Schienengüterverkehr

Flüsterbremsen in der Schweiz – gehen Schienenverkehre verloren?

| Redakteur: Robert Weber

Güterwagen sind laut und sollen in Zukunft leiser werden. In der Schweiz sind Grauguss-Bremssohlen bald tabu.
Güterwagen sind laut und sollen in Zukunft leiser werden. In der Schweiz sind Grauguss-Bremssohlen bald tabu. (Bild: Deutsche Bahn)

Vor wenigen Tagen hat der Ständerat in der Schweiz entschieden, "laute Waggons" von der Schiene zu verbannen. Neue Bremssysteme müssen bis 2020 her. Die Deutsche Bahn sieht sich darauf vorbereitet.

Aus der Konzernzentrale heißt es: Die DB wird bis Ende 2020 ihre Wagenflotte in Deutschland komplett mit Verbundstoffbremsen ausgestattet haben. Insoweit kann sich rein theoretisch zumindest für das Jahr 2020 ein Konflikt ergeben. In den kommenden sechseinhalb Jahren müsste dies aber in der Umrüstung zu steuern sein. Trotzdem sehen die Verantwortlichen die Gefahr, dass durch die Schweizer-Regelung Verkehre erschwert oder gar verloren gehen könnten. Laut DB sind europaweit schätzungsweise 350.000 – 400.000 Waggons mit alten Bremssystemen unterwegs. Bei DB Schenker Rail sind etwa 60.000 Wagen umrüstungsrelevant, für Deutschlandverkehre sind darüber hinaus rund 60.000 Wagen von dritten deutschen Wagenhaltern sowie weitere 60.000 von ausländischen Bahnen und Wagenhaltern betroffen.

Muss der Staat mehr Geld ausgeben?

Die Schweizer Politiker machen vor allem ausländische Bahnbetreiber für die Lautstärke der Güterzüge verantwortlich. Das liege aber auch am unterschiedlichen Förderungssystem, heißt es bei der DB, denn "diese Aussage ist grundsätzlich nicht falsch, was aber schlicht daran liegt, dass der Schweizer Staat die Umrüstung der Wagen der Schweizer Wagenhalter zu 100 Prozent gefördert hat. Und zwar auf die teure, bereits seit einigen Jahren verfügbare K-Sohle (Größenordnung: 8000 Euro/Wagen). Die aktuelle öffentliche Förderung in Deutschland liegt hingegen bei etwa 850 Euro/Wagen", erklärte ein Sprecher MM Logistik. Der Wunsch der Bahner: Wichtig ist, dass in Deutschland neben der reinen Umrüstung auch die durch sie erhöhten Betriebsmehrkosten (beispielsweise durch häufigere Inspektionen, häufigeres Reprofilieren, teurere Sohlen) gefördert werden. Diese sind im Lauf der Jahre wesentlich höher als die Kosten der eigentlichen Umrüstung.

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