Robotik Deshalb sollten Bots kleinere Routine-Jobs übernehmen

Redakteur: Peter Königsreuther

Eine sinnvolle Automatisierung beginne bereits bei kleinen alltäglichen Routineaufgaben, sagen Experten. Würden also wiederkehrende Aufgaben an Bots übergeben, könnten wir sehr viel Zeit sparen.

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Büroarbeit automatisieren, heißt ein Weg, den die Experten am IPH verfolgen. Konkret geht es um wiederkehrende, administrative Aufgaben, die von Bots erledigt werden könnten. Dadurch spare man Zeit für anspruchsvollere und kreativere Aufgaben.
Büroarbeit automatisieren, heißt ein Weg, den die Experten am IPH verfolgen. Konkret geht es um wiederkehrende, administrative Aufgaben, die von Bots erledigt werden könnten. Dadurch spare man Zeit für anspruchsvollere und kreativere Aufgaben.
(Bild: B. Zakrzewski)

Auftragsdaten abtippen, Bestellbestätigungen versenden, Lieferadressen aktualisieren. Das sind Arbeiten, die in fast jedem Unternehmen täglich erledigt werden müssen, so die Forschenden am IPH – Institut für Integrierte Produktion Hannover. Diese Routineaufgaben werden oft als unterfordernd und lästig empfunden, nehmen Zeit in Anspruch und tragen auch noch recht wenig zur Wertschöpfung bei. Doch Abhilfe kann die Robotic Process Automation (RPA) schaffen, heißt es weiter. Sie versetzt Softwareroboter nach geringem Programmieraufwand in die Lage, sich wiederholende Aufgaben selbstständig zu bearbeiten. In der innerbetrieblichen Lieferkette könnten mit automatisierten RPA-Anwendungen zum Beispiel Daten geprüft, Formulare ausgefüllt oder Aufträge erfasst werden, konkretisiert das IPH.

Darum ist der Bot ein Freund und kein Feind

Bisher würden RPA-Anwendungen aber noch nicht flächendeckend eingesetzt. Das liege daran, dass viele Unternehmen, insbesondere KMUs, noch zu wenig über die Einsatzmöglichkeiten und die Kosten wissen. Dieses Manko wollen die Wissenschaftler des IPH und des International Performance Research Institute (IPRI) aus Stuttgart nun aber im gemeinsamen Forschungsprojekt „RPAlog – Robotergesteuerte Prozessautomatisierung zur softwarebasierten Automatisierung administrativer Prozesse der innerbetrieblichen Lieferkette“ aus der Welt schaffen.

Das erklärte Ziel des Projekts ist es, die KMUs zu befähigen, automatisierbare Prozesse in der innerbetrieblichen Lieferkette zu identifizieren, die Kosten für die Automatisierung realistisch abzuschätzen und anschließend eine adäquate RPA-Unterstützung einzuführen. Die beteiligten Wissenschaftler arbeiten, wie es weiter heißt, eng mit einem projektbegleitenden Ausschuss zusammen, der sich aus produzierenden Unternehmen verschiedener Branchen zusammensetzt. Mit diesen Unternehmen wollen sie Prozesse identifizieren, um sie mittels RPA praxisbezogen und mit minimalem Aufwand zu automatisieren.

Wie viel Geld sich durch Bots sparen lässt, ließe sich ebenfalls unkompliziert abschätzen, sagt Christian Kutzner vom IPH: „Wenn zehn Mitarbeitende im Unternehmen jeweils eine Stunde täglich mit Routineaufgaben beschäftigt sind, können Unternehmen leicht ausrechnen, wie hoch die Personalkosten sind und das Ergebnis mit den Kosten für die Programmierung eines Bots vergleichen.“

Mehr Zeit für wertschöpfende Aufgaben

Doch die Kostenersparnis ist nicht der einzige Vorteil, den Bots mit sich bringen: Zum einen machen Bots weniger Fehler – beispielsweise Tippfehler – beim Übertragen von Daten. Zum anderen kann es die Zufriedenheit der Mitarbeitenden steigern, wenn unliebsame und zeitintensive Aufgaben von Bots erledigt werden, so die Meinung der IPH-Experten. Die Mitarbeitenden könnten sich dann nämlich auf anspruchsvollere, kreativere und befriedigendere Aufgaben konzentrieren, die das Unternehmen wirklich voranbringen. Damit steige die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und die Mitarbeiterzufriedenheit.

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