Lagertechnik

Per Vorverpackung Lagerprozesse harmonisieren

| Autor / Redakteur: Uwe Michaelsen und Sven Winkelhaus / Bernd Maienschein

Der zeitkritische Porzessabschnitt im Herzlaker Ersatzteilzentrum von Krone war der Warenausgang.
Der zeitkritische Porzessabschnitt im Herzlaker Ersatzteilzentrum von Krone war der Warenausgang. (Bild: Schöning Fotodesign)

Eine Möglichkeit, Prozesse im Warenausgang von Ersatzteillagern zu verschlanken, besteht in der teilweisen Vorverpackung. Die Auswahl geeigneter Güter ist für die kostenoptimale Organisation des Prozesses maßgeblich, aber langwierig. Mithilfe heuristischer Methoden werden die Entscheidungen jedoch innerhalb von Minuten priorisiert.

Eine effiziente Ersatzteilversorgung von Kunden ist für viele Unternehmen gleichermaßen Herausforderung wie auch Wettbewerbsvorteil. Grund sind individualisierte Produkte sowie die Erwartung der Kunden an eine schnelle Lieferung. Dies stellt hohe Ansprüche an die Organisation der Prozesse in einem Ersatzteillager, so auch bei der Firma Krone, einem führenden Hersteller von Lkw-Trailern. Dem Thema Ersatzteilversorgung wurde daher ein umfangreiches Projekt gewidmet, das die effiziente Abwicklung innerhalb eines Neubaus fokussierte.

Prozesse auf dem Prüfstand

Im Rahmen des Projektes stellte die Krone-Gruppe mithilfe der CiC GmbH aus Darmstadt auch die Prozesse auf den Prüfstand. Im Rahmen einer umfangreichen Analyse zu den Möglichkeiten der effizienten Abwicklung der Warenein- und -ausgangsprozesse wurde die Prozessabfolge ebenso hinterfragt wie die Effizienz der einzelnen Prozessschritte.

Der zeitkritische Prozessabschnitt ist in der Regel weniger der Wareneingangsprozess als der des Warenausgangs, denn meist gehen Ersatzteilaufträge erst kurz vor der Annahmeschlusszeit für Bestellungen ein. Zu diesem Zeitpunkt existiert nur noch ein kurzes Zeitfenster bis zum tatsächlichen Versand. Innerhalb dieser Zeit müssen die gelagerten Güter also kommissioniert, verpackt, gesammelt und bereitgestellt werden. Neben dem Kommissionierprozess stellt der Verpackungsprozess einen Flaschenhals dar und ist in vielen Unternehmen defizitär.

Schnell wurde deutlich, dass organisatorische Lösungen vorzuziehen sind und den wachsenden Herausforderungen nicht durch mehr Automatisierung oder mit mehr Mitarbeitern zu begegnen ist. Daher analysierte CiC zusammen mit Krone die Möglichkeit einer Vorverpackung – also einer Verpackung vor dem Einlagern – für einen Teil des Sortiments, um die Auftragsabwicklung zu beschleunigen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Auftragsspitzen im Warenausgangsprozess durch die schnelle Abwicklung vorverpackter Teile zu glätten.

Organisatorischer Vorteil notwendig

Da die Vorverpackung zunächst den Lagerbestandswert erhöht und das Zusammenfassen von Artikeln in einem Versandstück verhindert, muss ein organisatorischer Vorteil entstehen, welcher die anfallenden Kosten zumindest aufwiegt. Als wesentlich stellt sich hier die Auswahl der Teile dar, welche einem Vorverpackungsprozess zugeordnet werden, um eine kostenoptimale Lösung für das Unternehmen zu generieren.

Die Auswahl der Artikel manuell zu gestalten, ist für die Unternehmen jedoch kaum möglich. Ein Entscheider müsste jeden Artikel einzeln begutachten und individuell alle Einflussfaktoren abwägen. Dieser Herausforderung begegnend, hat CiC eine softwaregestützte, heuristische Klassifizierung der Güter anhand der Artikeleigenschaften entwickelt. Die Funktionen von Verpackungen – insbesondere die Handhabungs-, die Schutz- und die Informationsfunktion – und die Artikel- und Auftragseigenschaften, welche aus den ERP- und LVS-Systemen gewonnen werden konnten, dienten als Informationsquellen und sind die Grundlage der Bewertung.

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