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Handelslogistik BLG erweitert Logistikzentrum – SSI liefert Technik

Redakteur: Robert Weber

Für seinen Kunden Tchibo baut der Logistikdienstleister BLG ein neues Lager. Ab Ende 2013 verantworten die Bremer auch die Artikel aus dem Onlineshop. Das Invest liegt bei 50 Mio. Euro. Ein Teil davon fließt auch an die Intralogistiker von SSI Schäfer. MM Logistik zeigt die Förder- und Lagertechnik.

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BLG investiert am Standort Bremen 50 Mio. Euro in die Lagerstruktur.
BLG investiert am Standort Bremen 50 Mio. Euro in die Lagerstruktur.
(Bild: Köster)

In einer Bauzeit von acht Monaten entstand in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Hochregallager ein Logistikzentrum mit 60 Überladebrücken, einem automatisierten Kleinteilelager und einem Sorter-Gebäude. Herzstück der Immobilie ist die 125 m lange Förderbrücke, die Neubau und Hochregallager miteinander verbindet. Über die Verbindung gelangen nach der Inbetriebnahme fertig bestückte Behälter ins das Sortergebäude. Als Generalunternehmen trat die Köster GmbH aus Osnabrück auf. Sie verantwortete die Bauprozesse für das Logistikzentrum mit einer Nutzfläche von 15.000 m². Eine besondere Herausforderung war die Errichtung des Lagers während des laufenden Betriebs, heißt es bei Köster.

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Im Inneren des Lager verbirgt sich insgesamt 15 km Fördertechnik. „Wir haben ein modulares System aus verschiedenen Förderkomponenten und Lagerelementen erstellt, das flexibel in der Anwendung ist und Kartons oder Behälter in unterschiedlichen Mengen und Geschwindigkeiten befördern kann“, erklärt Franz Stöger, stellvertretender SSI-Vertriebsdirektor. Dazu gehören auch eine Palettenfördertechnik für die effektive Nutzung der Ecken und Pufferzonen mit einem Karussell-System zur dynamischen Einlagerung. Aufgabe der Puffer ist es, einzelne Bereiche zu entkoppeln. Der Intralogistiker ergänzt: „Zwischen Packarbeitsplätzen und Kommissionierung gibt es solche Puffer, in denen Produkte zwischengelagert werden. Auf diese Weise erreichen wir einen kontinuierlichen Arbeitsfluss und können verschiedene Produkte für einen Auftrag innerhalb kurzer Zeit zusammenführen.“ Die Bedienung der Karussell-Systeme sei einfach, die Fehlerquote liege im Promillebereich, heißt es bei SSI.

Putzen für die Fördertechnik

Hohe Durchsatz- und Ausschleusleistungen sichern bei dieser logistischen Lösung eine rasche Auftragsabwicklung, versprechen die Planer. Die Anlage ist ausgelegt auf hohe Reaktionsmöglichkeiten in Spitzenzeiten. Sie erkennt jedes einzelne Fördergut durch den Einsatz von Sensoren und kann es mit Verteilerweichen exakt steuern. Zudem sorgen sinusförmige Ausschleuskurven dafür, dass der Transport ebenso sanft wie zuverlässig abläuft. 4000 Behälter pro Stunde werden auf dafür ausgerichteten Hochgeschwindigkeitsweichen bis zu zwei Meter pro Sekunde durch das Lager geschleust – eine Technik, die ebenso innovativ wie sensibel ist. Sie reagiert empfindlich auf Staub, und so musste die Köster GmbH jeden Bauabschnitt sorgfältig abschirmen und nach Fertigstellung gründlich reinigen. Weitere Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb der einzelnen Fördertechnikkomponenten ist die exakte Ausrichtung der Schnittstellen. Franz Ströger: „Wir montieren auf den Millimeter genau und erwarten, dass ein Gebäude auch in dieser Größenordnung auf den Zentimeter genau gebaut wird.“

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