Ersatzteillogistik

Plastik statt Pakete? UPS wird zum Logistiker für 3D-Druck

| Redakteur: Robert Weber

(Bild: UPS Youtube-Video)

Der amerikanische KEP-Dienst steigt in den USA in den 3D-Druck-Markt ein. Das Unternehmen stattet mehrere Filialen mit Druckersystemen aus. Revolutioniert der 3D-Druck das Ersatzteilgeschäft und damit die Logistik? MM Logistik liefert Antworten.

In 60 Filialen testet UPS sein 3D-Printing Angebot. Es richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen, die sich Prototypen oder Entwürfe ausdrucken lassen wollen. Falls sich das Konzept des Logistikdienstleister bewährt, soll die Idee auf das ganze Land ausgerollt werden. UPS vertraut bei den Druckern auf Stratasys uPrint SE Plus. Diese Systeme nutzen Kunststoff für die Fertigung der Modelle. Das Interesse von UPS am 3D-Druck verdeutlicht, dass dieses Verfahren durchaus die Rolle des Logistikers verändern könnte, so Experten. Hintergrund: Die Industrie entdeckt das Verfahren für sich. Mittlerweile träumen Maschinenbauer von neuen Produktionsverfahren, denn auch die Materialvielfalt hat mit Edelmetallen, Keramik und Kunststoffen zugenommen. Der Traum eines jeden Produktionsleiters: Er druckt sich sein Ersatzteil selber aus. Keine Order, kein langes Warten, keine Zustellkosten, keine Logistikkosten und kein Stillstand.

Logistikkennzahlen mit dem Drucker verbessern

Doch: Ersatzteillogistik wird weiterhin ein fester Bestandteil der Logistikdienstleister sein. Die Unternehmen werden immer Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Fertig- und Halbfertigprodukte transportieren, auch wenn vielleicht einige Teile das Regal im Logistikzentrum nie erblicken werden, weil sie gedruckt wurden.

Aber die Entwicklung ist aus logistischer Perspektive auch gar nicht schlecht, denn die Lagerbestände im deutschen Maschinenbau sind zu hoch. Der Materiallagerbestand ist, bezogen auf den Materialeinsatz, über die letzten sieben Jahre gestiegen: bei den mittleren Firmen um ein Viertel auf über 50 Tage. Bei den besten Unternehmen ist der Materialbestand um 40 % auf fast 25 Tage gestiegen.

Einblicke in die 3D-Druck-Welt

Auch bei der Umlaufbestandsreichweite sieht es nicht besser aus. Die Komponentenhersteller haben im Vergleich zu den Automobilzulieferern eine um 40 % längere Reichweite. Im Segment Investitionsgüter müssen die mittleren Unternehmen ihre Bestände um 90 % senken, um die Bestleistungen zu erreichen.

Wenn in diesem Bereich durch den 3D-Druck dem Lagerist Entlastung verschafft wird, dann dürfen sich Produktionsleiter, Dienstleister und Finanzchef freuen.

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