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Amazon macht die Lagertore auf – Einblick in die Logistik

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Bei den Logistikzentren von Amazon muss es schnell gehen

Neben der Anbindung an die Straße zählen für Amazon aber auch andere Kriterien für eine Ansiedlung: Die Mitarbeiter beispielsweise. Im Umfeld der großen Logistikzentren, in Rheinberg umfassen Lager und Bürofläche 110.000 m², müssen ausreichend Arbeitskräfte vorhanden sein. Dazu kommt: „Es muss schnell gehen“, fordert Paetzmann mit Blick auf die Kommunen und den Investor.

Am Niederrhein ging es besonders zügig: Im Februar 2011 rollten die Bagger an und im Herbst startete der Betrieb. Noch arbeiten die Amazon-Logistiker viel manuell. Die Fördertechnikbaustelle ist mit Absperrband vom Alltagsbetrieb abgetrennt. Es wird gebohrt, gesägt und geschliffen und Paetzmann sucht immer wieder einen Weg durch die verschlungene Lagerlandschaft. Verpackunsgmaterialien, Kommissionierwagen, eine Sonderanfertigung für Amazon, auf denen bis zu 50 Kundenbestellungen gepickt werden können, und Produkte auf Paletten haben Vorrang. Die Prozesse müssen laufen. Das Weihnachtsgeschäft treibt den Händler an. Vor den Feiertagen arbeiten die Angestellten im Dreischicht-Betrieb. „In zwei Wochen soll die Fördertechnik von Vanderlande an den Start gehen“, verspricht Paetzmann. Dann packen die Mitarbeiter die angelieferte Ware aus, scannen die Barcodes und pflegen die Daten ins Amazon WMS ein, eine "Homemade"-Lösung, so Paetzmann, und legen die Produkte in die großen gelben Engels-Behälter, die dann über die in Amazon Farben gehaltene Fördertechnik in die zweite Etage des Logistikzentrums fahren, um in Meta-Regalen eingelagert zu werden. Auch Interroll und Transnorm sind Zulieferer für die Förderanlage. Große Produkte wie Waschmaschinen und Kaffeevollautomaten gehen ins Palettenlager und werden dort mit Hilfe von Still-Flurförderzeugen ein- und ausgelagert.

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Der Logistikdienstleister DHL ist über eine Brücke direkt an das Lager angebunden

Amazon arbeitet in den Distributionszentrum auf mehreren Ebenen: Im Erdgeschoss ist der Wareneingang, dann geht es hoch in die Lagerung, die Pickzone und den Verpackungsbereich und dann wieder zurück runter zum Warenausgang. Die Amazon-Logistiker sprechen von den sogenannten Picktowern in den Lagern. „Standardisierung in den Logistikzentren ist wichtig und wir übernehmen das, was wir an anderen Standorten gelernt haben“, erklärt der Amazon-Mann. In Rheinberg ist der KEP-Dienst DHL sogar direkt über eine Brücke an das Logistikzentrum angebunden. So können die Lkw schnell beladen werden und dann losrollen. Unter Umständen auch nach Süddeutschland, denn für den Versandhändler zählt zuerst: „Wo haben wir die gewünschten Produkte für den Kunden auf Lager und dann erst, wo ist das nächste Logistikzentrum“, erklärt Paetzmann und verdeutlicht damit noch einmal, dass der Kunde im Mittelpunkt des Geschäfts steht.

Der E-Commerce-Markt wächst, mehr Anbieter drängen auf ihn und damit steigt auch die Nachfragen nach Logistikimmobilien. „Die Branche ist ein Wachstumstreiber für uns“, erklärt Andreas Fleischer, Regional Director Germany vom Immobilienentwickler Goodman, der zahlreiche Amazon-Projekte realisiert hat. Auch im Worst-Case-Szenario, einem Abschied von Amazon aus Rheinberg, könne Goodman die Immobilie umwandeln, Einheiten splitten und wieder vermieten, ist sich Fleischer sicher. Doch daran will keiner denken. Schon gar nicht die Frauen und Männer in den Warnwesten.

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