Suchen

Finetrading Wer bezahlt die Lieferung?

| Redakteur: Robert Weber

Mittelständler scheuen sich noch vor alternativen Finanzierungsmodellen. Finetrading ist ein Instrument, um die Wertschöpfungskette effizienter zu gestalten und gleichzeitig mehr Umsatz zu generieren. Doch das Finanzierungsinstrument passt nicht überall.

Firmen zum Thema

Pfiffiger Händler: Peter Martetschläger von der Schnell Motoren AG konnte 1% mehr Skonto aushandeln. Bild: Schnell
Pfiffiger Händler: Peter Martetschläger von der Schnell Motoren AG konnte 1% mehr Skonto aushandeln. Bild: Schnell
( Archiv: Vogel Business Media )

Bertelsmann, Otto und General Electric – drei Traditionsunternehmen. Die einen machen in Medien, die anderen in Versandhandel und die Amerikaner in Megawatt. So die landläufige Meinung. Doch alle drei könnten auch den Mittelständler von nebenan finanzieren, denn die drei Konzerne gehören zu den wichtigsten Anbietern alternativer Finanzierungsinstrumente in Deutschland.

Finetrading kommt dem die dem Factoring nahe

Die Otto Group hat sich mit ihrem Finanzdienstleister WCF auf Finetrading spezialisiert. Finetrading? Das klingt für den Laien nach Anleihen oder gar Derivaten. Doch Finetrader tummeln sich nicht auf dem Parkett, viel eher findet man sie in Produktions- oder Lagerhallen. Denn hinter dem Begriff verbirgt sich eine Unternehmensfinanzierung, die dem Factoring, dem Forderungsverkauf, nahe steht und in Deutschland immer mehr Anhänger findet.

Bildergalerie

Dass sein Produkt hierzulande trotzdem noch weitgehend unbekannt ist, wundert Arno Schneider, Geschäftsführer der WCF Finetrading GmbH, nicht: „Deutschland ist in Sachen Forderungsverkauf noch in der Entwicklung“, erklärt der Münchener. Andere Länder seien da schon weiter, heißt es bei dem Unternehmen. In Frankreich und Großbritannien liegt der Anteil des Forderungsverkaufs am BIP bei über 10%. Deutschland übersprang erst 2010 die 5%-Hürde.

Finetrading kostet Geld – wie jede gute Dienstleistung

Dabei klingt Schneiders Finanzprodukt verlockend: Ein Finanzdienstleister bezahlt die Lieferantenforderung. Dadurch kann das bestellende Unternehmen das Skonto voll ausschöpfen und ein längeres Zahlungsziel entlastet die Kassen. Dafür fordert WCF eine Gebühr von seinem Kunden, die im Vergleich zu den Kreditkosten bei der Bank oft höher ist. „Finetrading kostet Geld – wie jede gute Dienstleistung“, erklärt Schneider. „Unsere Dienstleistung richtet sich an den Mittelstand mit Einkaufslinien zwischen 250.000 und 15 Mio. Euro“, erläutert der Manager.

(ID:386332)