Recycling ist Lüge? Fernsehredakteure glauben nicht ans Kunststoff-Recycling

Quelle: Pressemitteilung

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Am Abend des 20. Juni hat die ARD die Reportage „Die Recyclinglüge“ ausgestrahlt. Was dort gesagt wurde, erschüttert und enttäuscht die Branche. Hier mehr dazu.

Da muss man sich erst mal setzen! Behauptet doch eine Reportage jüngst, man kann Kunststoff gar nicht recyceln, alles wäre Lüge! Komisch! Denn diese Bank hier besteht aus recyceltem Kunststoff. Hier ein Kommentar der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen.
Da muss man sich erst mal setzen! Behauptet doch eine Reportage jüngst, man kann Kunststoff gar nicht recyceln, alles wäre Lüge! Komisch! Denn diese Bank hier besteht aus recyceltem Kunststoff. Hier ein Kommentar der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen.
(Bild: G. Sönker)

Kunststoff wird nicht erst jetzt, seit es die Forderung nach einer möglichst kompletten Kreislaufwirtschaft gibt, wiederverwertet – und zwar ohne Probleme. Doch die verantwortlichen Redakteure der ARD-Reportage „Die Recyclinglüge“, die der Frage nachgeht, welche Verwertungswege Verpackungsabfälle aus Kunststoff nehmen, sehen das nicht so. Dabei wurden Rechercheergebnisse zu illegalen Mülldeponien, Aktivitäten der Müllmafia, Anstrengungen zur Säuberung von Meeren und Stränden in asiatischen Ländern aber auch vermutliche illegale Geschäftsgebaren in Europa dokumentiert. Während die investigativen Recherchen eindringlich den weltweiten Handlungsbedarf gegen Abfalleinträge in die Umwelt zeigen, lässt die Conclusio der Redakteure und damit die Botschaft an das deutsche Fernsehpublikum die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen rat- und fassungslos zurück. Das Recycling von Kunststoffen sei per se eine Lüge und nicht möglich, das Sammeln und Sortieren damit hinfällig. Einzig der Verzicht auf Plastik sei die Lösung!? Man wünscht sich angesichts solcher Äußerungen fast, dass jene, die das fordern, ihr Leben doch gern in einer plastiklosen Welt fristen sollten.

Warum wurde nicht über folgende Tatsachen geredet?

Als Verband der Kunststoffverarbeitenden Industrie hat der IK nach eigenem Bekunden überlegt, ob und wie er auf die offensichtlich fehlenden Fakten zur Lage in Deutschland und Europa und die ebenso einseitige Betrachtung von Plastik als Abfall reagieren soll. Man sollte demnach über Abfall als Wertstoff sprechen, über zunehmenden Rezyklateinsatz oder steigende Recyclingquoten, weniger CO2, eine deutlich steigende Nachfrage nach Recyclingmaterial – und das nicht nur wegen der hohen Ölpreise – , über veränderte Verpackungsgestaltung, die das Recycling vereinfachen, über eine Transformation der Industrie, über Mehrweg und den Verzicht auf unnötige Kunststoffprodukte. Auch über das selbstkritische Eingestehen von Fehlern sowie die großen Probleme in der Welt – vor allem wegen fehlender Abfallinfrastrukturen – sollte diskutiert werden.

Solche Fehlinformationen schaden uns langfristig

Wie soll man darauf reagieren?. O-Ton: „Wir kommunizieren seit Jahren genau das. Heute sind wir einfach mal nur enttäuscht von einer Reportage, die ihren Zuschauern trotz leicht auffindbarer Gegenbeispiele eintrichtern will, dass Recycling nicht funktioniert und nie funktionieren wird und dass die Anstrengungen der Industrie allesamt fadenscheiniges Greenwashing seien und keinerlei Fortschritte erzielt wurden. Auch dass Kunststoff keinen Beitrag zum Klimaschutz leiste und es uns ohne dieses Material viel besser ginge. So einseitig, so pauschal, so unwissend.“

Der Verband räumt ein, dass es Schwachstellen gibt und man diese auch kennt. Auch arbeite man daran, diese zu beheben. Die Experten wissen aber auch, dass ressourcenschonende Stoffströme, also eine Kreislaufwirtschaft, nur entsteht, wenn überzeugte Verbraucherinnen und Verbraucher daran mitarbeiten. Solche Reportagen bewirken aber eher das Gegenteil. Als Reaktion auf die Sendung, prognostiziert der Verband, werden viele vermutlich nicht weniger Verpackungen nutzen, dieselben aber mit voller Überzeugung wieder in den Restmüll und damit in die Verbrennung geben.

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