Digitale Kuppelei Signal für digitale Revolution im Güterverkehr steht auf Grün

Quelle: DB AG

Der Güterverkehr per Bahn erfindet sich neu! Denn ein Zug mit neuen digital-automatischen Kupplungen ist jetzt zu einem mehrmonatigen Praxistest gestartet, wie die Deutsche Bahn meldet.

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Ein digitaler Güterzug läutet die Zukunft des Güterverkehrs ein. Die Premiere begleiteten (v.l.): Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand für Güterverkehr, Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, und Dr. Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik.
Ein digitaler Güterzug läutet die Zukunft des Güterverkehrs ein. Die Premiere begleiteten (v.l.): Dr. Sigrid Nikutta, DB-Vorstand für Güterverkehr, Dr. Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, und Dr. Daniela Gerd tom Markotten, DB-Vorständin für Digitalisierung und Technik.
(Bild: DB / O. Lang)

Die digitale Schienengüterverkehr-Revolution rollt unaufhaltsam. Der Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, hat dem Zug gestern höchstpersönlich das symbolische Abfahrtssignal für seine zukunftsweisende Fahrt quer durch Deutschland und Europa erteilt.

Smart kuppelt sich die Bahn in die Zukunft ein

Die „Digitale Automatische Kupplung“ (DAK) gilt dabei als wesentlicher Enabler zur Digitalisierung von Güterzügen. Das System, heißt es weiter, dient dazu, den Güterverkehr auf der Schiene im Vergleich zur Straße wettbewerbsfähiger zu machen. Die DAK, erklären die Beteiligten, kann nämlich Güterwagen automatisch, das heißt ohne Handarbeit, kuppeln. Auch die Wagenverbindungen für die Bremsen werden dabei automatisch hergestellt. Erstmals, so wird betont, werden Güterwagen mit durchgehenden Strom- und Datenleitungen ausgerüstet sein.

Digitaler Kapazitätssteigerer hilft Klimaschutz

Mit der DAK werden außerdem automatisierte und damit schnellere Rangierabläufe möglich. Das steigert die Kapazität von Umschlagbahnhöfen deutlich. Güterzüge könnten mit der neuen Kupplungstechnik auch länger werden und damit mehr Last schleppen. Noch wichtiger ist für die Bahn aber, dass sie schneller unterwegs sind, was den Vorteil bringt, dass mit der DAK ausgerüstete Güterzüge dann reibungsloser im laufenden Schienenverkehr „mitschwimmen“ können. Das steigere die Kapazität des Schienennetzes. Folglich kann man die DAK auch als wichtiges Element bezeichnen, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen.

Andere Länder, andere Modalitäten der Schienenstrecke

Die Fahrt des „Güterzugs der Zukunft“ verläuft zunächst von Deutschland aus nach Österreich, anschließend rollt er in die Schweiz. Danach sollen weitere EU-Länder folgen, doch dazu äußerten sich die Beteiligten nicht näher. Bei der Fahrt durch andere Länder wird die DAK mit Blick auf die dort auftretenden Fahrsituationen erprobt, erklärt man. Dazu gehören stärkere Steigungen, engere Kurven oder andere klimatische Bedingungen, präzisiert die Bahn. Abgeschlossen sein soll der Praxistest Ende 2022. In den vergangenen Monaten fanden bereits Streckenfahrten in Deutschland und Kuppelversuche auf Rangierbahnhöfen statt. Die aktuelle Testfahrt soll die DAK nun zur Serienreife führen.

Die digitale Kupplung soll ganz Europa dienen

Wie man weiter erfährt, ist der Testzug außerdem ein Teil eines Forschungsprojekts, das vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit 13 Millionen Euro finanziert wird. Daran beteiligt ist ein Konsortium von sechs Unternehmen. Außer der DB und ihrer Tochter DB Cargo sind dies die schweizerischen und die österreichischen Güterbahnen SBB Cargo und Rail Cargo Austria sowie die Wagenhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG. Das Ziel ist die EU-weite Einführung der DAK.

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