der Energieverbrauch konnten zudem gesenkt werden. Ausserdem liessen sich die ökologischen Auswirkungen des Geschäftsbetriebs verringern

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