Dekarbonisierung Die Logistik wird grüner – trotz Corona

Redakteur: Katharina Juschkat

Eine aktuelle Studie zeigt, wie es um die Dekarbonisierung von Logistikprozessen steht. Ein Ergebnis: Corona hat die Prozesse nicht behindert, sondern eher beschleunigt.

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Die Logistik wird grüner – und das trotz Corona.
Die Logistik wird grüner – und das trotz Corona.
(Bild: ©j-mel - stock.adobe.com)

Über die Hälfte der Unternehmenslogistik verfügt über eine nachhaltige Logistikstrategie – oder ist dabei, eine einzuführen. Daran hat auch Corona nichts geändert. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter mehr als 90 Führungskräften, die am Management europäischer Logistiksysteme beteiligt sind. Durchgeführt wurde die Studie vom neuen „Center for Sustainable Logistics and Supply Chain“ der Kühne Logistics University zusammen mit dem „European Freight & Logistics Leaders’ Forum“.

Dekarbonisierungsprozess auf gutem Weg

Insgesamt sehen die Macher der Studie den Dekarbonisierungsprozess in Europa auf einem guten Weg:

  • Die Studie stuft 30 Prozent der befragten Unternehmen in die Kategorie „führend“ in der nachhaltigen Logistik ein: Sie verfügen bereits über entsprechende Strategien oder sind dabei, diese umzusetzen und sie haben sich bereits absolute CO2-Reduktionsziele für ihren Logistikbetrieb gesetzt und sind in der Lage, die damit verbundenen CO2-Emissionen differenziert zu messen.
  • Am anderen Ende der Skala stehen 15 Prozent der Unternehmen, die ihre Logistikemissionen derzeit nicht messen.
  • Ein weiteres Drittel hat sich noch keine Ziele zur Reduzierung der Emissionen gesetzt.

Dekarbonisierung trotz Corona-Krise

Die Studie zeigt deutlich, dass die Covid-19-Krise die Bemühungen der Unternehmen, ihre Logistik zu dekarbonisieren, bisher nicht schwächt oder umkehrt.

Prof. Alan McKinnon, einer der Autoren der Studie

Die Krise als Chance: Fast 70 Prozent aller Befragten und 87 Prozent in der Kategorie „führend“ gaben an, dass die Erholung ihrer Unternehmen von der Covid-19-Krise entweder keine oder sogar eine positive Auswirkung auf ihre Maßnahmen zur Dekarbonisierung haben. Prof. Alan McKinnon, einer der Autoren der Studie, erklärt: „Die Studie zeigt deutlich, dass die Covid-19-Krise die Bemühungen der Unternehmen, ihre Logistik zu dekarbonisieren, bisher nicht schwächt oder umkehrt.“

Meet the Poineers of a Carbon-Free Future

Dekarbonisierung spart Kosten ein

60 Prozent der als „führend“ eingestuften Unternehmen gehen davon aus, dass mindestens die Hälfte ihrer CO2-reduzierenden Maßnahmen auch Kosten einsparen wird. Die drei kosteneffektivsten Wege sind demnach:

  • 1. Die Verlagerung von Fracht von der Straße auf die Schiene
  • 2. Die Verbesserung der Fahrzeugauslastung
  • 3. Die Umstellung des Transportbetriebs von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien

Ein weiteres Fazit der Studie: Die Anbieter von Logistikdienstleistungen haben im Gegensatz zu den Nutzern die besseren Fähigkeiten, um den Dekarbonisierungsprozess zu messen und zu managen. Dennoch könnten auch Unternehmen durch ihre Beschaffungsprozesse mehr ökologischen Einfluss auf den Logistikprozess ausüben.

Eine Netto-Null-Logistik erfordert dabei eine viel stärkere gemeinsame Nutzung von Logistikanlagen, die jedoch noch durch eine Reihe von Beschränkungen gehemmt wird. Die größten genannten Hindernisse sind:

  • Wettbewerbsdruck
  • Managementkultur
  • Datenschutzbedenken
  • Mangelndes Vertrauen

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