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Fahrerlose Transportsysteme Bei Nolte kooperieren Mensch und AGV

Redakteur: M. A. Benedikt Hofmann

Nolte Küchen hat hier für im niedersächsischen Melle ein neues Frontenkommissionierlager mit 22.000 Kommissionierplätzen und 20.000 Picks am Tag errichtet. Grenzebach hat für diese spezielle Anwendung AGVs (Automated Guided Vehicle) als standardisierte Frontentransporter entwickelt.

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Das AGV holt selbstständig einen Frontentransportwagen und fährt ins Lager, wird dort vom Nolte-Mitarbeiter empfangen.
Das AGV holt selbstständig einen Frontentransportwagen und fährt ins Lager, wird dort vom Nolte-Mitarbeiter empfangen.
(Bild: Grenzebach)

Welche Front muss wann wo genau sein? Bei den Antworten auf diese Frage wirken der Nolte-Materialflussrechner und der Flottenmanager von Grenzebach digital zusammen. Industrie 4.0 und MRK (Mensch-Roboter-Kollaboration) ganz praktisch bei Nolte, einer der stärksten Küchenmarken Deutschlands. So funktioniert das Kommissionieren von Küchenbauteilen heute: Das AGV holt selbstständig einen Frontentransportwagen und fährt ins Lager, wird dort vom Nolte-Mitarbeiter empfangen. Im Mensch-Maschine-Team geht es weiter. Das AGV hält automatisch am richtigen Kommissionierplatz in der Kommissioniergasse und gibt per Laserlicht an, welche Front der Mitarbeiter aus dem Regal entnehmen muss (Pick-to-Light-Verfahren). Über einen Bildschirm am AGV werden ihm Zusatzinformationen zu dieser Front angezeigt.

Auch den exakten Abstellplatz im aufgenommenen Transportwagen bekommt der Mitarbeiter per Laser angezeigt (Put-to-Light-Verfahren). Somit ist schon im Kommissionierprozess die richtige Reihenfolge, in der die Front in der Endmontage benötigt wird, hergestellt. Der Drucker direkt am AGV gibt das passende Label aus, das der Mitarbeiter auf die Küchenfront klebt. Nach dem gleichen Prinzip erfolgt die Kommissionierung von schon vorkonfektionierten Fronten in der sogenannten Zukommissionierzone. Es wird das Fach im bereitgestellten Frontentransportwagen angeleuchtet, aus dem entnommen werden muss und das Fach im vom AGV aufgenommen Transportwagen angeleuchtet, in das die Front gestellt werden muss.

Der Flottenmanager sorgt auch dafür, dass sich die insgesamt zwölf Grenzebach AGVs im Fronten-Kommissionierlager von Nolte Küchen nicht in die Quere kommen. Ist der Kommissionierauftrag für den Transportwagen komplett abgeschlossen, fährt das AGV aus dem Lager. Hier trennen sich Mitarbeiter und Fahrzeug. Das AGV fährt an den Übergabeort und setzt den fertig kommissionierten Frontentransportwagen ab. Dieser wird nun in der Produktion durch die nächsten Fertigungsschritte getaktet.

Im Mensch-Maschine-Team wird die Kommissionierung fortgesetzt.
Im Mensch-Maschine-Team wird die Kommissionierung fortgesetzt.
(Bild: Grenzebach)

Die neue Mensch-Roboter-Kooperation in Verbindung mit dem Nolte-Materialflussrechner und dem Flottenmanger von Grenzebach bietet den Unternehmen zufolge eine Reihe von Vorteilen: Die Mitarbeiter können nun mit dem Transportfahrzeug mitlaufen und müssen den Frontentransportwagen nicht manuell durch die Kommissioniergasse schieben. Zudem ist die Arbeitshöhe jederzeit ergonomisch, weil das AGV den Frontentransporter selbstständig auf die richtige Position bewegt. Beim Kommissionieren können sich die Mitarbeiter voll und ganz auf die Qualitätskontrolle konzentrieren, da sie durch das Pick to Light und Put to Light geführt werden. Fehler beim Entnehmen oder Ablegen der Fronten werden dadurch vermieden – das führt nach Unternehmensangaben zu höherer Produktivität.

„Ware-zum-Mann“-Roboter von Grenzebach als Kommissionier-Assistenten sind 2015 und 2016 bereits mit mehreren Logistikpreisen prämiert worden. Diese Kommissionier-Lösung bei Nolte ergänzt bei Grenzebach das Portfolio von automatischen Kommissionier-Assistenten um die „Mann-zur-Ware“-AGV-Lösung.

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