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E-Procurement Smarte Software sorgt für verbesserte Prozesse im E-Commerce

| Autor / Redakteur: Motti Danino / Sebastian Hofmann

Transportdienstleister müssen neue Technologien einsetzen, um den veränderten Ansprüchen ihrer Kunden gerecht zu werden – vor allem wenn es um den E-Commerce geht. Ein Fokus liegt dabei auf der Verschlankung von Abläufen und der Beschleunigung von Lieferzeiten.

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Gerade im Bereich des E-Commerce lauern vielfältige Herausforderungen für Logistiker. Für sie ist es deshalb besonders wichtig, die Transparenz ihrer Supply Chains zu erhöhen.
Gerade im Bereich des E-Commerce lauern vielfältige Herausforderungen für Logistiker. Für sie ist es deshalb besonders wichtig, die Transparenz ihrer Supply Chains zu erhöhen.
(Bild: ©Freedomz - stock.adobe.com)

Der stark wachsende Onlinehandel in allen Brachen bringt einige Chancen und Risiken für Transportunternehmen mit sich. In Zeiten, in denen nicht mehr nur Endverbraucher, sondern auch Großhändler und Lieferanten ihre Geschäfte bevorzugt online tätigen, sind technologische Neuerungen gefragt, um die wachsende Auftragslage effektiv zu bewältigen. Intelligente Software gibt hier die Richtung vor, um die Zeit zwischen Bestellung und Zustellung zu verkürzen und den Auslieferungsvorgang effizienter zu gestalten.

Neue Allianzen sind gefragt

Wie das gelingen kann, zeigt Bolloré Logistics, ein Transport- und Logistikunternehmen. Es startete im Sommer 2017 eine Kooperation mit dem B2B-E-Commerce-Softwareanbieter Oro. Die Zusammenarbeit stützt sich auf Software-Automation. Ziel der exklusiven Partnerschaft ist die Entwicklung und Implementierung einer Anwendung, die Logistik- und E-Commerce-Prozesse nahtlos integriert.

Bereits seit einigen Jahren betreibt Bóllore Logistics eine kollaborative Informationsplattform namens Link, die alle Teile der Lieferkette über Web, Mobile, elektronische Datenverarbeitung und Programmierschnittstellen abbildet. Es bietet Funktionen zur Erfassung des Lagerbestands und zur Echtzeit-Sendungsverfolgung über die gesamte Supply Chain von der ersten bis zur letzten Meile, indem es konstant mit Informationen aus Transportfahrzeugen im See-, Luft- und Straßenverkehr sowie mit Berichten aus Lagerhallen, Zollbehörden und anderen Stationen gespeist wird.

Wie wichtig diese Informationsübermittlung ist, zeigt ein Beispiel aus dem Textilgeschäft:

An der Produktion eines Kleidungsstücks sind viele verschiedene Unternehmen beteiligt, vom Anbau der Rohstoffe über die Verarbeitung und Veredelung der Garne bis hin zur Schnittfertigung. Details wie Knöpfe, Etiketten oder Reißverschlüsse werden von Zulieferern produziert. An die Fertigung schließt der Vertrieb über Großhändler und Filialisten oder Online-Shops an. Um die kontinuierliche Verfügbarkeit von Ressourcen sicherzustellen und festgesetzte Abläufe aufrechtzuerhalten, ist eine präzise aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit aller Beteiligten vonnöten. Während des gesamten Produktions- und Auslieferungsprozesses eines Kleidungsstücks werden Daten wie Fertigungs- und Absatzmengen, Stückzahlen, Farb- und Größencodes sowie Standortdaten und Preise erfasst und verarbeitet.

Die Software Oro Commerce soll Kunden den Warenvertrieb an Großunternehmern erleichtern.
Die Software Oro Commerce soll Kunden den Warenvertrieb an Großunternehmern erleichtern.
(Bild: Oro)

Als Neuerung ist nun geplant, in die bereits bestehende Plattform Oros B2B-Shopsoftware Oro Commerce aufzunehmen. Gestartet wurde das Projekt mit einem ausgewählten Unternehmenskunden von Bolloré. Der Firma wird ein E-Commerce-System zur Verfügung gestellt, über das sie Waren an Großabnehmer vertreiben kann. Die nahtlose Verknüpfung der beiden Plattformen soll die Koordination von Online-Bestellungen und allen nachgelagerten Aktivitäten aus einer Hand ermöglichen. Lieferung und Vertrieb gehen so direkt ineinander über. Kunden können zudem alle wichtigen Informationen über ein Dashboard abrufen. Indem alle Schritte von der Bestellung über die Auslieferung bis hin zur Zustellung abgebildet werden, schafft die Anwendung bei allen Beteiligten Transparenz.

Gemeinsam Mehrwert schaffen

Rund vier Monate dauerte die Entwicklung der Anwendung durch ein Projektteam von Experten und Webentwicklern. Resultat dieses Prozesses wird die Einrichtung einer neuen Schnittstelle zwischen Multichannel-Händlern, ihren Unternehmenskunden und dem beteiligten Logistikpartner sein. Das gemeinsam geschaffene Tool befindet sich gegenwärtig in der Fertigstellung und kann auf individuelle Unternehmenswünsche und Vertriebsanforderungen der Kunden zugeschnitten werden. Es erlaubt außerdem ein Tracking von Abfertigungs- und Lieferdienstleistungen während des gesamten Einkaufs- und Transportvorgangs.

Auftragsabwicklung und -zustellung können dadurch schneller abgewickelt werden. Wird eine Bestellung getätigt und ein Versandziel ausgewählt, identifiziert das System automatisch den jeweiligen Kunden. Die Software erfasst gleichzeitig Bestellmenge, Produktart, Verfügbarkeit und Lieferadresse. Bestellverwaltung und Versand greifen, ohne das Interface zu wechseln, direkt ineinander über. Neigt sich der Bestand eines Produkts dem Ende entgegen, verschickt die Software automatische Benachrichtigungen, die gezielte Nachbestellungen ermöglichen.

Pionier-Anwender des neuartigen Systems ist ein international tätiges Modehaus aus dem Luxussegment. Beim Kunden wird die gemeinsam geschaffene Lösung derzeit implementiert. Im weiteren Projektablauf unterliegt die Software stetigen Updates. Gegenwärtig befindet sich das Projektteam in Gesprächen mit wichtigen Zahlungsanbietern, um die Nutzererfahrung zu komplettieren. Außerdem ist geplant, die Kooperation auf Onlineshops für Endverbraucher auszudehnen, um auch diesen ein besseres Tracking-Management bieten zu können.

* Motti Danino ist Chief Operations Officer von Oro in den USA. Zuvor war er unter anderem in leitender Position beim Plattform-Anbieter Magento beschäftigt. Der deutsche Unternehmenssitz ist in 10999 Berlin, (01 71) 5 51 09 19, info@oroinc.

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