Fahrzeugreinigung

Reinigungsaufgaben in der Logistik

| Autor / Redakteur: Gerd Heidrich / Bernd Maienschein

(Bild: Kärcher)

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Saubere Nutzfahrzeuge tragen maßgeblich zum positiven Erscheinungsbild eines Fuhrparks bei. Größe und Beschaffenheit der Fahrzeuge erfordern nicht nur eine besondere Technik, auch die Waschchemie muss stimmen, um Nutzfahrzeuge wirtschaftlich sauber zu bekommen.

Die Verschmutzungen von Nutzfahrzeugen sind je nach Einsatzzweck und Fahrzeugtyp sehr unterschiedlich. Die Waschtechnik muss daher in der Lage sein, Schmutz wie Teerflecken, Öle und Schlammspritzer, aber auch saisonale Ablagerungen (zum Beispiel Streusalz, Blütenpollen, Insekten- und Laubreste) zuverlässig und schnell zu entfernen.

Keine leichte Aufgabe, denn moderne Lkw sind heute aus Kosten-, Gewichts- und Umweltgründen mit sogenannten Wasserlacken überzogen, die sehr dünn aufgetragen werden. Daher muss die Fahrzeugoberfläche schonend behandelt werden, was neben der Mechanik hohe Anforderungen an die Reinigungs- und Pflegeprodukte stellt. Eine weitere Herausforderung sind die unterschiedlichen Materialien, aus denen Lkw gefertigt werden. Sie reichen von Aluminium, Kohlefaser und Stahl bis hin zu Gummi und verschiedenen Kunststoffen. Sie alle gilt es zuverlässig und schonend in einem Waschvorgang zu reinigen.

Moderne Lkw-Portalwaschanlagen

Ohne entsprechend formulierte chemische Reiniger wären diese Aufgaben gar nicht oder nur mit hohem Zeitaufwand zu bewältigen. Für moderne Lkw-Portalwaschanlagen und Hochdruckreiniger-Waschplätze gibt es daher eine Vielzahl an Produkten, um die Fahrzeugwäsche den wechselnden Herausforderungen anpassen zu können. Ihr Einsatzspektrum reicht von der manuellen oder maschinellen Vorwäsche über die Felgenreinigung und Hauptwäsche bis hin zur Trocknung und Konservierung.

Zur Vorwäsche ist bei Nutzfahrzeugen ein Hochdruckreiniger unerlässlich.
Zur Vorwäsche ist bei Nutzfahrzeugen ein Hochdruckreiniger unerlässlich. (Bild: Kärcher)

Zur Vorwäsche ist bei Nutzfahrzeugen ein Hochdruckreiniger unerlässlich. Vor dem Kauf muss geklärt werden, ob ein Kalt- oder Heißwassergerät benötigt wird. Mobile Geräte sind preisgünstiger und aufgrund ihrer Beweglichkeit auch für viele (Sonder-)Aufgaben wie zur Werkstattreinigung einsetzbar. Zu beachten sind jedoch längere Rüstzeiten. Auch die Betriebsmittelkapazität von Brennstoff oder Reinigungsmittel, circa 10 bis 20 l, sind systembedingt begrenzt.

Stationäre Hochdruckreiniger bieten unter anderem den Vorteil, dass zum Heizen des Wassers unbegrenzt auf die Energieversorgung (Strom/Gas/Heizöl) zurückgegriffen werden kann, Kabel und Zuleitungen aufgeräumt sind und die Tanks für die Waschchemie größer dimensioniert sind. Häufiges Nachfüllen entfällt daher. Darüber hinaus bieten die Hersteller zahlreiches Zubehör an, etwa Waschbürsten oder lange Hochdrucklanzen.

Waschintensiv und umweltschonend

Bei der Vorwäsche kommt ein alkalischer Lkw- und Planenreiniger zum Einsatz. Das Vorsprühmittel für Bürsten- und Hochdruck-Waschanlagen unterstützt das Anweichen und Entfernen von hartnäckigen Verschmutzungen wie Schmierfett, Ruß, Öl, Teer, Insektenresten und Grauschleier. Der Schmutzlöser wird entweder mit Hochdruck-Reinigungsgeräten in entsprechender Dosierung oder über das Dosiersystem der Portalwaschanlage verdünnt aufgesprüht. Aufgrund der für Lkw und Busse entwickelten Formulierung ist dieser Reiniger trotz seiner milden Detergenzien sehr waschintensiv und zugleich umweltschonend. Bei den Rädern wird bei Bedarf ein alkalisches Felgenreinigerkonzentrat manuell aufgebracht. Es ist für alle beschichteten Leichtmetall- und Stahlfelgen (ausgenommen unlackierte, hochglanzpolierte Sonderfelgen) geeignet und entfernt intensiv und schonend Straßenstaub, Reifenabrieb, eingebrannten Bremsstaub, Wintersalzablagerungen und andere Verunreinigungen. Betonböden und Radmulden werden dank Korrosionsschutzformel nicht beschädigt.

Kommt in Speditionen eine Kehrmaschine für die Bodenreinigung zum Einsatz, bietet es sich an, dass die Maschine zwischendurch auch für das Auskehren von Laderäumen genutzt wird.
Kommt in Speditionen eine Kehrmaschine für die Bodenreinigung zum Einsatz, bietet es sich an, dass die Maschine zwischendurch auch für das Auskehren von Laderäumen genutzt wird. (Bild: www.maderfoto.de)

Während der anschließenden Hauptwäsche wird das Fahrzeug von drei rotierenden Bürsten unter Zugabe von Wasser und einem reinigungsaktiven Shampoo oder Schaum vom eingeweichten Schmutz befreit. Ihre Wirkstoffkombinationen unterstützen die Gleitfähigkeit der Bürsten und schonen damit die Fahrzeugoberfläche. Danach folgt die Spülung, bei der die letzten Schmutzreste und Waschmittelrückstände entfernt werden.

Zur Pflege des Lkw kann im Anschluss noch ein Zusatzprogramm gewählt werden, zum Beispiel ein Wachsauftrag. Er schützt den Lack vor schädlichen Umwelteinflüssen wie Staub, saurem Regen oder aggressivem Vogelkot. Darüber hinaus beugen Wachse Korrosion vor, da sie in Ritzen und Hohlräume fließen, dort Wasser verdrängen und beim Trocknen einen schützenden Film bilden. Weitere Vorteile sind, dass Schmutz am Lack weniger haftet, das Fahrzeug länger gepflegt aussieht und sich leichter reinigen lässt. Darüber hinaus hat sich flüssiges Sprühwachs zur Konservierung und Glanzpflege für das gesamte Fahrzeug bewährt. Da es unempfindlich gegenüber der Wasserqualität ist, zeigt es auch ohne Gebläsetrocknung ein fleckenloses Bild nach der Wäsche. Das sogenannte Flüssigleder ist für Waschanlagen ohne Gebläsetrocknung entwickelt worden. Das Produkt lässt das Waschwasser als dünnen Film fleckenfrei von der Fahrzeugoberfläche und den Scheiben ablaufen.

Die Polstersitze in Nutzfahrzeugen können mit Sprühextraktionsgeräten – auch Waschsauger genannt – professionell gereinigt werden.
Die Polstersitze in Nutzfahrzeugen können mit Sprühextraktionsgeräten – auch Waschsauger genannt – professionell gereinigt werden. (Bild: Kärcher)

Flecken gezielt entfernen

Auch die Innenreinigung der Fahrzeuge sollte nicht vernachlässigt werden. Eine saubere Kabine ist wichtig für den Fahrer, der seine Arbeitszeit in diesem Raum verbringt. Die Sitze etwa können mit Sprühextraktionsgeräten – auch Waschsauger genannt – professionell gereinigt werden. Auch eine gezielte Fleckenentfernung ist mit den Geräten möglich.

Vor dem Einsatz des Waschsaugers müssen die Polster zunächst gründlich abgesaugt werden. Mit dem Sprühextraktionsgerät wird über eine Sprühdüse Reinigungsflüssigkeit (Wasser und Reinigungsmittel) unter Druck auf das Polster gesprüht und in derselben Bewegung über eine Saugdüse wieder aufgenommen. Diese Behandlung löst den Schmutz und die Absaugung entfernt die Schmutzpartikel und die Nässe aus dem Polster. Die Reinigung erfolgt idealerweise in gleichmäßigen, sich leicht überlappenden Bahnen. Abschließend wird dieser Vorgang mit klarem Wasser wiederholt, um Reinigungsmittelreste aufzunehmen und die Wiederanschmutzung zu verringern. Die Handdüse muss immer ganz auf die Fläche gedrückt werden, damit das Vakuum bestehen bleibt und die Reinigung korrekt erfolgt.

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* Gerd Heidrich ist Schulungsreferent bei der Alfred Kärcher Vertriebs-GmbH in 71364 Winnenden, Tel. (0 71 95) 9 03-29 49, gerd.heidrich@vertrieb.kaercher.com

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