Überblick Das gibt es Neues auf dem Flurförderzeugmarkt

Autor: Gary Huck

Bei einer Vielzahl von Webinaren und Onlinekonferenzen in diesem Jahr geht einem leicht was durch die Lappen. Für Flurförderzeuge und deren Peripherieeinrichtungen haben wir einen Überblick zusammengestellt.

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In den Lagern dieser Welt wurde auch 2020 viel gefördert. Der Markt für Flurförderzeuge hatte dementsprechend auch etwas zu bieten.
In den Lagern dieser Welt wurde auch 2020 viel gefördert. Der Markt für Flurförderzeuge hatte dementsprechend auch etwas zu bieten.
(Bild: ©zeynurbabayev - stock.adobe.com)

Durch das anhaltende Wachstum im Onlinehandel werde Flurförderzeuge unter Umständen sogar mehr gebraucht als vor der Krise. Es erschien uns passend, in der Vorweihnachtszeit, wo in einigen Lagern die arbeitsreichste Periode des Jahres ansteht, einen Blick auf den Flurförderzeugmarkt zu werfen. Dazu haben wir Unternehmen aus der Branche gefragt, was sie 2020 auf den Markt gebracht haben. Neben typischen Staplern haben sich auch andere Fahrzeuge im Überblick wiedergefunden. Auch die Peripherie wird immer wichtiger: Sicherheitssysteme schützen Mensch und Material. Autonome Ladestationen flexibilisieren die Arbeit. Und sogar „spielerische“ Ansätze wurden verwendet. Natürlich ist diese Liste nicht vollständig, alle Neuerungen zu zeigen, würde den Rahmen sprengen. Es handelt sich hier um eine Auswahl.

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Ein einfach zu wartender Budget-Stapler

Hyster hat seine UT-Serie für einfache Anwendungen erweitert. Die preiswerte J-Baureihe dieser Serie gibt es in einer vier- und einer dreirädrigen Variante. Die Gegengewichtsstapler gibt es bei den Vierrad-Modellen in den Leistungsklassen von 1,5 bis 3,5 t Hubkraft und in der Dreirad-Variante von 1,6 bis 2 t. Die Fahrzeuge werden mit Bleisäure-Batterien angetrieben. Die einteilige Bodenplatte und Schnellentriegelungen an den Batterie- und Steuerungsabdeckungen sollen die Wartung erleichtern.

Ein hybrid steuerbarer Schubmaststapler

Linde hat ein hybrides Flurförderzeug entwickelt. Hybrid bezieht sich dabei auf die Steuerung: Der Schubmaststapler kann seine Arbeit entweder autonom verrichten oder von einem Mitarbeiter gesteuert werden. Im Auto-Modus sorgt eine Lasernavigation für die Wegfindung. Sicherheitssysteme wie Kameras, Scanner und ein Notausschalter beugen Unfällen vor. Der R-Matic kann 1,6 t auf über 11 m Höhe bewegen. Das Dynamic-Mast-Control-System des Unternehmens hilft dabei.

Vertikal kommissionieren

Still hat einen Vertikalkommissionierer mit anhebbarem Fahrerstand auf den Markt gebracht. Mit den OXV-Geräten kann in der ersten und zweiten Regalreihe kommissioniert werden. Das Hubgewicht liegt zwischen 700 kg und 1 t. Das Fahrzeug schafft eine Fahrgeschwindigkeit von 10 km/h, im Mitgängerbetrieb sind 4 km/h möglich. Um der Stabilität Rechnung zu tragen, bremst das Gerät in Kurven automatisch ab. Mit dem Easy-Drive-Lenkrad lassen sich alle Fahr-, Hub- und Lenkvorgänge mit einer Hand ausführen.

Niederhubwagen-Sortiment erweitert

Clark hat sein Portfolio an Lithium-Ionen-Geräten erweitert. Die zwei neuen Geräte der Wpio-Serie sind für Traglasten von 1500 und 1800 kg ausgelegt. Die Fahrzeuge sind mit 24 beziehungsweise 48-Volt-Batterien, mit 30 oder 20 Ah Kapazität ausgestattet. Beide Hubwagen stoppen automatisch, wenn man die Deichsel loslässt. Aufgeladen werden können die Lithium-Ionen-Akkus an jeder 230-V-Steckdose. Für den Schichtbetrieb lassen sich die Batteriepacks zwischenladen oder einfach austauschen.

Spielerisch Unfälle im Lager vermeiden

Toyota Material Handling hat in diesem Jahr zusammen mit einem Kunden ein spielerisches Projekt für mehr Sicherheit im Lager umgesetzt. Lagermitarbeiter werden dazu in Teams aufgeteilt und treten gegeneinander an. Die Flurförderzeuge im Lager sind mit Sensoren ausgestattet, die Kollisionen registrieren. Daraus wird für die Teams ein Score errechnet. Das bessere Team gewinnt. Der Wettbewerbscharakter führte dazu, dass die Kollisionen während der Spielzeit insgesamt um über 40 % sanken.

Lithium-Ionen-Power speichern und laden

Crown hat in diesem Jahr eine Eigenmarke für Lithium-Ionen-Speicher und -Ladegeräte gegründet. Die Batterien sind mit einer mehrstufigen Sicherheitsarchitektur ausgestattet, beispielsweise mit Einzeltemperatur- und Spannungsüberwachung. Die Ladegeräte der Eigenmarke V-Force können Akkus mit 400 Ah im Schnellladeverfahren innerhalb von 60 min. aufladen. Die Geräte schaffen Spannungen zwischen 24 und 80 V. Die Batteriezustände werden über ein Touchdisplay angezeigt.

Sicherheit als Teil des Arbeits-Outfits

Linde Material Handling hat eine Warnweste für Lagerangestellte entwickelt, die in beide Richtungen funktioniert. Der Träger wird über akustische und haptische Signale über eine mögliche Gefahrensituation informiert. Einem Fahrzeugführer wird über einen Bildschirm angezeigt, aus welcher Richtung sich eine oder mehrere Personen nähern. Außerdem sind am Kleidungsstück LED-Streifen angebracht. Die Weste basiert auf dem Safety-Guard-System von Linde. Die Datenübermittlung erfolgt über Ultrabreitband-Signale.

Induktives Zwischenladen

Wiferion hat sein induktives Schnellladesystem Etalink um ein Modell mit 12 kW Leistung erweitert. Das System besteht aus einer stationären Sendeeinheit und einer Empfangselektronik, die in den Fahrzeugen verbaut ist. Fährt ein Fahrzeug die Station an, beginnt der Ladeprozess. Eine CAN-Schnittstelle übermittelt während des Ladevorgangs Daten zu Batteriezustand und Energielevel an das Flottenmanagement. Nach Angaben von Wiferion ist das Ladesystem mit allen gängigen Lithium-Ionen-Batterien kompatibel.

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