Porträt

Nachhaltige „Transporter“ der Zukunft

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

Vor 40 Jahren: Entwicklung der ersten Faltbox Europas.
Vor 40 Jahren: Entwicklung der ersten Faltbox Europas. (Bild: Walther)

Im März 2017 hat die Bundesregierung ein neues Verpackungsgesetz auf den Weg gebracht, mit dem Ziel, langfristig eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Bei insgesamt rund 4,8 Mio. t eingesammelten Einwegverpackungen im Jahr 2015, die ausschließlich aus deutschen Industrie- und Gewerbestandorten stammten, sind umweltschonende Mehrweg-Transportlösungen in Industrie und Logistik ein wichtiger Faktor für den Umweltschutz.

Aldi Süd hat allein im Jahr 2017 durch den Einsatz von Mehrwegkisten für den Transport von Obst und Gemüse mehr als 60 Mio. Pappkartons gespart. Einen ersten Schritt bei dieser Entwicklung hat Rolf F. Walther getan. Doch von vorne ...

Jeder kennt sie, jeder hat sie schon benutzt: die Kunststoff-Faltbox, die in keinem Kofferraum fehlen darf – rechteckig, praktisch, gut. Als der Diplom-Ingenieur Rolf F. Walther 1978 auf einer Geschäftsreise in Japan die „japanische Variante“ eines zusammenlegbaren Kunststoffbehälters kennenlernte, ahnte er nicht im Mindesten, welche Revolution er damit in Europa auslösen würde. Inspiriert durch diese „Bekanntschaft“, entwickelte Walther gemeinsam mit dem Spritzgussunternehmen Formex Plastik die robuste Faltbox, die deutschen Industriestandards entspricht: die erste Faltbox aus dem Kunststoffmaterial Polypropylen für den europäischen Markt im Grundmaß 600 mm × 400 mm und einer Höhe von 310 mm, was dem Transport- und Aufbewahrungsbehältnis immerhin ein Nutzvolumen von 60 l bescherte. Das Grundmodell Typ 643-0 mit dem Teilungsmaß einer Europalette entwickelte Walther in den darauffolgenden Jahren weiter. Konsequente Vertriebsarbeit und der Verkauf erster kleinerer Mengen in den Anfangsjahren zahlten sich aus, als schließlich Karstadt als erster Großkunde in den 1980er-Jahren Faltboxen in sechsstelliger Stückzahl bestellte.

ESD-Behälter sind spannungsfrei

Heute stellt man verschiedenste Mehrweg-Transportlösungen in unterschiedlichen Maßen her. „Wir entwickeln für unsere Kunden individuelle Konzepte für die Mehrweglogistik, die den speziellen Anforderungen des Einsatzgebietes entsprechen. Für empfindliche Elektrokomponenten haben wir beispielsweise ESD-Behälter im Portfolio, die spannungsfreie Transporte sicherstellen“, sagt Thomas Walther, Sohn des Firmengründers und heutiger Geschäftsführer.

Branchenentwicklungen wie dem Trend zur smarten Logistik ist Walther ebenfalls auf der Spur: Dank RFID-Technik ermöglicht die neue Kunststoff-Düsseldorfer-Palette im Maß 800 mm × 600 mm die Rückverfolgung von Warenwegen und eine zuverlässige Standortbestimmung in Echtzeit. Die für die Retailer Hofer und Aldi Süd entwickelte langlebige Alternative zur Düsseldorfer Holzpalette – die Kunststoff-Düsseldorfer-Palette (KDP) – will neue Maßstäbe in der Transport- und Intralogistik setzen. Der Ladungsträger überzeugt durch eine einfache Reparaturfähigkeit dank austauschbarer Kufen, eine hervorragende Ökobilanz sowie die Möglichkeit zum Doppelstocktransport. Mit dem integrierten RFID-Chip werden Standortdaten der Palette in Echtzeit übermittelt.

Bei einem geringen Eigengewicht von 6,5 kg transportiert die Kunststoff-Düsseldorfer-Palette statische Traglasten bis zu 1000 kg und dynamische Lasten bis 500 kg. Ein spezielles Bodenprofil der Kufen ermöglicht Doppelstocktransporte, beispielsweise von Obst- und Gemüseklappsteigen. Der Ladungsträger ist mit allen gängigen Fördersystemen kompatibel und sichert so eine hohe Transportfreundlichkeit entlang sämtlicher Stationen der Materialflusskette.

Austausch für ein langes Leben

Eine einfache Reparatur wird durch austauschbare Kufen gewährleistet: Selbst bei unsachgemäßem Handling garantiert die Austauschlösung den langlebigen Einsatz des Ladungsträgers. Die wirtschaftliche und umweltschonende Alternative zur Holzpalette im Düsseldorfer Maß ist so konzipiert, dass sie komplett recycelt werden kann. Die Rückverfolgung der Warenwege gewährleistet Walther Faltsysteme durch das Inmould-Barcode-Label und neueste RFID-Technik. In Echtzeit verfolgen Lagerlisten und Zulieferer darüber Warenbewegungen und erhalten so eine zuverlässige Standortbestimmung des Ladungsträgers.

Jüngst setzte das Unternehmen neue Maßstäbe für Nachhaltigkeit in der Mehrweglogistik: Walther präsentierte erstmalig eine Kunststoff-Faltbox, zu 93 % aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Box wird zunächst voraussichtlich im Außenmaß 600 mm × 400 mm × 220 mm erhältlich sein. Künftige Einsatzgebiete für den innovativen Behälter sind vielfältig: Standardmaß und neueste RFID-Technik gewährleisten prozesssichere Abläufe, von der hochautomatisierten Intralogistik über Lieferantentransporte bis hin zum Filialeinsatz. Mit dem Pilotprojekt entwickelt Walther Faltsysteme sein Produktsortiment weiter: Die Greenline-Transportboxen stellt das Unternehmen zu 100 % aus regenerativem Kunststoff her.

Die jüngste Innovation wird im Spritzgussverfahren hergestellt und soll in allen Farben erhältlich sein. Hintergrund der Weiterentwicklung von regenerativem Kunststoff zu Ausgangsmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen ist die in allen Branchen steigende Nachfrage nach schlanken und umweltfreundlichen Mehrweg-Transportverpackungen. „Bei rund 17 Mio. t Verpackungsmüll jährlich suchen Produzenten, Lieferanten und Händler nach einer effizienten Lösung. Die Produktentwicklung einer Faltbox aus nachwachsenden Rohstoffen bringt uns dem Ziel einer belastungsarmen Kreislaufwirtschaft einen Schritt näher“, ist sich Thomas Walther sicher.

Hier gibt's noch mehr zu Walther Faltsysteme!

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