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RFID Gerry Weber führt als erster Modehändler RFID ein

| Redakteur: Claudia Otto

Im Modehandel, in dem Fehlmengen die Gewinnmarge erheblich reduzieren können, bietet die RFID-Technik einen großen Vorteil und das nicht nur zur Bestimmung der richtigen Bestandsmenge. Nach Angaben des RFID-Spezialisten Nordic ID erreicht der Modeanbieter Gerry Weber damit Bestandspräzisionsraten von 99%.

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Gerry Webers RFID-Implementierung soll sich in 24 Monaten ausbezahlen und anschließend für höhere Gewinne sorgen. Bild: Nordic ID
Gerry Webers RFID-Implementierung soll sich in 24 Monaten ausbezahlen und anschließend für höhere Gewinne sorgen. Bild: Nordic ID
( Archiv: Vogel Business Media )

Dies liege einerseits an der vollständigen RFID-Integration entlang der gesamten Lieferkette und andererseits an den Inventuren, die zweimal wöchentlich in allen Läden durchgeführt werden. Der Effizienzzuwachs sei enorm. Laut Nordic ID wird sich Gerry Webers RFID-Implementierung in nur 24 Monaten ausbezahlen und anschließend für höhere Gewinne sorgen.

RFID-Integration spart Kosten in vielen Bereichen

Das in Deutschland ansässige Unternehmen war der erste Modehändler, der eine vollständige RFID-Integration für die gesamte Lieferkette umgesetzt hat. Dies ist ein Schritt, der laut Christian von Grone, IT-Leiter bei Gerry Weber, in unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens Kosteneinsparungen garantiert.

„Jedes Pflegeetikett enthält nun einen RFID-Tag und einen elektronischen Produktcode (EPC) und kostet damit gerade mal 8 Cent mehr als ein gewöhnliches Pflegetikett“, erklärt er. „Für diesen kleinen Preis eliminieren wir den Bestandsverlust beim Transport, senken die Fehlmengen auf 1% und können darüber hinaus Ladendiebstähle reduzieren, indem wir Geld für Sicherheitsmaßnahmen sparen.”

Die RFID-Kennung auf den Pflegeetiketten wurde so entworfen, dass sie nach dem Waschen schnell abgebaut und unlesbar wird. So sollen die datenschutzrechtlichen Bedenken der Kunden zerstreut werden.

RFID jetzt für alle Einzelhändler umsetzbar

Art Smith, Präsident und Geschäftsführer von GS1 Canada, einem internationalen Normungsunternehmen für Lieferketten und Berater für die branchenübergreifende Item-Level RFID-Initiative in den USA glaubt, dass die Handelsbranche vor einem wichtigen Technologiewandel steht.

Seiner Ansicht nach ist der EPC-global-Standard zur einheitlichen Nutzung von RFID der Schlüssel zu einer höheren Prozesseffektivität: „Je mehr Einzelhändler ihre Bestände in Echtzeit verwalten, desto schneller ermöglicht eine standardisierte RFID-Technologie eine höhere Effizienz für Hersteller, Lieferanten, Händler und Käufer.”

Widerstand gegenüber RFID nimmt ab

Jorma Lalla, Geschäftsführer des finnischen RFID-Lesegeräteherstellers Nordic ID, das Unternehmen, das Gerry Weber mit Lesegeräten beliefert, beobachtet ein zunehmendes Schwinden des Widerstands gegenüber der RIFD-Technik.

„Als wir vor über fünfzehn Jahren mit der Herstellung von RFID-Lesegeräten begannen, waren unsere Kunden vorwiegend Großanbieter, die RFID-Tags und Lesegeräte bestellten, um Bestandsinventuren schneller durchführen zu können. Andere Anwendungsbereiche waren noch nicht entwickelt worden und die meisten anderen Zielgruppen wollten uns nicht einmal zuhören. Jetzt, nachdem sich RFID bewährt hat, erhalten wir Anrufe von Herstellern, Logistikunternehmen, Dienstleistern... um nur einige zu nennen“.

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