Drohende Paketflut Auffallend viele Muskel- und Skeletterkrankungen in der KEP-Branche

Von Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die in Düsseldorf ansässige AOK Rheinland/Hamburg verzeichnet in der Post- und Paketbranche einen „Rekord-Krankenstand“: 7,69 Prozent der Mitarbeitenden in der Branche fallen weden Muskel- und Skeletterkrankungen aus.

Spuren der Paketflut: Die AOK Rheinland/Hamburg sieht in der KEP-Branche einen rekordverdächtigen Krankenstand von 7,69 Prozent der Beschäftigten.(Bild:  VCG/KI-generiert)
Spuren der Paketflut: Die AOK Rheinland/Hamburg sieht in der KEP-Branche einen rekordverdächtigen Krankenstand von 7,69 Prozent der Beschäftigten.
(Bild: VCG/KI-generiert)

Es geht wieder los: Rabattaktionen, Black-Friday-Angebote und das anstehende Weihnachtsgeschäft – Onlinebestellungen boomen. Wie die AOK Rheinland/Hamburg mitteilt, rechnet der Handelsverband Deutschland (HDE) 2025 mit einem Umsatzrekord im Onlinehandel in Höhe von 91 Milliarden Euro und kündigt damit gleichzeitig eine Paketflut an, die wiederum für hohe Belastungen der Beschäftigten in der Zustellbranche sorgen wird. Mit spürbaren Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten. Laut aktuellen Versicherungsdaten der Krankenkasse fiele das Personal von Kurier-, Express- und Paketdiensten (KEP) deutlich häufiger krankheitsbedingt aus als der Durchschnitt aller Berufsgruppen. Obwohl die Branche mit einem Durchschnittsalter von 38,2 Jahren vergleichsweise jung sei, würden die Beschäftigten im Vergleich zu jeden anderen Berufsgruppen fast doppelt so häufig wegen Muskel-Skelett-Erkrankungen krankgeschrieben.

Zustellerinnen und Zusteller sind großen körperlichen Belastungen ausgesetzt – etwa durch das Heben und Tragen schwerer Pakete, häufige Zwangshaltungen oder ständiges Treppensteigen.

Michael Wenninghoff, Geschäftsführer des BGF-Instituts

Nach Angaben der AOK Rheinland/Hamburg ist der Krankenstand in der Zustellerbranche in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Dieser Anstieg hänge eng mit den wachsenden Anforderungen zusammen, heißt es von Seiten der Krankenkasse. Zu den körperlichen Belasungen kämen Zeitdruck, dichter Verkehr und immer größere Zustellbezirke hinzu. „Das Risiko körperlicher und psychischer Überlastung ist hoch“, so Michael Wenninghoff, Geschäftsführer des BGF Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung.

Von 100 Krankschreibungen 76 wegen „Rücken“

Besonders häufig wären Muskel-Skelett-Erkrankungen die Ursache für die krankheitsbedingten Ausfälle. Rund ein Viertel aller Krankschreibungen entfiel 2024 auf diese Diagnosegruppe. Im Vergleich zum Durchschnitt der anderen Branchen ist die Fallhäufigkeit von Muskel-Skelett-Erkrankungen bei den Beschäftigten der Kurier-, Express- und Paketdienste signifikant höher: Bei den Zustelldiensten kommen auf 100 Versicherte rund 76 Krankschreibungen wegen dieser Diagnose, im Durchschnitt aller Branchen wären es „nur“ rund 44 Krankschreibungen aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen.

(ID:50638449)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung