Digitale Transformation

Die Top-Eckpfeiler für Supply Chain Management im digitalen Zeitalter

| Autor / Redakteur: Jörg Schmid / Sebastian Hofmann

Digitale Technologien haben das Supply Chain Management revolutioniert. Welche Leitlinien sollten Unternehmen jetzt bei der Planung ihrer Lieferketten befolgen?
Digitale Technologien haben das Supply Chain Management revolutioniert. Welche Leitlinien sollten Unternehmen jetzt bei der Planung ihrer Lieferketten befolgen? (Bild: gemeinfrei / CC0)

Was sind die Treiber und Erfolgsfaktoren eines erfolgreichen Supply Chain Managements in Zeiten der Digitalisierung? Die Camelot Management Consultants sind dieser Frage in einer aktuellen Studie auf den Grund gegangen und konnten sechs wesentliche Stellhebel ausmachen.

Darüber, dass digitale Ökosysteme und neue Marktanforderungen zu den bedeutendsten Veränderungen im Lieferkettenmanagement gehören, waren sich die 150 befragten Supply-Chain-Verantwortlichen aus vier unterschiedlichen Industriezweigen einig. Als Fazit der Ergebnisse der Studie „Quantum Leap in Supply Chain Performance“ lässt sich feststellen, dass die Digitalisierung die Globalisierung als entscheidenden Treiber für Veränderungen im Supply Chain Management endgültig abgelöst hat. Das Ausmaß dieser Veränderungen kommt – im positiven Sinne – einem Quantensprung gleich.

Unternehmen müssen jetzt eine Antwort auf die zentrale Frage finden, wie sie diesen bevorstehenden Quantensprung am erfolgreichsten für sich nutzen können. In der Studie hat Camelot sechs Stellhebel identifiziert, die führende Industrieunternehmen für die digitale Transformation ihrer Supply Chains nutzen:

1. Segmentierung & Differenzierung durch individuelle Servicebündel

Kundenspezifische Anforderungen und die Integration neuer Serviceangebote gewinnen an Bedeutung und damit einhergehend steigt auch die Komplexität der Lieferketten. Eine Lösung bietet die individuelle Gestaltung von Supply Chains für einzelne, strategisch festgelegte Kunden-, Markt- oder Produktsegmente. Die Selektion der Servicebausteine aus einem definierten Katalog ermöglicht eine effiziente Digitalisierung.

2. Erneuerung des Betriebsmodells

Für jedes Business-Segment empfiehlt es sich, maßgeschneiderte Betriebsmodelle zu entwickeln, die die Strategie effizient unterstützen. Struktur, Organisation und Versorgungsnetzwerke müssen auf das jeweilige Betriebsmodell ausgerichtet sein. Idealerweise versuchen Unternehmen, mit einem flexiblen Modell verschiedene Service-Bündel zu bedienen.

3. Einsatz von DDMRP

Um das Potenzial digitalisierter Geschäftsprozesse voll ausschöpfen zu können, sind robustere, verlässlichere und stärker automatisierte Supply-Chain-Planungs- und Ausführungsprozesse erforderlich. Demand-Driven-Material-Requirements-Planning (kurz: DDMRP) ist ein neuer Ansatz, der genau dies bewirkt. Hierbei werden im Gegensatz zu traditionellen Planungssystemen Produktionsaufträge und Bestellungen nicht auf Basis von unsicheren Bedarfsprognosen getätigt. Stattdessen wird die Supply Chain durch strategische Lagerungspunkte entkoppelt und entsprechend der tatsächlichen Kundennachfrage gesteuert. Auf diese Weise lassen sich die Variabilität in einer Supply Chain deutlich reduzieren und der Materialfluss stabilisieren. Durch diese Form der Pull-Steuerung werden kosten- und kapazitätsintensive Korrekturmaßnahmen zur Sicherung der Servicequalität umgangen.

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4. Vertikale Integration verknüpft Datenanalysen, Prozesse und Anlagen

Die vertikale Integration aller Prozessebenen einer Supply Chain ist der Schlüssel für ein neues Maß an Datengenauigkeit und Prozesseffizienz. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) erhöht die Genauigkeit bei reduziertem Zeit- und Kostenaufwand. In einem Praxisbeispiel aus der High-Tech-Branche hat dies zu einer Erhöhung der Automatisierung um mehr als 20 % und Bestandsreduzierungen im Umfang von 10 % geführt bei einer Verbesserung der Lieferfähigkeit um bemerkenswerte 5 %.

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6. Supply-Chain-Flugradar für schnelle Entscheidungen

Eine schnelle Entscheidungsfindung erfordert eine nahezu Echtzeittransparenz über sämtliche Vorgänge innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Diese Transparenz wird durch integrierte Lösungen ermöglicht, die den Informationsfluss zwischen allen internen und externen Beteiligten erleichtern und die gesamte Wertschöpfungskette durchgängig für Planungs- und Ausführungsprozesse abbilden.

Für was Unternehmen sich auch entscheiden: Vor dem Hintergrund der Digitalisierung besteht akuter Handlungsbedarf. Die in der Untersuchung identifizierten Praktiken sind Benchmark und Orientierungshilfe zugleich. Die komplette englischsprachige Studie ist kostenfrei unter www.camelot-mc.com verfügbar.

* Jörg Schmid ist Principal bei Camelot Management Consultants in 68165 Mannheim, Tel. (06 21) 8 62 98-0, office@camelot-mc.com

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