Stückgut-Verteilanlagen Verteilförderer mit Linearmotoren bewegen Güter energiesparend

Forderungen der Betreiber von Stückgut-Verteilanlagen sind hohe Verfügbarkeit, Wartungsfreiheit und Energieeffizienz. Dabei bieten sich Linearmotoren als Alternative zu herkömmlichen Antrieben an. Der synchrone Linearmotor SLC eignet sich für große Verfahrwege und hilft, den Energiebedarf eines Sorters bis zu 60% zu senken.

Firmen zum Thema

Bild 1: Sortertechnik spielt eine wichtige Rolle beispielsweise beim Warentransport in Gepäckförderanlagen für Fluggepäck. (Bild: Archiv)
Bild 1: Sortertechnik spielt eine wichtige Rolle beispielsweise beim Warentransport in Gepäckförderanlagen für Fluggepäck. (Bild: Archiv)

In der Intralogistik spielen Verteilförderer oder Sorter eine wichtige Rolle beim Warentransport. Sie werden in unterschiedlichen Branchen eingesetzt: in Umschlagzentren von Post- und Paketdiensten, bei Gepäckförderanlagen für Fluggepäck (Bild 1) sowie im Versandhandel in zentralen Verteilzentren.

Sorter mit unterschiedlicher Fördertechnik

Die Sorter lassen sich nach dem fördertechnischen Prinzip, der Belegungsart und ihrer Struktur klassifizieren (Bild 2 – siehe Bildergalerie). So unterscheidet man freie Platzbelegung oder Einzelplatzbelegung. Bei letztgenannten bestehen die Fördermittel aus gekoppelten Fahrwagen, die als zusammenhängende Kette in einem Schienensystem geführt werden.

Bildergalerie

Die Warenaufnahme ist mit einem Fahrwagen verbunden, der Ausschleusemechanismus oftmals mit der Abgabestelle. Bei der Ausschleusung unterscheidet man die intralogistischen Sortier- und Verteilsysteme unter anderem nach Quergurtsortern (cross belt sorter) und Kippschalensortern (tilt tray sorter). Die Kippschalen sind auf den einzelnen Wagen angebracht. Strukturell läuft die Sorterkette oftmals im Kreis.

Herkömmliche Sorter-Antriebsprinzipien unterliegen mechanischem Verschleiß

Einige herkömmliche Antriebssysteme beinhalten eine Transportkette, ähnlich einer Fahrradkette, die die Wagen miteinander verbindet. Sie wird durch einen Getriebemotor mit Kettenrad angetrieben und im Kreis umhergezogen. Das Kettenrad hat nicht die Form eines idealen Kreises, sondern ist ein Vieleck. Daher treten durch den sogenannten Polygoneffekt des Kettenrads periodische Kraftspitzen auf. Damit verursacht die Kette eine Lärmbelastung für Personen, die am Sorter arbeiten.

Bei einem anderen Antriebsprinzip trägt jeder Wagen auf der Mittellinie der Unterseite ein Schwert, das durch zwei Reibräder zusammengepresst und vorwärts geschossen wird. Diese Reibräder weisen einen hohen Abrieb und Schlupf auf, insbesondere bei unsymmetrischer Last, bei jedem Schwertübergang sowie beim Starten und Stoppen.

Weil bei diesen beiden Wirkprinzipien eine rotative Bewegung in eine Linearbewegung umgesetzt wird, unterliegen klassische Lösungen mit Kette oder Reibrad mechanischem Verschleiß, der Wartungsaufwand zur Folge hat. Das Prinzip der Transmission drückt die Gesamtverfügbarkeit der Anlage und erzeugt kritische Geräusche am Sorter.

Lineartechnik bietet Vorteile

Ein gänzlich anderes Wirkprinzip ist der lineare Direktantrieb. Asynchrone Linearmotoren für den Sortereinsatz gibt es bereits seit Längerem, so auch von SEW-Eurodrive. Das Prinzip des Linearmotors lässt sich leicht von einem herkömmlichen, rotativen Asynchronmotor ableiten: Man schneidet den Motor auf und entrollt den Stator mit Statorwicklung auf eine ebene Fläche. Auch der Kurzschlusskäfig des Rotors wird entrollt und zu einem Schwert abgeflacht.

(ID:25010470)