Suchen

Logistik-Software Die zehn wichtigsten Fragen bei der ERP-Auswahl

| Autor / Redakteur: Hermann Stehlik / Robert Weber

Schweigen ist feige, Reden ist Gold. Doch einige Unternehmen trauen sich nicht immer oder wissen manchmal nicht, was sie von ihrem ERP-System fordern können. MM Logistik hat deshalb mit einem Experten eine Checkliste mit den zehn wichtigsten Fragen an den ERP-Anbieter zusammengestellt.

Firmen zum Thema

Wenn es um die Vernetzung und ERP-Systeme in der Industrie geht, müssen die Anwender von Beginn an die richtigen Fragen stellen.
Wenn es um die Vernetzung und ERP-Systeme in der Industrie geht, müssen die Anwender von Beginn an die richtigen Fragen stellen.
(Bild: iStockphoto.com/leluconcepts)

Die richtigen Fragen zu stellen, ist eine Kunst – und für Unternehmen ein Weg, bei der Auswahl von ERP-Systemen und ERP-Anbietern ein klares Bild der technischen Möglichkeiten und strategischen Chancen zu schaffen. Die richtigen Fragen sind auch hilfreich, um die eigenen Erwartungen an ein solches System zu strukturieren und die damit verbundenen neuen Geschäftspotenziale aufzudecken.

1. Ist die ERP-Software grundlegend auf die Anforderungen Ihrer Branche ausgerichtet?

Die Einstiegskosten für eine neue Lösung reduzieren sich erheblich, wenn gut 80 % der erforderlichen Funktionen bereits in der entsprechenden Branchensuite des ERP-Anbieters vorgesehen sind. Die Qualität und der Umfang dieser Funktionen geben auch klare Hinweise darauf, ob der Anbieter grundlegend auf eine Branche ausgerichtet ist. Das ist zum einen entscheidend für das Berater- und Implementierungsteam: Je mehr Branchenerfahrung sie mitbringen, desto reibungsloser wird die Einführung und individuelle Anpassung der Software gelingen. Zum anderen zeigt die Qualität einer Branchensuite, wie intensiv sich ein Hersteller mit Kundenanforderungen auseinandersetzt und diese in die Entwicklung einfließen lässt.

2. Unterstützt die ERP-Software die Art Ihrer Fertigungsprozesse?

Hersteller komplexer, individualisierter Investitionsgüter haben andere Anforderungen an Fertigungsprozesse als Massenproduzenten. Auftragsfertigung, Variantenfertigung, Einzelfertigung, Lagerfertigung oder eine Kombination daraus müssen entsprechend den Anforderungen eines Unternehmens in der ERP-Software abgebildet und in angrenzende Prozesse integriert werden können.

3. Unterstützt der ERP-Anbieter Ihre internationalen Wachstumspläne?

So unberechenbar die Unternehmensentwicklung sein kann, so flexibel muss das ERP-System an strategische Veränderungen angepasst werden können. Expansion sollte nicht durch technische Fragestellungen eingeschränkt werden – der ERP-Anbieter sollte daher seine Software in möglichst vielen Sprachen und mit weltweitem Support anbieten können. Zudem sollten das integrierte Finanzwesen, das Reporting sowie auch die produktionsnahe Steuerung und das Qualitätsmanagement auf internationale Prozesse vorbereitet sein. Denn nur wenn auch regionale Besonderheiten im Gesamtsystem berücksichtigt werden können, ist die Gefahr gebannt, durch schleichende Insellösungen den Vorteil von ERP-Komplettsystemen wieder zu verlieren.

4. Erhält das Unternehmensmanagement mit dem ERP strategische Unterstützung?

Für die strategische Entscheidungsfindung benötigt das Unternehmensmanagement Analysen zur Planung, Ausführung und Evaluierung der Geschäftsaktivitäten. Im ERP integrierte Funktionen für Business Intelligence (BI) und Enterprise Performance Management (EPM) erleichtern Kostenkalkulation und Absatzplanung, stellen Business Scorecards und Abfragemechanismen zur Nachverfolgung von Geschäftsaktivitäten zur Verfügung und sollten ein umfassendes und hochautomatisiertes Berichtswesen bieten. Hilfreich sind zudem Analyse-Dashboards.

5. Wie flexibel ist die Bereitstellung und Nutzung der ERP-Software?

Bei dieser Frage sind die möglichen Varianten der Bereitstellung und die Möglichkeiten der mobilen Nutzung wesentlich. Fertigungsunternehmen in Europa betreiben oft weltweit mehrere Produktions- und Vertriebsstandorte. Sie benötigen daher die Freiheit, ihre ERP-Lösung sowohl in der Unternehmenszentrale im eigenen Rechenzentrum zu nutzen oder als Hosting- oder On-Demand-Modell für ihre dezentralen Niederlassungen zur Verfügung stellen zu können. Ebenso benötigen Mitarbeiter unterwegs Zugriff auf das ERP-System – über Laptops oder Tablet-PC, in vollem Umfang oder abgespeckt auf spezifische Aufgaben. Je weniger Systembrüche, desto konsistenter die Echtzeitdaten in der zentralen Datenbank.

(ID:39972050)