Umweltschutz

3600 ESI-Schiffe schonen die Umwelt

| Redakteur: Bernd Maienschein

Die „Morning Lena“ ist das nach dem ESI-Standard nachhaltigste Schiff, das 2011 den Hafen Rotterdam genutzt hat.
Die „Morning Lena“ ist das nach dem ESI-Standard nachhaltigste Schiff, das 2011 den Hafen Rotterdam genutzt hat. (Bild: Port of Rotterdam)

Fünf Jahre nach der Entwicklung des Environmental Ship Index (ESI) durch die International Association for Ports and Harbors (IAPH) stehen über 3600 Schiffe auf der ESI-Liste. Sie erzielen bessere Ergebnisse, als es die gesetzliche Norm für die Schiffsemissionen vorschreibt.

Am 4. Dezember 2015 präsentierte die IAPH die Ergebnisse von fünf Jahren ESI in Paris auf einer Sitzung, die mit COP21 verbunden ist, dem UN-Klimagipfel. „Wir sind sehr stolz auf das, was wir in fünf Jahren erreicht haben – mit Häfen auf der ganzen Welt“, so Fer van de Laar. Er war im Auftrag der IAPH – einer Interessenorganisation von über 200 Häfen weltweit – in den vergangenen fünf Jahren eingehend am Index beteiligt. „Für Häfen ist der ESI ein einfaches, jedoch starkes Instrument zur Unterstützung von Schiffseigentümern, die eine Vorreiterstellung einnehmen, bessere Leistungen erzielen als gesetzlich vorgeschrieben und dadurch einen Beitrag zu einer besseren Umwelt und einer ‚Licence to operate‘ für den Hafen leisten.“

Index gibt Auskunft über die Umweltleistung

Das ESI-Zertifikat wird seit dem 1. Januar 2011 auf Antrag des Schiffseigentümers von der World Port Climate Initiative der International Association for Ports and Harbors ausgestellt. Der ESI wurde von den Häfen von Le Havre, Bremen, Hamburg, Antwerpen, Amsterdam und Rotterdam konzipiert. Der Index gibt Auskunft über die Umweltleistung von Schiffen, was luftverunreinigende Emissionen (NOx und SOx) und CO2 anbelangt. Auf einer Skala von 0 bis 100 werden die Leistungen dargestellt. Ein Wert von 1 bedeutet bereits eine Verbesserung gegenüber der derzeitigen Umweltgesetzgebung für die Schifffahrt, ein Wert von 100 ist außerordentlich gut. Von den 3610 ESI-Schiffen haben 175 Seeschiffe ein Ergebnis von über 50, vier dieser Schiffe erreichen den maximalen Wert von 100.

Häfen und andere nautische Dienstleister auf der ganzen Welt können den Index zur Belohnung von Schiffen und somit zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Schifffahrt heranziehen. Inzwischen gibt es 40 Belohner. Darunter sind Häfen wie Long Beach und Tokyo, aber auch kleinere wie Port Nelson in Neuseeland und Flam in Norwegen. Die Belohnungen variieren von einer Ermäßigung der Hafengebühren im Umfang von circa 5 bis zu 100 %. „Die Anzahl der Belohner stagniert nun, doch wir arbeiten intensiv daran, zu einer höheren Anzahl zu gelangen, denn wenn Häfen hinzukommen, kommen auch Schiffe hinzu“, so Van de Laar.

Anreize trotz strengerer Umweltgesetzgebung

„Die Umweltgesetzgebung für die Schifffahrt wird immer strenger und wir möchten dennoch, dass die Schiffe weiterhin für die ESI-Ermäßigung in Betracht kommen. Wir möchten eine effiziente Fahrweise in der Schifffahrt fördern, doch es ist nicht einfach, dafür Normen zu entwickeln. Es gibt viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wie zum Beispiel Ladungsart, Motoren, Inhalt und Tiefgang; dies ist komplex. Wir haben jedoch eine Idee entwickelt: Jedes Schiff kann man mit sich selbst vergleichen. Schiffe, die uns derzeit mitteilen, wie viele Meilen sie pro Jahr gefahren sind und wie viel Kraftstoff sie dabei verbraucht haben, erhalten Ermutigungspunkte. Wenn wir diese Daten für einen Dreijahreszeitraum haben, können wir vergleichen, ob sie effizienter als im Jahr zuvor unterwegs waren. Damit könnte man eine neue Belohnung verbinden“, so Fer van de Laar.

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