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Logistik-Forschung Ladungsverkehr soll industrialisiert werden

Zusammen mit der FH Erfurt, der Spedition Schwarz, der Spediton L.I.T. und der Eikona AG plant der Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure Elvis, ein intelligentes Ladungsnetzwerk (I-LAN) mit deutschlandweit verteilten Knotenpunkten zu schaffen.

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Wollen Begegnungsverkehre industrialisieren (v.l.): Bernd Nieberding, Prof. Dr. Matthias Gather, Prof. Dr. Sergey Dashkovskiy (alle FH Erfurt), Thomas Schwarz (Spedition Schwarz), Andy Apfelstädt (FH Erfurt) und Jochen Eschborn (Elvis).
Wollen Begegnungsverkehre industrialisieren (v.l.): Bernd Nieberding, Prof. Dr. Matthias Gather, Prof. Dr. Sergey Dashkovskiy (alle FH Erfurt), Thomas Schwarz (Spedition Schwarz), Andy Apfelstädt (FH Erfurt) und Jochen Eschborn (Elvis).
(Bild: Elvis)

Im Mittelpunkt des Systems steht die Entkopplung von Fahrer und Fahrzeug. Wenn es funktioniert, sind Kostenersparnisse von bis zu 20% möglich, so die Verantwortlichen. Der Mathematiker Bernd Nieberding berechnet dazu ein Modell, mit dem flexibel die Linien in Abhängigkeit von Abfahrten und dem wirklichen Ladungsaufkommen jede Hacht neu bestimmt werden. Für den Elvis-Vorstandsvorsitzenden Jochen Eschborn ist die aktuelle Praxis nicht mehr zeitgemäß: „Bislang fährt ein Lkw von München nach Bremen und einer von Bremen nach München. Beide transportieren Bier und könnten sich auf halber Strecke zuwinken, wenn sie voneinander wüssten.“ Besser sei es doch, wenn sich die Fahrer in der Mitte treffen und ihre Ladung tauschen. Ziel müsse daher ein industrialisierter Ladungsverkehr sein, mit dem die Produktivität der Transporte steigen würde.

Lkw kehrt in einer Lenkperiode an Ausgangspunkt zurück

Im Mittelpunkt des Konzeptes steht ein dynamisches Netzwerk, welches sich aus deutschlandweit verteilten Begegnungspunkten bildet. Diese könnten sich aus den Niederlassungen der über 120 Elvis-Partner generieren. „Im Prinzip reicht jedoch auch bereits eine umzäunte Fläche, in der die Übergabe der Ware vollzogen werden kann“, erklärt Andy Apfelstädt, Projektverantwortlicher der FH Erfurt. Damit das intelligente Ladungsnetzwerk funktioniert, muss der Lkw innerhalb einer Lenkzeit wieder an den Ausgangsort zurückkehren.

Besonderer Vorteil der Neustrukturierung: Ein Lkw könnte zukünftig zwei Fahrten am Tag absolvieren und die Rückladungssuche wäre hinfällig. Auch die Kabinen der Fahrer müssten nur noch für den Nahverkehr ausgerüstet sein, da die Übernachtungen auf Rastplätzen entfallen. Zudem soll mit dem Forschungsprojekt auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. „Dank des dynamischen Netzwerkmodells kann die Entkopplung von Fahrzeug und Fahrer endlich umgesetzt werden. Nach dem Ende seiner Lenkzeit bringt der Fahrer den Lkw an seinen Ausgangsort zurück und ist abends wieder bei seiner Familie“, erklärt Eschborn.

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