Studie Mit intelligenter Mobilität sieben Prozent der geplanten CO2-Reduktion erreichen

Redakteur: Dorothee Quitter

Im Jahr 2030 könnten bei einem beschleunigten Einsatz digitaler Technologien allein in Deutschland bis zu 25 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Das zeigt die Bitkom-Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“, in der das Einsparpotenzial digitaler Technologien u. a. im Bereich Mobilität untersucht wurde.

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Die Studie vergleicht zwei Szenarien der Digitalisierung. Im moderaten Szenario entwickelt sich die Marktdurchdringung digitaler Technologien in Deutschland im jeweiligen Anwendungsbereich so weiter wie bisher. Im beschleunigten Szenario orientiert sie sich an vergleichbaren Ländern, die beim Einsatz einer oder mehrerer Technologien führend sind.
Die Studie vergleicht zwei Szenarien der Digitalisierung. Im moderaten Szenario entwickelt sich die Marktdurchdringung digitaler Technologien in Deutschland im jeweiligen Anwendungsbereich so weiter wie bisher. Im beschleunigten Szenario orientiert sie sich an vergleichbaren Ländern, die beim Einsatz einer oder mehrerer Technologien führend sind.
(Bild: Bitkom)

Demnach kann Deutschland allein in der Mobilität bis 2030 mit beschleunigter Digitalisierung sieben Prozent der insgesamt geplanten CO2-Einsparung erreichen. Den größten Hebel besitzt dabei eine intelligente Verkehrssteuerung, durch die in Deutschland bis zu 13 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden könnten. Darunter fallen laut Bitkom Technologien wie GPS-Systeme und IoT-Sensoren, die Verkehrs- und Umweltdaten erfassen und in Echtzeit auf einer Plattform zusammenführen. So würde eine effiziente Streckenführung ermöglicht, die an die aktuelle Verkehrslage angepasst sei. Das mache einzelne Fahrten nicht nur schneller und sicherer, sondern reduziere auch Staus und Stop-and-Go-Verkehr. Des Weiteren könnten digitale Echtzeitinformationen, digitale Fahrscheine oder freies WLAN die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs deutlich erhöhen, heißt es.

Intelligente Logistik auf Platz zwei der Einsparpotenziale

Die Studie zeigt weiter, dass in der Logistik bis zu 8 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden könnten– nach Angaben von Bitkom besonders durch intelligente Technologien, die Warenströme effizienter planen, steuern und verteilen. Das seien etwa IoT-Sensoren, Big Data, digitalisierte Lagerhäuser oder umfassende Verkehrsmanagement-Plattformen. Dadurch könnten Logistikunternehmen Fahrerinnen und Fahrer basierend auf Faktoren wie Standortnähe, Fahrfähigkeiten oder Lkw-Typ automatisch zuteilen. Außerdem könnten Lieferrouten auf Basis von Echtzeitdaten und Verkehrsanalysen effizienter gestaltet werden. Das führe zu kürzeren Strecken, weniger Verkehr und geringeren Verzögerungen.

Vernetzter Individualverkehr trägt ebenfalls zur CO2-Einsparung bei

Aber auch ein vernetzter Individualverkehr könne für eine effizientere und ressourcenschonendere Mobilität sorgen – und bis zu 4 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Diese Sharing Mobility umfasst das Car-Sharing, bei dem ein Fahrzeug von verschiedenen Personen genutzt wird, sowie das Ride-Sharing, bei dem sich mehrere Fahrgäste mit ähnlicher Zielrichtung ein Fahrzeug teilen. Sie führe laut Bitkom zu einer verbesserten Verkehrsanbindung, reduziere die Verkehrsbelastung und optimiere die Fahrzeugwartung.

Die Studie „Klimaeffekte der Digitalisierung“ untersucht das CO2-Einsparpotenzial verschiedener digitaler Technologien in sieben unterschiedlichen Bereichen: Fertigung, Mobilität, Energie, Gebäude, Arbeit und Business, Landwirtschaft und Gesundheit. Damit unterstützt sie den Weg zum Klimaziel 2030. Die Studie berücksichtigt dabei auch den eigenen CO2-Fußabdruck der Digitalisierung.

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