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Robotik Zalando startet Pilotbetrieb mit Logistikrobotern

| Redakteur: Gary Huck

Die von Magazino entwickelten Roboter sollen am Zalando-Standort in Lahr im Schwarzwald im Pilotbetrieb auch echte Kundenbestellungen bearbeiten.

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Im Zalando-Lager in Lahr sollen die „Toru“-Roboter ganz normal im aktiven Lagerbetrieb mitarbeiten.
Im Zalando-Lager in Lahr sollen die „Toru“-Roboter ganz normal im aktiven Lagerbetrieb mitarbeiten.
(Bild: Zalando)

Im Oktober 2018 startete das Gemeinschaftsprojekt zwischen Zalando und Magazino. Im Zalando-Logistikzentrum in Erfurt wurden die Roboter vom Typ „Toru“ auf einem vom eigentlichen Lager abgetrennten Areal getestet. Diese Probephase sollte beweisen, wie gut die Maschinen mit den Waren des Onlinehändlers interagieren und wie gut sie Ein- und Auslagerungsprozesse bewältigen können. Laut Carl Friedrich zu Knyphausen, Head of Logistics Development bei Zalando, hätten sie sich bei diesen Aufgaben bewährt und könnten nun in den Pilotbetrieb in Lahr übergehen. Der Unterschied von Test- zu Pilotbetrieb bestehe darin, dass die Roboter echte Kundenaufträge bearbeiten und nicht nur in einer Testumgebung agieren.

Das besondere an den „Torus“ ist nach Angaben von Zalando, dass sie die Schuhkartons einzeln greifen und ablegen können. Die beiden Roboter, die in Erfurt eingesetzt wurden, bekommen mit weiteren sechs „Torus“ in Lahr noch Verstärkung. Laut Knyphausen wurde das Lager in Lahr für den Pilotbetrieb ausgewählt, da dort genügend Fläche für die Roboter und deren Übergabe- sowie Ladestationen zur Verfügung steht.

Roboter nützen Künstliche Intelligenz zur Prozessoptimierung

Trotzdem müssten die Maschinen auf die Angestellten im Lager achten, um diese nicht zu gefährden. Dazu nutzen die Roboter Kameras, um ihre Umgebung im Auge zu behalten. Wird ein Mitarbeiter im Fahrweg festgestellt, stoppt das System solange, bis der Angestellte weitergegangen ist. An den Regalen würden die „Torus“ dann ähnlich wie menschliche Lageristen agieren. Sie fahren zum Regal, heben den richtigen Artikel mit einem Sauggreifer heraus, verstauen ihn im „Rucksack“ und fahren ihn zur Übergabestation. Für die Optimierung der Wege der Systeme oder der Prozessreihenfolge, in der ein Roboter Aufgaben ausführt, kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz, heißt es von Knyphausen.

Der Head of Logistics Development macht aber auch klar, dass es nicht der Plan sei, die gesamten Lagerprozesse zu automatisieren. Die Roboter sollen als Unterstützer für den Menschen eingesetzt werden. Die Strategie sei eine Kombination von Mensch und Technik. „Wir testen Technologien, die körperlich anstrengende oder monotone Tätigkeiten von unseren Mitarbeitern übernehmen“, so Knyphausen. „‚Toru’ nimmt unseren Mitarbeitern nicht-ergonomische Tätigkeiten, wie das Herunterbeugen und weit nach oben Strecken beim Kommissionieren von Produkten aus den höchsten oder niedrigsten Regalebenen, ab.“

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