Citylogistik

Neue Verkehrskonzepte in und um Berlin

| Redakteur: Bernd Maienschein

Mit dem Loadster verbraucht man 97 % weniger Kohlendioxid als mit dem Auto mit Verbrennungsmotor.
Mit dem Loadster verbraucht man 97 % weniger Kohlendioxid als mit dem Auto mit Verbrennungsmotor. (Bild: Citkar)

Die Landflucht ist allgegenwärtig, mit allen negativen Auswirkungen für den bei der Versorgung der Städte entstehenden Verkehr. Die Hauptstadtregion bietet Optionen, um Schadstoffausstoß, Lärm und Unfallgefahr dennoch zu verringern.

In allen Citylogistik-Konzepten in Europa finden sich ähnliche Empfehlungen für eine Reduzierung von Verkehr und Emissionen: mehr Kooperationen unter den Logistik-Akteuren, stärkere Sendungsbündelung – auch Dienstleister-übergreifend –, innerstädtische Mikrohubs und mehr Lieferfahrzeuge mit alternativen Antrieben.

„KoMoDo“ trägt sich inzwischen selbst

Das Mikrohub-Projekt „KoMoDo“, zunächst vom Berliner Senat und dem Bundesumweltministerium gefördert, trägt sich inzwischen selbst. Gestartet war die „Kooperative Nutzung von Mikro-Depots durch die KEP-Branche für den nachhaltigen Einsatz von Lastenrädern in Berlin“ im Juni 2018, ein Jahr später lief die Förderung aus. Jetzt nutzen die vier beteiligten Paketdienstleister DHL, DPD, GLS und Hermes das Mikrodepot gemeinsam weiter.

Das Modell macht Schule: Gäste aus aller Welt, darunter Bürgermeisterinnen und Bürgermeister internationaler Metropolen, haben „KoMoDo“ bereits besucht und sich über die Vorteile des Projektes informiert: Der Raum für Mikrohubs ist knapp, durch die gemeinsam genutzte Fläche reicht ein Hub für fünf. So muss auch nur ein Verteilzentrum angefahren werden, der Lkw-Verkehr konzentriert sich auf einer Straße. Zudem werden die Sicherheitstechnik für das Depot sowie Sanitärräume und Pausenraum gemeinsam geplant, finanziert und genutzt.

Lastenräder an der Spitze

Das größte Umwelt-Plus ist die Feinverteilung mit Lastenrädern – die Räder fahren nahezu CO2-neutral, entlasten Fahrbahn und Parkplätze und sind häufig deutlich schneller unterwegs als ein Auto, das Staus und Umleitungen passieren muss.

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Das länderübergreifende Cluster Verkehr, Mobilität und Logistik Berlin-Brandenburg sieht in den Maßnahmen wichtige erste Schritte für die Verkehrswende in der Hauptstadtregion. „Die Region ist führend auf dem Gebiet der modernen Mobilität. Wir fördern den interdisziplinären Austausch, um die vielfältigen Ansätze und Impulse zu bündeln“, erklärt Sylke Wilde, Teamleiterin Verkehr, Mobilität und Logistik bei der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). „Im Kern geht es darum, die verschiedenen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu vernetzen. Gerade das länderübergreifende Cluster bietet eine exzellente Plattform dafür.“

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