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Logistikimmobilien Geldwäsche im Logistikzentrum?

Geldwäsche ist nicht nur ein Problem von Entwicklungsländern. Auch in Industrienationen werden Geldbeträge aus mutmaßlich dunklen Quellen gewaschen und damit legalisiert. Auch der Immobiliensektor ist betroffen - dazu zählen eben auch Logistikzentren oder Lagerhäuser.

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Geldwäsche kommt heute meist ohne Geldkoffer aus. Die Kriminellen haben sich neue Finanztricks einfallen lassen.
Geldwäsche kommt heute meist ohne Geldkoffer aus. Die Kriminellen haben sich neue Finanztricks einfallen lassen.
(Bild: Thorben Wengert/pixelio.de)

Das Landeskriminalamt Bayern bestätigte gegenüber MM Logistik, dass mutmaßlich Geld aus dunklen Quellen in Deutschland investiert werde. Dieses Geld stamme beispielsweise aus Osteuropa, wird in Offshorezentren geparkt und dann nach Deutschland geschleust und gewaschen. Betroffen seien wohl Kurheime, Ladenlokale und eben auch Lagerhäuser. Einen interessanter Podcast zum Thema gibt es hier. Die Ermittler rechnen mit dreistelligen Millionenbeträgen.

Studie legt hohe Dunkelziffer nahe

Auch eine Studie „Geldwäsche im Immobiliensektor in Deutschland“ des Bundeskriminalamts (BKA), die diesem Magazin vorliegt, kommt zu dem Ergebnis, dass der Immobiliensektor in Deutschland anfällig für Geldwäscheaktivitäten ist. „So wurden im Jahr 2010 bei einem Immobilien-Transaktionsvolumen in Höhe von rund 22 Mrd. Euro und einer Gesamtzahl von 11.042 Verdachtsanzeigen/Verdachtsmeldungen nur 292 Verdachtsanzeigen/Verdachtsmeldungen mit Immobilienbezug (2,6 %) abgegeben, was eine hohe Dunkelziffer nahelegt.“ Gegenüber MM Logistik erklärte das BKA: Die Fachstudie geht nicht speziell auf einzelne Bereiche wie beispielsweise Logistikimmobilien ein.

Erforderliche Sensibilität für diesen Themenbereich fehlt

Insgesamt gelten für Logistikimmobilien aber die gleichen Kriterien wie für alle anderen Immobilien, also die Möglichkeit der Geldwäsche bei der Finanzierung (Überfakturierung, Eigengeschäfte, die als Darlehen dargestellt werden oder die Strohmannproblematik).

In der Studie heißt es, „dass das Thema Geldwäsche und Geldwäscheprävention bei den Studienteilnehmern zu weiten Teilen nicht hinreichend präsent ist und es in der Branche (Immobilienbranche allgemein) an der erforderlichen Sensibilität für diesen Themenbereich mangelt. Dabei fällt auf, dass der Finanzsektor im Immobilienbereich im Vergleich zum Nichtfinanzsektor im weitaus größeren Maße für Geldwäscheaktivitäten sensibilisiert ist und über wirksame geldwäschebezogene Risikomanegementsysteme verfügt“.

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