Green Logistics

Der deutsche KEP-Markt im europäischen Vergleich

| Autor / Redakteur: Steffen Wagner / Bernd Maienschein

Der Blick über den Tellerrand – in dem Fall über Landesgrenzen hinweg – kann den Horizont erweitern. In vielen Ländern bekommen die „Sprinter“ auf der letzten Meile Konkurrenz von Lastenrädern.
Der Blick über den Tellerrand – in dem Fall über Landesgrenzen hinweg – kann den Horizont erweitern. In vielen Ländern bekommen die „Sprinter“ auf der letzten Meile Konkurrenz von Lastenrädern. (Bild: ©lassedesignen - stock.adobe.com)

Kurier-, Express- und Paket-(KEP-)Dienstleister in Deutschland haben mit einem Volumenzuwachs von rund 7,2 % und einem Aufkommen von gut 3 Mrd. Sendungen im Jahr 2016 erneut ein Rekordjahr verzeichnet. Prognosen gehen davon aus, dass das Volumen im Jahr 2021 auf über 4 Mrd. Sendungen pro Jahr steigen wird.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, konzentriert sich die Branche vor allem auf die „letzte Meile“ der Paketzustellung, für die circa 50 % der gesamten Lieferkosten eines Paketes anfallen. Hinzu kommt die Belastung der Innenstädte durch Staus, Lärm und Emissionen, die wiederum die öffentliche Diskussion um Fahrbeschränkungen oder gar -verbote für bestimmte Antriebsarten befeuern.

Es kann daher kaum überraschen, dass sich die international tätigen KEP-Dienstleister für Deutschland bereits ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele gesteckt haben.

Lastenräder umfahren Verkehrsstaus

Die Deutsche-Post-DHL-Gruppe versucht etwa, das ambitionierte Ziel „null Emissionen bis 2050“ insbesondere durch den Aufbau einer in Eigenregie produzierten Street-Scooter-Flotte zu erreichen. Weitere wichtige Initiativen sind der Einsatz von DHL Cubicycles im Rahmen des City-Hub-Konzepts (ein Mikrodepot für Fahrradkuriere mit einem Transportbehälter für bis zu 125 kg Ladekapazität) sowie das konzernweite Umweltschutzprogramm „GoGreen“. Erste Testläufe des City-Hub-Konzeptes zeigen, dass die Lastenräder im Vergleich zu normalen Zustellfahrzeugen auf doppelt so viele Zustellstopps pro Stunde kommen, da sie Verkehrsstaus umgehen können.

DPD wiederum testet im Großraum Stuttgart einen umgerüsteten 3,5-t-Sprinter von Mercedes-Benz mit Plug-in-Hybrid-Antrieb, einer Laufleistung von 50 km und einer Nutzlast von 850 kg („Elena“). Finanzielle Unterstützung erhält das Unternehmen dabei aus Mitteln eines regionalen Förderprogramms. Damit soll sich die Anschaffung nach vier Jahren rechnen. Ferner erprobt DPD in einem Pilotprojekt mit der TH Nürnberg den Einsatz von elektrisch unterstützten Lastenrädern mit einer Paketbox-Ladekapazität von 1,45 m³.

Strategische Partnerschaft

Hermes hingegen setzt beim Thema Green Logistics auf eine strategische Partnerschaft mit Mercedes-Benz-Vans. Ab 2018 sollen laut Hermes sukzessive 1500 E-Transporter zum Einsatz kommen. Ziel ist es, bis 2025 eine emissionsfreie Paketzustellung in den deutschen Großstädten zu gewährleisten. Neben der Partnerschaft mit Mercedes-Benz verfolgt Hermes den Einsatz eines Elektro-Trikes mit einem Ladevolumen von 750 l, das die Zustellung in zufahrtbeschränkten Innenstädten erleichtern und ohne Zwischenladen zwei Tage einsatzfähig sein soll.

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