Additive Fertigung

Ersatzteile „on demand“ für die Getränkeabfüllung

| Autor: Bernd Maienschein

Zeit ist Geld: Die Resivion einer modernen Hochleistungs-Abfüllanlage muss schnell über die Bühne gehen. Je nach Größe und Abfüllleistung kostet eine Stunde Produktionsausfall zwischen 4000 und 30.000 Euro.
Zeit ist Geld: Die Resivion einer modernen Hochleistungs-Abfüllanlage muss schnell über die Bühne gehen. Je nach Größe und Abfüllleistung kostet eine Stunde Produktionsausfall zwischen 4000 und 30.000 Euro. (Bild: Concept Laser)

3D-Metalldruck verändert die Ersatzteillogistik auch bei Getränkeabfüllanlagen. Die Jung & Co. Gerätebau GmbH, ein im schleswig-holsteinischen Kummerfeld beheimateter Spezialist für Edelstahlkomponenten, setzt auf die additive Fertigung, um Ersatzteile für Getränkeabfüllanlagen schneller verfügbar zu haben.

Wenn es um die Bearbeitung von Edelstahl beziehungsweise Edelstahllegierungen, verschiedene Aluminiumlegierungen oder Titan geht, gibt es gute Gründe, die für Jung & Co. sprechen. Der Verarbeiter von Edelstahl verfügt über Werkstoff-Know-how, modernste CNC-Maschinen und unterstützt durch kompetente Beratung. Das Spektrum reicht von der Getränke- und Lebensmittelindustrie, der Pharma- und Chemietechnik, dem Anlagenbau und der Luftfahrt bis hin zur Förderindustrie fossiler Brennstoffe. Eine Spezialität ist die Fertigung von Ersatzteilen aus Edelstahl für Getränkeabfüllanlagen.

Erste Erfahrungen mit additiver Fertigung

Sein Know-how konnte Jung & Co. in 40 Jahren auf zahlreiche Branchen übertragen. Die klassischen Methoden der Zerspanung wurden nun um die additive Fertigung des Metalllaserschmelzverfahrens erweitert. In der Fertigung steht dazu eine „M2 cusing Multilaser“-Anlage von Concept Laser aus dem oberfränkischen Lichtenfels, die additiv mechanisch und thermisch belastbare metallische Bauteile mit hoher Präzision erstellt. Jung-Geschäftsführer Thomas Lehmann: „Eine Lösung in Edelstahl entsteht bei uns verfahrensübergreifend und konsequent ausgerichtet auf die Applikation. Die Teile oder Baugruppen entstehen bei uns konventionell zerspant, hybrid gefertigt oder komplett additiv. Der Kunde erhält ein Präzisions-Endprodukt aus einer Hand im Full-Service.“

Nach ersten Erfahrungen mit der additiven Fertigung ging Jung & Co. einen Schritt weiter. Das Zauberwort lautete: „Ersatzteile on demand“. Thomas Lehmann dazu: „Anfangs dachten unsere Kunden: Was für eine verrückte Idee. Viel zu teuer. Geht gar nicht. Wir mussten also erst mal Überzeugungsarbeit leisten.“ Das Konzept „Ersatzteile on demand“ ging auf, weil die wirtschaftlichen Fakten nicht zu leugnen waren.

Abfüllanlagen müssen flexibel arbeiten

Eine Abfüllanlage in der Getränkeindustrie sollte mit hoher Verfügbarkeit glänzen. Wichtig ist oft die Flexibilität der Abfüllanlage, denn es müssen unterschiedliche Größen von Flaschen oder Dosen abgefüllt werden. Aufgaben der Abfüllanlagen sind: Flaschen oder Dosen zuführen, abfüllen, verschließen und letztendlich diese an die Post-Processing-Stationen zu übergeben.

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