24. Dortmunder Gespräche Herr der Kisten

Dortmund (bm) – RFID-basiertes Behältermanagement in internationalen Versorgungsketten war eines der interessantesten Themen für den Maschinenbau während der24. Dortmunder Gespräche

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Günter Rademacher, Logistikchef bei Siemens Power Generation: „Wenn wir schon Herr der Kisten werden, wollen wir auch Herr des Inhalts werden.“ Dazu leistete Manuela Wahl als Projektverantwortliche von Fraunhofer-IFF ihren Beitrag.
Günter Rademacher, Logistikchef bei Siemens Power Generation: „Wenn wir schon Herr der Kisten werden, wollen wir auch Herr des Inhalts werden.“ Dazu leistete Manuela Wahl als Projektverantwortliche von Fraunhofer-IFF ihren Beitrag.
( Archiv: Vogel Business Media )

Dortmund (bm) – RFID-basiertes Behältermanagement in internationalen Versorgungsketten war eines der interessantesten Themen für den Maschinenbau während der24. Dortmunder Gespräche am 19. und 20. September 2006.

Günter Rademacher, Leiter Materialwirtschaft, Logistik und Standortsicherheit bei der Siemens AG, Geschäftsbereich Power Generation, beleuchtete das Pilotprojekt der Einführung von RFID-Tags zum Behältermanagement in seinem Unternehmen. Zusammen mit Manuela Wahl, stellvertretende Leiterin Identifikationssysteme undLogistiknetzwerke beim Projektpartner Fraunhofer-IFF, berichtete Rademacher über Motivation, Zielstellung und Vorgehensweise beim Projekt „Tip-4-Boxes“.

Siemens Power Generation fertigt mit rund 2000 Mitarbeitern auf einem in die Jahre gekommenen Industriegelände zwischen 30 und 40 High-Tech-Gasturbinen pro Jahr, die schnell einen Wert von 10 Mio. Euro pro Stück erreichen können. Kernstück solcher Gasturbinen ist der aus vier bis sechs Turbinen-Radscheiben bestehende Rotor. Die Radscheiben können jeweils aus zirka 80 Einzelschaufeln bestehen. Der Wert dieser einzelnen Turbinenschaufeln geht in Rich-tung 30 000, teilweise sogar 33 000 Euro.

Die für die Verbringung der Turbinenschaufeln vorhandenen Transportkisten – manche gehen in die USA, nach Kanada, China, Indien oder in die GUS – mussten aus brandversicherungstechnischen Gründen sukzessive durch 350 Euro teure Kisten ersetzt werden. Die Einführung eines transpondergestützten Behältermanagements bot sich dabei an. Doch nicht nur Informationen über die Behälter wollte man sammeln, auch der Inhalt sollte identifizierbar sein. „Wenn wir schon Herr der Kisten werden, wollen wir auch Herr des Inhalts werden“, so Rademacher.

Zusammen mit den Fraunhofer-Spezialisten aus Magdeburg setzt man im Berliner Siemens-Werk deshalb auf das Projekt „Transponder-integrierte Prozesse für Behälter“, kurz Tip-4-Boxes. An dessen Anfang stand die RFID-Pilotimplementierung auf 13,56-MHz-Basis. In einem zweiten Schritt erfolgte der Roll-Out über alle Schaufelkisten, bis dann die Verknüpfung von Inhalt mit Schaufelkiste das RFID-Projekt abschließen wird. „Wir haben mit ganz einfachen Laborversuchen angefangen. Das waren Standardlabels, die es auf dem Markt zu kaufen gibt“, beschreibt Manuela Wahl die ersten Schritte der Zusammenarbeit.

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