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Sicherheit Diese drei Fehler sollten Sie beim Transport von Gefahrgut auf jeden Fall vermeiden

| Autor / Redakteur: Alexander Heine / Sebastian Hofmann

Bei der Beförderung von gefährlichen Gütern steht das Wohlergehen von Menschen, Tieren und der Umwelt an oberster Stelle. Unternehmen, die sich nicht an die geltenden Gesetze zum Gefahrguttransport halten, drohen deshalb empfindliche Strafen.

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Beim Gefahrguttransport gilt es, einige wichtige Vorschriften zu beachten – sonst wird's teuer.
Beim Gefahrguttransport gilt es, einige wichtige Vorschriften zu beachten – sonst wird's teuer.
(Bild: ©industrieblick - stock.adobe.com)

Den Transport gesundheitsschädigender Stoffe regelt in Deutschland vorrangig die Gefahrgutverordnung, die sich an internationalen Richtlinien orientiert. Diese sind wiederum im „Europäischen Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ – kurz ADR – niedergeschrieben. Verantwortlich für die Einhaltung dieser Verordnungen sind die Speditionen und Transportunternehmen selbst. Das gilt für die gesamte Beförderungskette, unter anderem für das Be- und Entladen, das Abfüllen, das Kennzeichnen sowie das Verpacken. Dabei machen Verantwortliche immer wieder gravierende Fehler, für die erhebliche Bußgelder drohen.

1. Fehler: Gefahrgüter sind nicht ausreichend gekennzeichnet

Grundlegend für einen sicheren Transport ist neben der geeigneten Hardware die Information über den Inhalt der Container. Darum müssen die Verantwortlichen vor der Beförderung spezielle Kennzeichnungen am Lkw anbringen:

  • Dazu zählt einerseits ein in der ADR festgelegter, rautenförmiger Gefahrenzettel, auf dem die Nummer der entsprechenden Gefahrgutklasse inklusive des dazugehörigen Gefahrensymbols vermerkt ist. Im Falle von entzündbaren Flüssigkeiten ist dies beispielsweise ein roter Zettel mit der Nummer drei und einer Flammendarstellung.

Die richtige und leicht einsehbare Kennzeichnung von Gefahrstoffen ist eine Grundvoraussetzung für den sicheren Transport der gesundheits- und umweltschädlichen Güter.
Die richtige und leicht einsehbare Kennzeichnung von Gefahrstoffen ist eine Grundvoraussetzung für den sicheren Transport der gesundheits- und umweltschädlichen Güter.
(Bild: ©SC-Photo - stock.adobe.com)

  • Außerdem benötigen die Transporteure eine orangefarbene Gefahrentafel. Diese kann entweder komplett leer sein oder ist mit zwei untereinander angebrachten Nummern versehen. Die obere Zahl, die Gefahrennummer, nennt die Bedrohungen, die durch die geladenen Waren entstehen können. Ein X vor der Ziffer weist falls nötig darauf hin, dass kein Wasser als Löschmittel eingesetzt werden darf, wenn es zu einem Unfall kommt. Auf der unteren Hälfte der Gefahrentafel steht die sogenannte UN-Nummer. Diese gibt Aufschluss darüber, welche Waren konkret transportiert werden.

Es kann aber auch vorkommen, dass die Kennzeichnung frei bleibt – nämlich dann, wenn der Container unterschiedliche und einzeln verpackte gefährliche Stoffe befördert. Die jeweiligen Gefahrenkennzeichnungen und Codes sind dann auf den jeweiligen Behältern angebracht. Enorm wichtig ist es dabei, die Tafeln und Hinweise lesbar für alle Beteiligten zu platzieren – das klingt nach einer Binsenweisheit, wird aber längst nicht von jedem so gehandhabt.

Vor allem wenn es zu einem Unfall kommt, sind die Informationen über das transportierte Gefahrgut lebenswichtig: Mit welchen Stoffen hat man es zu tun? Welche Löschmaßnahmen eignen sich in diesem Fall? Wie können die am Unfall Beteiligten und die Umwelt vor negativen Konsequenzen (beispielsweise vorm Einsickern chemischer Stoffe ins Grundwasser) bestmöglich geschützt werden? Nur ein zeitnahes Handeln ermöglicht die rasche Einleitung einer wirksamen Gegenmaßnahme!

2. Fehler: Erste-Hilfe-Ausrüstung und Infomaterialien werden nicht bereitgestellt

Abgesehen von der Gefahrgutkennzeichnung ist in den ADR-Regularien ebenfalls festgeschrieben, welche Erste-Hilfe-Ausrüstung die Transportverantwortlichen für die Beförderung der gefährlichen Stoffe immer dabei haben müssen. Dazu gehören sowohl Warndreiecke, Erste-Hilfe-Kästen und Warnwesten als auch ABC-Feuerlöscher mit Pulver.

Nur wenn bei einem Unfall eines Gefahrguttransporters schnell die richtigen Gegenmaßnahmen getroffen werden, können größere Schäden abgewandt werden.
Nur wenn bei einem Unfall eines Gefahrguttransporters schnell die richtigen Gegenmaßnahmen getroffen werden, können größere Schäden abgewandt werden.
(Bild: ©benjaminnolte - stock.adobe.com)

Je nach Gefahrgutklasse wird diese Liste sogar noch erweitert. So gehören beim Transport von gefährlichen Flüssigkeiten stets Besen, Schaufel, Kanalabdeckung und Auffangbehälter zum Equipment. Auch wenn die Schilder und Warntafeln durch die ADR von internationaler Gültigkeit sind, müssen die Fahrer darüber hinaus ein Merkblatt mit sich führen, in dem passende Gegenmaßnahmen bei einem Unfall genau beschrieben sind.

3. Fehler: Die Mitarbeiter sind nicht ausreichend geschult

Bei allen Vorschriften und Regeln dürfen die Verantwortlichen eines nicht vergessen, nämlich die Mitarbeiter. Nur wenn diese den richtigen Umgang mit Gefahrguttransporten lernen, kann eine sichere Beförderung gewährleistet werden. Dazu zählt beispielsweise die Beachtung der festgeschriebenen Verladetemperaturen und die Einhaltung eines Rauchverbots während der gesamten Fahrt beim Transport von explosiven Stoffen (siehe ADR Kapitel 8.5 S1 (3)).

Die Verantwortung für den erfolgreichen Ablauf des Prozesses obliegt dabei dem Transportunternehmen beziehungsweise der Spedition selbst. Wichtig ist hier auch eine effektive Routenplanung. Verantwortliche müssen im Auge behalten, dass manche Stoffe nicht gemeinsam transportiert werden dürfen. Der Logistikleiter ist in der Pflicht, den Fahrern solche Kenntnisse und all die anderen notwendigen Qualifikationen zu vermitteln.

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* Alexander Heine ist Geschäftsführer der CM Logistik Gruppe in 28816 Stuhr, Tel. (04 21) 3 31 17-1 00, gl@cm-log.eu

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