Suchen

Logistikforschung Einsatzbereiche mobiler Kommissionierroboter

| Autor / Redakteur: Ralf Elbert / Dipl.-Betriebswirt (FH) Bernd Maienschein

Die überwiegende Mehrheit der Kommissionierlager werden nach wie vor manuell nach dem Person-zur-Ware-Prinzip betrieben. Obwohl eine Automatisierung prinzipiell die Produktivität erheblich steigern kann, stehen bislang unter anderem häufige Änderungen im Artikelsortiment, eine volatile Nachfrage oder uneinheitliche Verpackungsträger einem wirtschaftlichen Einsatz entgegen. Das Forschungsprojekt „roboKOM“ untersucht potenzielle Einsatzbereiche mobiler Kommissionierroboter.

Firmen zum Thema

Im Forschungsprojekt „roboKOM“, an dem sich interessierte Unternehmen in projektbegleitenden Ausschüssen beteiligen können, wird untersucht, welche potenziellen Einsatzbereiche für mobile Kommissionierroboter existieren.
Im Forschungsprojekt „roboKOM“, an dem sich interessierte Unternehmen in projektbegleitenden Ausschüssen beteiligen können, wird untersucht, welche potenziellen Einsatzbereiche für mobile Kommissionierroboter existieren.
(Bild: © Chlorophylle - stock.adobe.com)

Im Rahmen des Forschungsprojekts „roboKOM“ (Potenzielle Einsatzbereiche mobiler Kommissionierroboter) untersuchen die Fachgebiete Unternehmensführung und Logistik sowie Management Science & Operations Research der TU Darmstadt gemeinsam mit Industriepartnern die potenziellen Einsatzbereiche von Mobile Robotic Fulfillment Systems in der Kommissionierung.

Das Regal kommt zum Kommissionierer

Hierbei handelt es sich um teilautomatisierte Kommissioniersysteme, bei denen mobile Robotereinheiten Regale samt eingelagerten Artikeln auf optimierten Routen zu Kommissionierstationen transportieren. Dort angelangt, werden die Artikel per Hand gepickt und verpackt beziehungsweise eingelagert. Durch diese teilautomatisierten Kommissioniersysteme lassen sich bei hoher Flexibilität und moderaten Investitionskosten die Laufwege der Lagermitarbeiter minimieren und somit die Effizienz der Pickvorgänge erhöhen.

Trotz dieser Vorteile stellt sich für potenzielle Nutzer die Frage, ob der Einsatz mobiler Kommissionierroboter wirtschaftlich vorteilhaft ist oder ob ein etabliertes Kommissioniersystem bevorzugt werden sollte. Daher wird im Vorhaben „roboKOM“ durch einen systematischen Vergleich der Kommissionierroboter mit alternativen, etablierten Kommissioniersystemen der Einsatzbereich des neuen Kommissioniersystems in Abhängigkeit der Basisdaten definiert.

Sind mobile Roboter eine Alternative?

Hierfür werden zunächst Optimierungsverfahren zur effizienten Steuerung mobiler Kommissionierroboter entwickelt und darauf basierend der nötige Ressourceninput (Anzahl an Kommissionierrobotern/-stationen) zum Erzielen eines gegebenen Lagerdurchsatzes mittels Simulationsexperimenten bestimmt. Durch einen webbasierten Demonstrator sollen Lagerbetreiber bestimmen können, ob mobile Roboter als Alternative in weiteren Planungsschritten bei der Gestaltung von Kommissioniersystemen berücksichtigt werden sollten.

Das Projekt wird über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Um einen hohen Praxisbezug der Forschung zu gewährleisten, können sich interessierte Unternehmen im Rahmen von projektbegleitenden Ausschüssen an dem Projekt beteiligen. Diese sichern den teilnehmenden Unternehmen einen direkten Zugang zu den Forschungsergebnissen.

* Prof. Dr. Ralf Elbert lehrt am Fachgebiet Unternehmensführung und Logistik der Technischen Universität Darmstadt, 64289 Darmstadt, Tel. (0 61 51) 16-2 44 30, elbert@log.tu-darmstadt.de

(ID:46281324)