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Fahrerlose Transportfahrzeuge FTF transportieren 13.000 Sendungen pro Stunde

| Redakteur: Katharina Juschkat

Das Fraunhofer-IML entwickelt eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge: Ausgestattet mit KI und 5G kann sich das FTF im Schwarm organisieren und selbstständig Aufträge annehmen. Damit macht es klassischen Sortiersystemen Konkurrenz.

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Der Loadrunner organisiert sich dynamisch in Schwärmen mit bis zu 10 m/s und kann mittels KI eigenständig Aufträge annehmen.
Der Loadrunner organisiert sich dynamisch in Schwärmen mit bis zu 10 m/s und kann mittels KI eigenständig Aufträge annehmen.
(Bild: Fraunhofer IML)

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) hat ein fahrerloses Transportfahrzeug (FTF) entwickelt, das klassische Sortiersysteme ablösen könnte: Der Loadrunner ist mit Künstlicher Intelligenz (KI) und 5G-Kommunikation ausgestattet, verfügt über die Beschleunigung eines Sportwagens und kann sich zu Schwärmen zusammenschließen.

13.000 Sendungen pro Stunde

Erste Tests für die Paketsortierung liefern vielversprechende Ergebnisse: Mit etwa 60 Fahrzeugen lassen sich 13.000 Sendungen pro Stunde abarbeiten. Damit erreichen 60 Loadrunner bereits Leistungsbereiche von klassischen Sortiersystemen. Der Vorteil von Loadrunner: Er braucht wesentlich weniger fest installierte Infrastruktur, ist schneller einsatzbereit und höher skalierbar.

Damit dringen fahrerlose Transportsysteme (FTS) in Bereiche vor, die bisher der Hochleistungssortier- und -fördertechnik vorbehalten waren.

Was der Loadrunner kann

Bei schweren oder sperrigen Teilen können sich die Loadrunner zusammenschließen.
Bei schweren oder sperrigen Teilen können sich die Loadrunner zusammenschließen.
(Bild: Fraunhofer IML)

Über die KI kann der Loadrunner selbstständig Aufträge buchen und verhandeln. Er organisiert sich hochdynamisch mit bis zu 10 m/s im Schwarm. Um seine Pakete wieder abzugeben, braucht der Loadrunner keine zusätzliche Aktorik: Er nutzt die Trägheit, die beim Abbremsen entsteht. Auf diese Weise kann ein einzelnes FTF Pakete bis 30 kg transportieren. Für größere, sperrige Teile können sich auch mehrere Fahrzeuge zu einem Verbund zusammenschließen: Jeder Loadrunner kann zusätzlich bis zu vier passive Anhänger ankoppeln. Somit lässt er sich zum Beispiel auch für den Transport und die Sortierung von Gepäckstücken an Flughäfen einsetzen.

Die technischen Daten:

  • Omnidirektionales Fahrwerk
  • vier Direktantriebe, 14,4 kW Leistung, kein Getriebe
  • Höchstgeschwindigkeit: 25 m/s
  • Beschleunigung 5 m/s²
  • Gewicht: 26 kg
  • Nutzlast: 36 kg
  • KI-optimierte Regler aller Antriebsmotoren
  • 13 CPU Cores, 512 GPU Cores, 64 Tensor Cores
  • Kamera zur Lokalisierung (400 Bilder pro Sekunde)
  • Ladungssicherung durch Drehung
  • Echtzeitmessung und -berechnung der Beschleunigungsvektoren

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