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8 Fragen Wie man im Büro richtig lüftet

| Redakteur: Katharina Juschkat

Viele Menschen kehren vom Homeoffice ins Büro zurück. Was muss man beachten, um in geschlossenen Räumen die Ansteckungsgefahr gering zu halten? Wir beantworten acht Fragen rund um das Thema Lüften im Büro.

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Wie oft, wie lange - und warum überhaupt lüften? Die wichtigsten Fragen.
Wie oft, wie lange - und warum überhaupt lüften? Die wichtigsten Fragen.
(Bild: ©F8studio - stock.adobe.com)

Immer mehr Menschen kehren aus dem Homeoffice in die Büros zurück – und damit vergrößert sich auch die Gefahr, mit dem Corona-Virus angesteckt zu werden. Vor allem in geschlossenen Räumen ist die Gefahr größer, sich anzustecken.

Deshalb betonen Wissenschaftler immer wieder, wie wichtig es ist, einen Raum richtig zu belüften. Die TU Berlin hat viele aktuelle Fragen rund um die Verbreitung von Aerosolen und die richtige Raumbelüftung beantwortet. Acht Fragen rund um das Thema Lüften im Büro haben wir hier gesammelt.

1. Warum ist man in geschlossenen Räumen einem höheren Risiko ausgesetzt?

Das liegt daran, dass sich in geschlossenen Räumen die Aerosole in der Raumluft anreichern. Durch Frischluftzufuhr kann das verringert werden.

Draußen werden die Aerosolwolken, die Menschen ausstoßen, sehr schnell verdünnt und vom Wind verteilt. Das Risiko wird größer,

  • je kleiner der Raum ist,
  • je länger die Aufenthaltsdauer ist und
  • je geringer die Frischluft ist.

Was sind Aerosolpartikel?

Aerosolpartikel sind feste oder flüssige Partikel, die sich in der Luft bewegen. Die Größe der Partikel ist nicht festgelegt – es hängt alleine davon ab, ob sie von der Luft getragen werden oder sie durch die Schwerkraft nach unten fallen. Deshalb sind Aerosolpartikel in ihrer Bewegung an die Luftbewegung geknüpft. Auch beim Atmen stößt der Mensch Aerosolpartikel aus.

Gefährlich ist die Ausbreitung der Partikel deshalb, da sie häufig Viren enthalten. Wie viele ist unklar – Wissenschaftler schätzen, dass jedes zehnte Partikel einen Virus trägt. Andere Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Partikel einen Virus trägt.

2. Wie lange muss man lüften?

Das ist abhängig davon, wie viel Luft durch ein geöffnetes Fenster kommt. Das hängt an verschiedenen Faktoren: Temperaturunterschied zwischen außen und innen, Windgeschwindigkeit und -richtung und natürlich der Größe des Fensters.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, mindestens alle 20 Minuten für mehrere Minuten das Fenster voll zu öffnen. Ist es wärmer, dann sollten Fenster permanent geöffnet bleiben.

3. Wie misst man gute Luftqualität?

Luftqualität lässt sich an der CO2-Konzentration messen. Liegt der Wert unter 1000 ppm, gilt die Luft als frisch. Die Außenluft hat etwa 400 ppm.

In geschlossenen Räumen mit vielen Menschen verschlechtert sich die Luftqualität, da Menschen beim Atmen permanent CO2 ausstoßen. Ein Wert ab 2000 ppm gilt als hygienisch bedenklich.

Die Luftqualität lässt sich mit CO2-Ampeln messen. Sensoren erfassen die CO2-Konzentration in der Luft und geben in Ampelfarben die Qualität der Luft an. Die Kontrolle der Luftqualität kann dabei helfen, richtig zu Lüften, denn häufig haben Menschen einen falschen Eindruck von guter Luftqualität.

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4. Ist Lüften alleine genug, um eine gute Luftqualität zu erreichen?

Das kommt darauf an. In der meisten Zeit des Jahres ist es möglich – aber gerade im Winter ist es unwahrscheinlich, eine gute Luftqualität zu erreichen und gleichzeitig eine angenehme Temperatur zu erhalten. Auch im Sommer ist es problematisch: Durch die geringen Temperaturunterschiede strömt wenig Luft ein und aus, und es geht generell weniger Wind.

5. Hilft ein Ventilator am Fenster?

Nicht unbedingt, meinen die Berliner Forscher, dazu muss der Ventilator sehr genau platziert werden. Denn der Ventilator saugt aus allen Raumrichtungen Luft an und verteilt sie dann in eine bestimmte Richtung. Am Fenster strömt die Luft aber an sehr unterschiedlichen Stellen rein und raus. Das kann auch dazu führen, dass weniger Luft ausgetauscht wird oder die verbrauchte Raumluft einfach direkt zurück in den Raum gepustet wird.

6. Sind Klimaanlagen Virenschleudern?

Das kommt auf die Klimaanlage an – hier gibt es drei Unterschiede:

  • Klimaanlagen, die 100 Prozent Frischluft einsaugen und herunterkühlen,
  • Klimaanlagen, die zum Teil Frischluft, zum Teil Umluft herunterkühlen,
  • und Klimaanlagen, die nur die Umluft ansaugen, herunterkühlen und verteilen.

Mit Frischluft wird die Aerosolkonzentration verdünnt, was das Infektionsrisiko senkt. Die Klimaanlagen mit reiner Umluft sorgen nicht für bessere, sondern nur für kühlere Luft. Aber Aerosole verbreiten sich in geschlossenen Räumen laut Forschern ohnehin sehr schnell, weshalb die Verbreitung über eine Umluft-Anlage keinen nennenswerten Unterschied macht. Frischluft-Klimaanlagen sind natürlich immer besser, da sie die Aerosolkonzentration verringern und die Luftqualität steigern.

7. Filtern Lüftungsanlagen mit Filtern Viren aus der Luft?

Nur zum Teil. Klassische Feinstaubfilter filtern etwa 50 Prozent der Viren ab. Es gibt auch hochwertigere Filter, die dann fast 100 Prozent der Aerosole abscheiden. Damit gilt die Luft dann als partikelfrei. Wirklich rein ist Luft allerdings nur in speziellen Reinräumen. Wichtiger als gefilterte Luft ist jedoch eine gute Luftqualität.

8. Auf was muss man beim Lüften noch achten?

Den besten Effekt erzielt man, wenn zwei gegenüberliegende Fenster zum Lüften geöffnet werden.

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