Logistikzentrum

Ersatzteillogistik statt Druck

| Redakteur: Robert Weber

(Bild: Weber)

Der Gildemeister-Konzern investierte mehr als fünf Mio. Euro in sein neues Ersatzteillogistikzentrum im oberbayerischen Geretsried. Die Ostwestfalen verantworten auch die Ersatzteile für Mori Seiki in Europa und beliefern 86 Nationen mit Spindeln, Steuerungen, Sichtscheiben aber auch Schrauben und Muttern – kurz mit allen relevanten Ersatzteilen. Im 3D-Druck sehen die Werkzeugmaschinenbauer keine Konkurrenz für ihre Logistik.

Das neue Lager wurde auf 25.000 m² erweitert und die Logistiker vor Ort bevorraten mehr als 100.000 verschiedene Artikel (Wert rund 72 Mio. Euro) . Durchschnittlich 1500 Artikel verlassen das Logistikzentrum täglich. Vor allem am frühen Nachmittag steigt der Takt im Lager. Innerhalb von einer Stunde sind die Aufträge für die Landesgesellschaften kommissioniert. Die Verantwortlichen in den USA oder China priorisieren ihre Bestellungen. Priorität 1 ist der Maschinenstillstand. „Die Priorisierung durch die Landesgesellschaften ist auch Erziehungssache“, erklärt Michael Neumann, Geschäftsführer der DMG Mori Seiki Spare Parts GmbH, augenzwinkernd und ergänzt: „Ersatzteillogistik ist ein wenig wie Glaskugelschauen.“

Die Gildemeister-Logistik ist abhängig von den Vergangenheitswerten aber auch von der präventiven Bevorratung für neue Baureihen. Auch die volkswirtschaftliche Entwicklung wird berücksichtigt. Sinkt der Bedarf an bestimmten Ersatzteilen reduzieren wir die Bestellmengen entsprechend. "Wir arbeiten zwar mit Erfahrungswerten, aber wichtig ist die Flexibilität", so Neumann.

Kardex-Aufzüge überzeugen und werden nachbestellt

Der Bau der neuen Logistikhalle unterstreicht auch das Bekenntnis von Gildemeister zum Standort Geretsried und der Zentralisierung der Logistik, so der Geschäftsführer.

Dafür investierte das Unternehmen rund fünf Mio. Euro in den Neubau und die Intralogistik. In Sachen Flurförderzeugen entschieden sich die Maschinenbauer für Modelle von Crown für die 12,5 m hohen Regale. Still lieferte unter anderem den Routenzug, der Wareneingang und Versand verbindet. Die Behälter in den Regalen kommen von SSI Schäfer und die Regaltechnik lieferte Bito. Die manuelle Kommissionierung wird durch Kardex-Aufzüge unterstützt. Gegenwärtig arbeiten die Logistiker mit 20 Aufzügen. „Wir wollen aber in den nächsten Jahren noch weitere Exemplare kaufen“, bestätigt Neumann. Ein weiteres Kragarmregal ist ebenfalls in Planung.

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