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Weiterbildung Berufspraktika im Ausland – ein Gewinn für beide Seiten

Autor / Redakteur: Andreas Jäschke / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Globalisierung und enger zusammenrückende Märkte machen internationale Kompetenzen für Arbeitnehmer zunehmend wichtig. Berufliche Auslandserfahrung machen junge Menschen – wenn überhaupt – meist erst im Anschluss an ihre Lehre. Ganz anders bei der VTL Vernetzte-Transport-Logistik GmbH.

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Bei der Aus- und Weiterbildung ihrer Nachwuchskräfte geht die VTL Vernetzte-Transport-Logistik GmbH mit Austauschprogrammen ihren eigenen Weg.
Bei der Aus- und Weiterbildung ihrer Nachwuchskräfte geht die VTL Vernetzte-Transport-Logistik GmbH mit Austauschprogrammen ihren eigenen Weg.
(Bild: VTL)

Montagmorgen, 7:30 Uhr: Philipp Bausewein, Auszubildender bei VTL, ist auf dem Weg zur Arbeit. Im Gegensatz zu sonst fährt er jedoch nicht durch das heimische Fulda, sondern ist zu Fuß in Luxemburg unterwegs. Der 19-Jährige hat den Schritt ins Ausland gewagt und vier Wochen lang in einer luxemburgischen Spedition gearbeitet. Am Anfang fand der angehende Speditionskaufmann alles sehr schwierig – die neue Umgebung, neue Kollegen, die andere Kultur. Aber zum Schluss wollte er gar nicht mehr zurück, weil es ihm so gut gefallen hat.

Doch bringt ein Berufspraktikum im Ausland überhaupt was? Auf jeden Fall. Seit einem Jahr sorgt ein Austauschprogramm dafür, dass die Auszubildenden der Stückgutkooperation VTL europaweit Praxisluft schnuppern können. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Auszubildenden verbessern so nicht nur ihre Fremdsprachenkenntnisse, sondern bauen auch ihre sozialen Kompetenzen aus und erweitern maßgeblich die beruflichen Fachkenntnisse. Gleichzeitig lernen die Teilnehmer andere Geschäftskulturen kennen und können internationale Kontakte knüpfen – ein nicht zu unterschätzender Mehrwert. Schließlich wird eine hohe interkulturelle Kompetenz zunehmend auch für Mitarbeiter kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) zur Schlüsselqualifikation.

Nur Wenige nutzen die Chance

Umso verwunderlicher, dass es deutsche Auszubildende oder Berufsfachschüler bis dato nur in Ausnahmefällen ins Ausland lockt. Laut einer Studie der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA BIBB) realisieren derzeit jährlich nur rund 30.000 junge Menschen einen Auslandsaufenthalt im Rahmen ihrer Erstausbildung. Das entspricht in etwa 4 % eines Ausbildungsjahrgangs. Ganz anders sieht es dagegen bei den Studierenden aus. Wie eine Studie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und des HIS-Instituts für Hochschulforschung zeigt, war jeder dritte Student, der 2010 seinen Abschluss machte, während seines Studiums vorübergehend in der Fremde. Und die Zahl der deutschen Studenten, die ins Ausland gehen, steigt weiter. 2010 zog es rund 127.000 Studierende in die Ferne – mehr als je zuvor.

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