Elektro-Transporter

Vollelektrischer Lkw-Lieferverkehr mit „eActros“

| Redakteur: Gary Huck

Zehn „eActros“-Elektro-Lkw sind momentan Testweise in Deutschland und der Schweiz im Einsatz.
Zehn „eActros“-Elektro-Lkw sind momentan Testweise in Deutschland und der Schweiz im Einsatz. (Bild: Daimler)

Die Firma Logistik Schmitt beliefert den Mercedes-Benz-Standort in Rastatt von ihrem Lager in Ötigheim mit einem rein batterieelektrisch angetriebenen Lkw.

Seit Anfang 2019 verkehrt der elektrische 25-Tonner vom Typ „eActros“ auf der rund 7 km langen Strecke zwischen dem Lager in Ötigheim und dem Mercedes-Benz-Werk in Rastatt. Das Fahrzeug mit einer Gesamtreichweite von rund 200 km legt laut Daimler täglich um die 168 km im Dreischichtbetrieb zurück. Laut Rainer Schmitt, geschäftsführender Gesellschafter bei Logistik Schmitt, ist der „eActros“ zuverlässig, stets einsatzbereit und deckt mit seiner Reichweite das geforderte Tagespensum ab. „Im engen Austausch mit den Experten von Mercedes-Benz Trucks hatten wir vorab die zentralen Fragen zum Einsatzprofil und der nötigen Infrastruktur geklärt. Zum Start des ‚eActros’ hatten unsere Fahrer zudem eine umfassende Schulung und Einweisung in den Elektro-Lkw erhalten“, so Schmitt. Das Fahrzeug fahre nun täglich zwölf Touren, pro Tour kann es bis zu 12 t transportieren. Aufgeladen wird der Lkw über eine mobile Ladestation während des Be- und Entladevorgangs auf dem Gelände von Logistik Schmitt.

Route mit weiterentwickelter Version des „eActros“ geplant

Für Logistik Schmitt soll es aber nicht nur bei dem einen Elektrofahrzeug und einer Strecke bleiben. Nach Angaben von Mercedes-Benz ist geplant, eine weiterentwickelte Version des „eActros“ mit höherer Tonnage und Reichweite auf der etwa 14 km langen Strecke zwischen dem Lager in Ötigheim und dem Mercedes-Werk in Gaggenau einzusetzen. Die Route verläuft hauptsächlich über die B462. Sie wurde nicht zufällig gewählt. Der Elektro-Lkw soll Vergleichswerte zum „eWayBW“-Projekt liefern. Im Rahmen dieses Projekts werden Teile der B462 mit Oberleitungen versehen. Auf diesen Abschnitten fahren dann spezielle Hybrid-Oberleitungs-Lkw, die ihre Batterien über die Leitungen während der Fahrt laden. Die Baumaßnahmen für das Projekt sollen noch 2019 abgeschlossen werden. Sobald das der Fall ist, kann die dreijährige Testphase beginnen.

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Im Zeitraum von etwa einem Jahr überlappen sich Fahrten der Oberleitungs-Lkw und des Elektro-Lkw von Logistik Schmitt, heißt es von Mercedes-Benz. In dieser Zeit können Daten und Erkenntnisse zum Vergleich beider Projekte gesammelt werden. Für ein bis zwei Wochen sei auch ein Direktvergleich geplant, bei dem die Fahrzeuge die exakt gleichen Strecken zurücklegen würden. Um diesen Test valide zu halten, laden die Lkw laut Daimler auch die gleiche Fracht. Um die Testreihe noch aussagekräftiger zu gestalten, soll zusätzlich ein reiner Diesel-Lkw vom Typ „Actros“ die Oberleitungsstrecke fahren. So könne man den Energieverbrauch aller drei Antriebsvarianten messen und vergleichen.

Leistungswerte konventionellen Lkw ebenbürtig

Der Elektro-Lkw des Typs „eActros“ wird nicht nur bei Logistik Schmitt verwendet. Im Rahmen der „Innovationsflotte“ von Mercedes sind momentan zehn der Fahrzeuge in Deutschland und der Schweiz im Einsatz. Die Fahrzeuge verfügen über jeweils zwei Elektromotoren. Zusammen würden sie Leistungswerte erzielen, die denen eines konventionellen Lkw ebenbürtig wären. Lithium-Ionen-Batterien mit 240 kWh Kapazität liefern die Energie für den Antrieb. Bei idealer Ladeleistung von 150 kW ließen sie sich innerhalb von 2 h vollständig aufladen.

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