Frachtbörse Mitfahrzentrale für regelmäßige Lkw-Touren

Redakteur: Claudia Otto

Transport-, Lager- und Bestandskosten senken und zugleich einen Beitrag zum Umweltschutz leisten, das verspricht das Start-up-Unternehmen Milkrun-Info, das im November 2009 gegründet wurde. Der Bund und die EU unterstützen die „Mitfahrzentrale“ für regelmäßige Lkw-Transporte mit einer Summe von 39000 Euro.

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Ziel des neu gegründeten Unternehmens ist es, ähnlich einer Mitfahrerzentrale, Transporte verschiedener Unternehmen zusammenzuführen. Dabei stehen die Kostensenkung und Flexibilitätserhöhung für den Nutzer und die Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Vordergrund. Ein Referenzprojekt zeigte ein Kostensenkungspotenzial im oberen fünfstelligen Euro-Bereich pro Jahr, Unternehmen und Lkw-Tour.

Frachtbörse legt Fokus auf Verlader

Die Internetplattform www.milkrun.infovermittelt freie Transport-Kapazitäten mit Teilladungen, die von Unternehmen bisher kostenintensiv als Stückgut transportiert wurden. Für freie Kapazität wie für Teilladungen können Verlader und Spediteure Inserate auf der Internetseite einstellen.

Von klassischen Transportbörsen unterscheidet sich die Plattform wegen des Fokus auf Verlader sowie den regelmäßig wiederkehrende Lkw-Touren über einen längeren Zeitraum.

Lkw-Transporte waren nicht mehr ausgelastet

Die Idee zur Frachtbörse entstand bei Workshops mit Zulieferbetrieben der Automobilindustrie, die wegen des Absatzeinbruchs Lkw-Transporte nicht mehr auslasten konnten. Die Workshops wurden unter Leitung von Prof. Dr. Jürgen Schröder, Professor für Logistik und Produktionsorganisation der Hochschule Ingolstadt und Ansprechpartner des Kompetenzteams Automobil im Cluster Logistik durchgeführt.

Die Touren voll auszulasten, indem die Abstände zwischen den Touren ausgedehnt werden, führte zu höheren Bestandsreichweiten. Ein absoluter Widerspruch zur geforderten Liquiditätserhöhung seitens des Finanzmanagements, nicht nur in Krisenzeiten.

Staat fördert Frachtbörse finanziell

Den Workshops folgten die Planungen zur Plattform und der Förderantrag zur Existenzgründung aus der Hochschule beim Förderprogramm Exist. Der wissenschaftliche Mitarbeiter von Professor Schröder, Markus Wirz, reichte zusammen mit der Hochschule Ingolstadt den Antrag ein. Das Resultat ist die Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie dem Europäischen Sozialfonds für Deutschland. Dem Start-Up stehen damit für die kommenden zwölf Monate 39000 Euro als Startkapital zur Verfügung.

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