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Auto-ID-Technik Weltweit umfangreichste Benchmark-Studie zu UHF-RFID-Transpondern

Das 2004 von GS1 Germany, der Deutschen Post DHL und der Metro Group gegründete European EPC Competence Center (EECC) hat die weltweit umfangreichste UHF-RFID-Transponder-Benchmark-Studie veröffentlicht. Für die Hersteller von Transpondern soll sie ein Gradmesser dafür sein, ihre technische Leistungsfähigkeit zu beweisen.

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Empfindlichkeit der RFID-Chips 2014 vs. 2015: Die Tags unter der Linie hören einen Standard-Reader (-80 dBm), aber dieser nicht die Antwort.
Empfindlichkeit der RFID-Chips 2014 vs. 2015: Die Tags unter der Linie hören einen Standard-Reader (-80 dBm), aber dieser nicht die Antwort.
(Bild: EECC)

Anwendern und Dienstleistern gibt die Studie dagegen die Gelegenheit, sich diese schwer zu überblickenden Markt zu erschließen, wie es heißt. Durch den Vergleich von 288 Tags bildet die Studie den Markt und seine Entwicklung sehr detailliert ab. Die für jedes Tag erfassten Performance-Kenngrößen orientieren sich dabei stets an Prozessen in der Praxis, wodurch sich eine Eignung der Tags für ausgewählte Prozesse unmittelbar und gut abschätzen lässt. In diesem Jahr wurden die Prozesse rund um das schnelle und sichere Beschreiben von Tags sowie Prozesse mit mehreren Lesestationen neu untersucht. Alle bisherigen Tests wurden seit dem ersten Erscheinen vor neun Jahren fortgeführt. Dadurch sind alle jemals erfassten Tags direkt vergleichbar. Warum lassen sich manche Transponder in Massenanwendungen, beispielsweise in der Textilbranche, besser und schneller beschreiben als andere? Diese Fragestellung wurde in diesem Jahr untersucht. Die Studie belegt, dass die Performance verschiedener Tags um das Zweieinhalbfache divergieren können. Als Ursachen zeigt die Studie klar auf, dass die Chipauswahl für die unterschiedliche Schreibgeschwindigkeit verantwortlich ist. Die dafür notwendige Energie ist dagegen auch stark vom Antennendesign abhängig.

„Lautere“ Tags können mehrfach „gehört“ werden

Eine weitere Neuerung trägt dem Umstand Rechnung, dass RFID-Installationen in der Praxis oftmals unterschiedliche Transponder und viele Lesestationen umfassen. In solchen Systemen haben einige Tags geringere Reichweiten als andere. Infolgedessen müssen die Reader „lauter“ gestellt werden, damit alle Tags gelesen werden können. Dadurch kann es aber auch vorkommen, dass Tags zeitgleich von mehreren Readern angesprochen werden. Die Studie klärt nun erstmalig, wie fehlerfrei die Transponder arbeiten, wenn sie sich im Lesefeld mehrerer Reader befinden. „Manche Tags sind hierbei um das Zehnfache fehlertoleranter. Das ist ein klarer Vorteil, wenn zum Beispiel viele Warensicherungsportale nebeneinander stehen müssen“, erklärt Thomas Holtstiege, leitender Messingenieur beim EECC, den täglichen Nutzen.

Auch in diesem Jahr hat sich die Technologie weiterentwickelt. Dies wird sehr deutlich sichtbar bei den Ergebnissen zu Tags mit dem neuen Monza-R6-Chip. Er ist satte 30 % empfindlicher als bisherige Chipgenerationen. Das hat eine Reihe von Konsequenzen für RFID-Installationen der Zukunft: So ermöglicht der geringere Leistungsbedarf in Zukunft kleinere Transponder-Bauarten und damit neue Anwendungsfelder. In herkömmlichen Anwendungen eingesetzt, wird es aber auch vorkommen, dass der Tag hört und antwortet, aber so leise, dass es der Reader nicht mitbekommt. Hierfür sollte der Anwender die Backlink-Matrices der Studie nutzen, die die Relation zu der Hardware sehr gut darstellt (siehe Grafik).

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